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Lüften Sie richtig und vermeiden Sie Fehler

Jeder Mensch hat einen Frischluftbedarf von rund 30 Kubikmetern pro Stunde – aber die kommen nicht von allein in die Wohnung. Noch dazu verschmutzen oft Schadstoffe von PCs, Druckern oder Textilien unsere Raumluft. Wer gerne lange heiß duscht oder drinnen Wäsche aufhängt, füllt seine Zimmer mit Feuchtigkeit, die nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern auch den Wänden zusetzt und Schimmel begünstigt. Regelmäßiges und richtiges Lüften ist für gesundes Wohnen also unabdingbar. Wie Sie richtig lüften, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lüften Sie am besten mehrmals täglich kurz und stark, anstatt die Fenster stundenlang gekippt zu lassen.
  • Vor allem wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind, sollten Sie morgens, abends und am Wochenende besonders gründlich lüften.
  • Räume werden unterschiedlich genutzt, und dementsprechend sind in Bad, Küche und Schlafzimmer auch Besonderheiten beim Lüften zu berücksichtigen.

Beachten Sie beim Lüften:

DOs:

  • Stoßlüften: Öffnen Sie viermal täglich das Fenster komplett und lüften Sie dann je nach Jahreszeit für einen kurzen Zeitraum: im Winter 5 Minuten, im Herbst und Frühling 10 bis 15 Minuten, im Sommer ca. 20 Minuten, und bei richtig heißen Temperaturen oder im Hochsommer sogar bis zu 30 Minuten.
  • Fenster nachts gekippt lassen: In der Nacht gibt Ihr Körper besonders viel Flüssigkeit ab. Um diese zu regulieren, empfiehlt es sich, die Fenster nachts in den Schlafräumen, zumindest bei warmen Temperaturen, gekippt zu halten
  • Morgens und abends durchlüften: Sind Sie tagsüber zum Beispiel wegen der Arbeit nicht zu Hause, sollten Sie versuchen, morgens und abends insgesamt mindestens dreimal kräftig durchzulüften und ansonsten am Wochenende häufiger frische Luft hineinzulassen.
  • Bei wärmegedämmten Häusern länger lüften: Falls das Eigenheim gedämmt ist, muss noch länger gelüftet werden, da kein Luftaustausch durch undichte Stellen in den Wänden erfolgt. Natürlich ist eine gute Dämmung trotzdem sehr zu empfehlen.
  • Im Hochsommer die Dunkelheit nutzen: Wenn es richtig heiß wird, empfiehlt es sich, länger vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang zu lüften, da die Außentemperaturen hier noch am kühlsten sind
  • Bad und Küche öfter lüften: Das Bad und die Küche sollten Sie vor allem nach dem Duschen oder Kochen häufiger lüften. Diese Räume sind in der Regel die feuchtesten und deshalb besonders schimmelanfällig.
  • Querlüften: Öffnen Sie beim Lüften die Fenster und Türen in mehreren Räumen gleichzeitig, damit die abgestandene Luft und Feuchtigkeit durch den Zug hinausbefördert wird.
  • Neubauten häufiger lüften: Leben Sie in einem Neubau oder wurde Ihr Haus erst kürzlich frisch saniert? Dann sollten Sie besonders häufig lüften, da sich in beiden Fällen noch Baufeuchte im Gebäude befindet. Diese sollte bei Beachten dieser Regel aber nach ein bis zwei Jahren entwichen sein.
  • Auch bei Regenwetter nicht auf das Lüften verzichten: Die Außenluft ist frischer und trotz Regen meist noch trockener als die abgestandene Zimmerluft.

