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Almondia – Bautipps Die Bauherrenberatung

Doppelhaus planen und bauen

Steigende Baukosten und der Mangel an bebaubaren Grundstücken in vielen Regionen erschweren es Bauherren, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Wer sich nicht gänzlich von der Vorstellung, die eigenen vier Wände zu beziehen, verabschieden möchte, muss sich oftmals eine Alternative zum freistehenden Einfamilienhaus überlegen. Hier kommt das Doppelhaus ins Spiel, über das wir in diesem Beitrag sprechen. Nachfolgend schildern wir den Planungsprozess eines Doppelhauses, liefern Anregungen zur Gestaltung der Grundrisse und sprechen über die Kostenfaktoren beim Doppelhausbau.

Schnelleinstieg ins Thema

Grundrisse und Architektur: Bei Doppelhaus-Grundrissen gibt es eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten, von sich symmetrisch gleichenden bis hin zu stark individuell angepassten Einheiten. Die architektonische Flexibilität wird idealerweise genutzt, um den Wünschen und Bedürfnissen der beiden Nachbarparteien nachzukommen, die Privatsphäre zu maximieren und eine effiziente Nutzung von Gemeinschaftsbereichen zu ermöglichen.
Gestaltungsmöglichkeiten für das Dach: Für das Doppelhaus kommen verschiedene Dachformen, beispielsweise Satteldächer, Flachdächer oder Pultdächer, infrage. Neben der Ästhetik ist in puncto Dach auch die Funktionalität (Integration von Solartechnologie, Dachbegrünung oder Dachterrasse) zu bedenken.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit: Doppelhäuser sind prädestiniert für energieeffiziente Bauweisen, wobei die Verwendung nachhaltiger Materialien und Technologien (z.B. PV-Anlagen, Wärmepumpen, natürliche Dämmung etc.) eine deutliche Reduzierung des Energiebedarfs möglich macht.

Einführung in das Konzept des Doppelhauses

Ein Doppelhaus ist ein Fertighaus oder Massivhaus, das aus zwei Hälften besteht. Die Doppelhaushälften fungieren als getrennte Wohngebäude, schließen aber über eine Wand aneinander an. Typischerweise sind die Gebäudehälften in Grundriss, Wohnfläche und Raumaufteilung identisch gebaut, sodass ein symmetrischer Aufbau vorliegt.

Allerdings ist es auch möglich, jede Hausseite individuell zu gestalten, um die Bedürfnisse und Wünsche der beiden Bewohner-Familien möglichst vollumfänglich abzudecken. Solange die Hälften baulich miteinander verbunden sind, handelt es sich also auch bei einem weniger einheitlich geplanten Haus um ein Doppelhaus.

Verglichen mit dem freistehenden Haus für eine Familie punktet das Konzept des Doppelhauses mit diesen Vorteilen:

  • Geringere Baukosten: Viele der Kosten für den Bau eines Doppelhauses (z.B. behördliche Gebühren, Baugenehmigung, Grundstück und Erschließungskosten) können sich die beiden Eigentümer teilen. Dadurch lässt sich einiges an Geld sparen.
  • Niedrigere Nebenkosten: Durch das Teilen der Infrastruktur fallen auch die Nebenkosten (Müll, Heizung, Wasser etc.) beim Doppelhaus pro Wohneinheit in der Regel geringer aus als beim Einfamilienhaus.
  • Nachhaltigkeit: Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen wirkt sich nicht nur positiv auf die Kosten, sondern auch auf den ökologischen Fußabdruck aus.
  • Soziale Anbindung: Durch die bauliche Trennung genießen die Bewohner einer Doppelhaushälfte reichlich Privatsphäre. Dennoch besteht (z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Garten und Keller) eine große Nähe zur anderen Wohnpartei, was das Wohnkonzept auch auf sozialer Ebene attraktiv macht.

Die Kehrseite der Medaille zeigt einige Nachteile, die das Leben im Doppelhaus mit sich bringen kann. So ist es beispielsweise zwingend nötig, dass die Nachbarn Absprachen treffen, und ein gewisses Konfliktpotenzial ist nicht von der Hand zu weisen.

Doppelhaus versus Reihenhaus

Worin liegt der Unterschied zwischen einem Doppelhaus und einem Reihenhaus? Das größte Unterscheidungsmerkmal ist in der Architektur zu finden. Während das Doppelhaus aus zwei Hälften besteht, reihen sich beim Reihenhaus mehrere Wohneinheiten aneinander. Daraus resultieren zahlreiche weitere Unterschiede, unter anderem bezüglich der benötigten Grundstücksgröße, der Privatsphäre, der Gestaltungsoptionen und der Bau- und Nebenkosten.

Für das klassische Reihenhaus wird normalerweise weniger Bau- und Grundfläche pro Wohneinheit benötigt als für das Doppelhaus, woraus ein Preisvorteil resultiert. Allerdings verlangt das Wohnen in einem Reihenhaus mit mehr als zwei Wohnparteien Familien auch nochmals mehr Kompromissbereitschaft und Gemeinschaftssinn ab. Die Frage danach, ob eine Doppelhaushälfte oder eine Einheit in einem Reihenhaus die bessere Wahl ist, hängt also von den Prioritäten und Vorstellungen der Bauherren ab.

Planungsphase für ein Doppelhaus

Zu Beginn der Planungsphase für den Doppelhaus-Bau gilt es, ein geeignetes Grundstück zu finden, das ausreichend Platz für ein Doppelhaus bietet. Alternativ können auch zwei aneinandergrenzende Grundstücke erworben werden, wobei dann je eine Haushälfte pro Grundstück errichtet wird. Die beiden Hausseiten treffen in diesem Fall auf der Grundstücksgrenze aufeinander.

Im Anschluss ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Anforderungen, die das Haus erfüllen muss, und dem verfügbaren Budget notwendig. Die beteiligten Bauherren sollten sich hierfür zusammensetzen und gemeinsam definieren, wie viel Wohnfläche und wie viele Räume die Doppelhaushälften haben sollen, wie die Aufteilung der Räumlichkeiten aussehen soll und welche Dinge ihnen bei der Architektur darüber hinaus wichtig sind.

Auf Basis der klar definierten Vorstellungen kann dann ein passender Architekt beziehungsweise ein geeigneter Fertighaus-Anbieter ausgewählt werden. Hierbei sind mitunter diese Kriterien zu berücksichtigen:

  • Erfahrung mit Doppelhaus-Bauprojekten
  • Portfolio entspricht den Stilpräferenzen der Bauherren
  • Preisniveau passt zum Budget
  • Zuverlässige Erreichbarkeit und offene Kommunikation
  • Seriosität und Professionalität

Bei der Suche nach einem kompetenten Bauunternehmen für das Traumhaus mit zwei Haushälften unterstützt Almondia Bauherren mit übersichtlich aufbereiteten Informationen zu renommierten Baufirmen, wie etwa SchwörerHaus, Bien-Zenker oder Luxhaus. Nutzen Sie das praktische „Baufirma finden“-Tool und verschaffen Sie sich einen Überblick.

Doppelhaus clever planen: Grundstück, Haustyp und Finanzierung im Blick

Wer ein Doppelhaus planen möchte, sollte von Beginn an die passende Grundstücksfläche im Blick behalten. Denn je nach gewähltem Haustyp und gewünschter Grundfläche pro Haushälfte variiert der Platzbedarf erheblich. Besonders wichtig ist es dabei, den Bebauungsplan der Gemeinde genau zu prüfen – er legt fest, wie groß gebaut werden darf, wie viele qm erlaubt sind und welche Dachformen zulässig sind.

Auch die Frage, ob das Doppelhaus schlüsselfertig errichtet wird oder Eigenleistungen erbracht werden, spielt für die Finanzierung eine zentrale Rolle. Besonders bei Projekten mit zwei Bauparteien ist eine klare Abstimmung über den finanziellen Rahmen essenziell. Wer sorgfältig plant, profitiert langfristig: von geringeren Risiken, optimierter Grundstücksfläche und einem Hausbau, der das geplante Traumhaus Wirklichkeit werden lässt.

Ein gut abgestimmtes Konzept berücksichtigt außerdem unterschiedliche Haustypen, die individuelle Wünsche erfüllen und besonders effizient auf einer gemeinsamen Grundfläche realisiert werden können – ganz gleich, ob Sie 120 oder 160 qm pro Einheit einplanen.