DONTs

  • Energie verschwenden: Falls Sie längere Zeit lüften oder das Fenster gekippt lassen, schalten Sie die Heizung besser aus.
  • Schimmel unterstützen: Kondenswasser an den Fenstern kann ein Zeichen für unzureichende Lüftung sein. Die beschlagenen Fenster zeigen nämlich an, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum sehr hoch ist, was die Schimmelbildung begünstigt.
  • Möbel direkt an die Wand stellen: Feuchtigkeit setzt sich vor allem in kühleren Räumen ab – im Winter ist das bei den meisten das Schlafzimmer. Damit es hier also zu keinem Feuchteniederschlag kommt, sollten Sie die Möbel in etwa 10cm Entfernung von der Wand aufstellen.
  • Überheizen: Im Winter neigen viele dazu, die Heizung nach dem Lüften noch höher zu stellen, um den Kälteeinzug auszugleichen. Das ist aber keine gute Idee, da sich die Raumtemperatur von selbst wieder anpasst. Durch Überheizen nimmt letztlich die Luftverschmutzung durch die erhöhte Schadstoff- und Staubkonzentration zu und Ihre Schleimhäute trocknen schneller aus.
  • Im Sommer Kellerräume tagsüber lüften: Warme Luft an den kalten Kellerwänden führt besonders schnell zu Feuchteniederschlag, was in der Folge wiederum die Schimmelbildung begünstigt.
  • Wäsche in der Wohnung trocknen: Noch nasse Wäsche gibt natürlich besonders viel Feuchtigkeit ab und verringert so die Luftqualität. Sollte es mal nicht anders gehen: zusätzlich lüften.
  • Gegen die Lüftungsanlage lüften: Wenn Lüftungsanlagen in der Wohnung vorhanden sind, sollte nicht zusätzlich manuell gelüftet werden, da so Energie verschwendet wird. Falls eine solche Anlage aber beispielsweise nur im Bad angebracht ist, müssen die anderen Räume natürlich wie gewohnt gelüftet werden.
  • Die Heizung während dem Lüften abschalten: Wenn Sie nur mal wieder kurz durchlüften, sollten Sie die Heizung währenddessen auf keinen Fall abschalten, da ein Wiederaufheizen der Räume deutlich mehr Energie verschwendet als das Halten einer Temperatur.
  • Luftbefeuchter benutzen: Die Anschaffung eines Luftbefeuchters ist grundsätzlich eher überflüssig. Die Raumluft ist meist ohnehin schon zu feucht und wird außerdem spätestens in unseren Bronchien und der Lunge erwärmt und befeuchtet. Ausgenommen hiervon bleibt natürlich der Fall, dass Sie unter gesundheitlichen Beschwerden leiden.
  • Im Winter mit gekipptem Fenster lüften: Wenn Sie mit gekipptem Fenster lüften, dauert es bis zu einer Stunde, bis die Raumluft vollständig ausgetauscht ist. In der Zwischenzeit kühlen die Wände und Decken ab. Das Zimmer dann wieder auf eine angenehme Temperatur zu bringen, kostet sehr viel unnötige Energie.

Wenn Sie der Schimmelbildung in den eigenen vier Wänden also etwas entgegensetzen und obendrein noch etwas für Ihre Gesundheit tun möchten, sollten Sie die oben erläuterten Tipps unbedingt einmal ausprobieren. Falls trotzdem noch etwas unklar geblieben sein sollte, können Sie sich selbstverständlich gerne an unsere Experten wenden.

2 Kommentare zu “Lüften Sie richtig und vermeiden Sie Fehler

  1. Ein sehr interessanter Artikel. In unserer Altbauwohnung kam neben richtigem Heizen und Lüften auch ein Luftentfeuchter zum Einsatz. Hygrogatgesteuert schaltet dieser bei Erreichen der gewünschten Luftfeuchtigkeit automatisch ab und spart so Energiekosten.
    Das Fenster im Sommer auf Kipp stehen zu lassen, war in unserem Fall auch leider nur in den Sommermonaten möglich

  2. Danke für die guten Informationen zum richtigen Lüften. Bekannte hatten öfters die Fenster angekippt. Dadurch mussten sie mehr heizen als wirklich notwendig. Andere wiederum lüften zu wenig, was die Luftfeuchtigkeit unnötig erhöht.

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