Grundriss für Doppelhäuser

Was den Doppelhaus-Grundriss und die Aufteilung der Räume betrifft, sind im Rahmen der Planung diese Aspekte relevant:

  • Grundriss-Varianten: Soll das Haus den typischen Doppelhaus-Grundriss mit spiegelbildlichen, symmetrischen Hälften besitzen oder soll jede Seite individuell ausgestaltet werden? Gleichen sich die Vorstellungen von Freunden oder Familien, die gemeinsam ein Haus bauen, bieten sich symmetrische Grundrisse an, durch die sich auch der Planungsaufwand reduziert. Für eine lebendigere, originellere Optik kann ein versetzter Grundriss mit einer vor- oder zurückgesetzten Doppelhaushälfte angedacht werden.
  • Private Räume: Zur Grundrissplanung gehören auch Überlegungen dazu, wo sich welcher Raum im Haus befinden soll. Auch hier können einheitliche oder abweichende Lösungen gefunden werden. Vielleicht wünscht sich die eine Familie ein Gäste-WC und eine extra große Küche, während die andere lieber einen zusätzlichen Hobbyraum hätte. Beides lässt sich unabhängig voneinander realisieren.
  • Gemeinschaftsräume: Falls es Gemeinschaftsräume, wie Keller, Waschküche oder Dachgeschosse zur gemeinsamen Nutzung geben soll, sollten diese unbedingt von jeder Haushälfte aus bequem zu erreichen sein. Ein einzelner Eingang über Privaträume einer Partei ist also ungeeignet.
  • Außenflächen: Daneben darf die Gestaltung der Außenflächen nicht vernachlässigt werden. Im Mittelpunkt stehen hierbei Gartenanlagen und Terrassen sowie Garagen, Stellplätze und Zugänge.

Das folgende Video von den Architekten von A better place gibt Bauherren Tipps und Optimierungsvorschläge für die Grundrissgestaltung beim Doppelhaus an die Hand:

Doppelhausarten, Dächer und Architektur

Für Doppelhäuser gibt es einige Vorschriften, die beim Einfamilienhaus nicht beachtet werden müssen. So ist zum Beispiel vorgeschrieben, dass zwischen den beiden Wohneinheiten eine Brandabschlusswand – also eine dicke Wand aus feuerfestem Material – eingebaut wird, und auch in puncto Schallschutz gibt es gesteigerte Anforderungen. Aus diesem Grund sollten sich Bauherren unbedingt umfassend über spezielle baurechtliche Regelungen für Doppelhäuser informieren und mit Architekten oder Bauunternehmen zusammenarbeiten, die sich mit der Thematik auskennen.

Was den Baustil angeht, zeigt sich das Doppelhaus nicht weniger vielseitig als andere Häuser. Beliebt sind in Deutschland unter anderem…

  • moderne, bungalowartige Häuser mit Flachdach
  • traditionelle Landhäuser mit Satteldach oder Walmdach
  • architektonisch anspruchsvolle Herrenhäuser mit Giebeln, Balkonen und Säulen
  • luxuriöse Stadtvillen mit großen Fensterfronten
  • skandinavische Häuser mit Holzverkleidung
  • minimalistische Häuser im Bauhausstil

Die Dächer von Doppelhäusern müssen – genau wie beim Ein- und Mehrfamilienhaus – zu den kommunalen Vorgaben passen. Generell ist jede Art von Dach, vom Satteldach über das Walmdach bis hin zum Flachdach, auf einem Doppelhaus umsetzbar, doch nicht überall ist jede Dachform erlaubt.

Je nachdem, wofür sich die Bauherren entscheiden, kann dem Dach durch unterschiedliche Maßnahmen eine zusätzliche Funktion verliehen werden. Das Flachdach ermöglicht zum Beispiel das Unterbringen einer Dachterrasse. Genauso sollte über Dachbegrünungen und Solar- beziehungsweise PV-Anlagen nachgedacht werden.

Kostenplanung

Was kostet ein Doppelhaus? Der Preis, der bei einem Haus mit mehr als einer Wohneinheit und mehreren Eigentümern natürlich nicht von einem Bauherren alleine bezahlt wird, setzt sich aus diesen Posten zusammen:

  • Grundstück, Grunderwerbsteuer und Maklerprovision
  • Erschließung
  • Gutachten, Vermessung und behördliche Gebühren
  • Architekt und Statiker
  • Erdarbeiten und Fundament
  • Rohbau und Innenausbau
  • Heiz-, Elektro- und Sanitärinstallationen
  • Versicherungen
  • Außenanlage

Wenn Sie sich einen genaueren Eindruck davon verschaffen möchten, mit welchen Kosten Sie beim Bau eines Hauses mit zwei Wohneinheiten rechnen müssen, empfehlen wir Ihnen den Almondia Hausrechner.

Wie das Resultat der Planung eines Doppelhauses für rund 400.000 Euro durch die professionellen Architekten von A better place aussehen kann, zeigt dieses Grundrissshow-Video:

Gemeinschaftliche Aspekte und Verträge

Wird ein Doppelhaus auf einem Grundstück errichtet, erfolgt normalerweise eine Grundstücksteilung. Das Grundstück wird per Eintragung im Grundbuch in zwei Bereiche aufgeteilt, auf denen dann je eine Doppelhaushälfte errichtet wird. Der Vorteil: Durch die Grundstücksteilung sind die Eigentumsverhältnisse klar geregelt und es ist später problemlos möglich, eine Hälfte des Hauses separat zu verkaufen.

Zudem kann jede Familie ihren Teil des Grundstücks unter Einhaltung der baurechtlichen Bestimmungen so nutzen, wie sie es möchte. Die Nachbarn sind folglich unabhängiger und haben zum Beispiel die Möglichkeit, den Platz auf ihrer Grundstücksseite mit einer Garage, einem Anbau oder einem Gartenhaus zu füllen, ohne auf die Gunst der anderen Partei angewiesen zu sein.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Wie bei jedem Haus, sind auch beim Bau von Doppelhäusern Nachhaltigkeit und Energieeffizienz wichtige Themenbereiche. Schließlich profitiert von einem nachhaltig gebauten, energieeffizienten Eigenheim nicht nur die Umwelt, sondern auch der Bauherr, der sich über niedrige Energiekosten freuen darf.

Zur Verbesserung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind allem voran diese Maßnahmen üblich:

  • Effektive Dämmung
  • Hochwertige Tür- und Fensterlösungen
  • Solar- und PV-Anlagen
  • Wärmepumpen
  • Moderne Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung
  • Smart-Home-Systeme
  • Materialauswahl mit Fokus auf Natürlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung
  • Dachbegrünungen beim Haus mit Flachdach

Fazit: Zukunft der Doppelhauskonzepte

Kosteneffizientes Bauen, eine ideale Flächennutzung und ein starkes Gemeinschaftsgefühl: Das sind nur einige der Vorteile, die ein Doppelhaus seinen Bewohnern bietet. In unserer heutigen Zeit, in der der Platzmangel, steigende Baupreise und die Vereinsamung im Alter zunehmend zum Problem werden, präsentiert sich das Doppelhaus als eine überaus attraktive Lösung. Doppelhäuser zeigen Möglichkeiten abseits des klassischen Einfamilienhauses auf und sind sicherlich eine Form von Eigenheim, die auch in Zukunft nicht an Relevanz verlieren wird.

FAQs zum Doppelhaus

Idealerweise bezieht man das Doppelhaus mit Familie (z.B. zwei Generationen) oder Freunden. So kennt man die Bewohner der anderen Wohneinheit bereits, was die Chancen auf ein langfristig harmonisches Miteinander steigert. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, das Doppelhaus mit einer zuvor nicht oder nur oberflächlich bekannten zweiten Partei zu bauen. Mögliche Baupartner für die zweite Doppelhaushälfte finden Bauherren über entsprechende Online-Portale oder den Kontakt zu regional tätigen Maklern und Bauträgern. Ergänzend können Suchanzeigen geschaltet werden.

Doppelhäuser können mit Einzel- oder Gemeinschaftskrediten finanziert werden. Man kann also jede der Doppelhaushälften separat finanzieren oder aber gemeinsam einen Kredit für das gesamte Doppelhaus aufnehmen. Beide Optionen haben ihre Vorteile und Risiken, weshalb sich Bauherren diesbezüglich unbedingt professionell beraten lassen sollten. 

Autorin Sarah Völkl

Sarah Völkl hat Architektur studiert und ist seit Jahren das Gesicht von a better place. Mit ihren Videos ist sie bei YouTube vielen Personen schon länger bekannt. Sarah teilt Ihr Wissen jetzt auch bei den Bautipps von Almondia.
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