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Holzhaus vs. Massivhaus – alle Vor- und Nachteile auf einen Blick

Die typische Siedlung in Deutschland: Lange Reihen von Massivhäusern aus Stein. Doch zunehmend lichten sich die Reihen, und zwischen steinernen Mauern erwachsen Holzhäuser. Oft stoßen wir bei Holzhäusern auf Baustile, die wir aus skandinavischen Ländern kennen – das Schwedenhaus. Oder auf den Stil der altehrwürdigen, urigen Blockhäuser aus Holz, wie es sie in Bayern gibt. Es entstehen aber auch eigenwillige moderne Kreationen aus Holz, die keiner Schablone folgen. Den Möglichkeiten des Baustoffs Holz scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Auch der neuen Beliebtheitswelle nicht. Aber was hat es mit den Holzhäusern auf sich? Welche Vor- bzw. Nachteile weisen sie gegenüber den Massivhäusern auf? Und: Könnte ein Holz- statt einem Massivhaus möglicherweise auch etwas für Sie sein? Das Duell Holzhaus vs. Massivhaus ist eröffnet!

Das Wichtigste in Kürze

  • Holz ist ein vielseitiger Baustoff. Bauzeiten sind vergleichsweise kurz und kostengünstig.
  • Holzhäuser sind im Allgemeinen aufwendiger in der Wartung.

Das Holzhaus Holzhäuser sind der Definition nach solche Häuser, deren Tragwerk aus Holz gebaut ist. Sie können entweder vollständig oder überwiegend aus Holz errichtet sein. Wenn das der Fall ist, ist es – für den Begriff – unwichtig, ob für die Wandfüllung beispielsweise Stein verwendet wurde.  Es gibt verschiedene Bauweisen für Holzhäuser: Umgebindehäuser, Blockhäuser oder Holzständer- und Holztafelbauweise. Der Unterschied liegt nicht nur im Stil, sondern v.a. in der Konstruktion, z. B. den Holzanteil der Außenwände betreffend. So ist beispielsweise ein Blockhaus vollständig aus Holz gebaut, während bei einem Umgebindehaus zumeist nur der Rahmen aus Holz ist.

Vor- und Nachteile Holzhaus vs. Massivhaus

Letztlich haben beide Baustoffe, Ziegel und Holz, ihre Besonderheiten und damit ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. Es lässt sich daher nicht pauschal sagen, welches Material das bessere ist. Vielmehr sollte jeder Bauherr einmal grundlegend darüber nachdenken, welche Bauweise seinen Vorstellungen und Bedürfnissen besser entspricht. Folgend finden Sie eine Gegenüberstellung von Holz- und Steinbauweise.

Vorteile Holzhaus / Nachteile Massivhaus

  • Holz ist ein Baumaterial, das für viele Varianten des Hausbaus geeignet ist. Ob es sich um eine Fertighausvariante, ein Bausatzhaus, ein massives Blockbohlenhaus oder auch um ein Architektenhaus handelt – mit Holz ist einiges möglich, von traditonellen bis hin zu sehr modernen Erscheinungsbildern.
  • Die Bauzeit eines Holzhauses ist i.d.R. deutlich geringer als die Bauzeit von einem vergleichbaren Massivhaus – das spart natürlich Kosten.
  • Holz ist ein nachhaltiger Baustoff. Der Baustoff wächst nach und kann aus regionalen Beständen stammen. Aber auch Ziegel sind ein natürlicher Baustoff, der im Idealfall ohne größere Anfahrtswege verbaut werden kann. Dennoch fällt die ökologische Bilanz des Baustoffs Holz besser aus.
  • Holzhäuser benötigen weniger Heizenergie. Denn der Baustoff Holz hat sehr gute, selbstregulierende Isoliereigenschaften bei geringem Platzverbrauch. Trotz dünner Wände dringt im Winter kaum Energie nach draußen und im Sommer kaum Hitze nach drinnen. Das liegt einerseits an den physikalischen Eigenschaften des natürlichen Baustoffs Holz, andererseits auch an den ausgefeilten Konstruktionen, die mit diesem Baustoff möglich sind. Damit sind beste Voraussetzungen für eine staatliche Förderung gegeben. Zum Beispiel können die Förderkriterien der staatlichen KfW-Förderbank gut erfüllt werden. Bei Ziegelbauten lässt sich zwar auch eine hohe Dämmwirkung erzielen (z. B. durch zweischalige Bauweise), allerdings ist hier mit erheblich mehr Aufwand und höheren Kosten zu rechnen.
  • Gesundheitliche Vorteile: Die Holzbauweise ist nachweislich für Allergiker und Asthmatiker zu empfehlen. Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben (offenporige Struktur), sodass das Klima selbstständig auf 45 – 55 % Luftfeuchtigkeit reguliert wird. Das schafft eine gesundheitsfördernde Umgebung und hat eine beruhigende Wirkung auf die Atemwege und Schleimhäute. Natürlich können auch bei Ziegelbauten gute Werte für das Raumklima erreicht werden. Dies ist insbesondere bei gemauerten Innenwänden der Fall, denn auch Ziegel können Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Allerdings sind die Kosten für ein komplett gemauertes Haus erheblich höher und die positiven Auswirkungen auf das Raumklima geringer.

Nachteile Holzhaus / Vorteile Massivhaus 

  • Das Massivhaus hat bessere schallisolierende Eigenschaften als das Holzhaus. In einem Holzhaus wird man stets mehr als im Massivhaus hören – sowohl von seinen Mitbewohnern als auch von Geräuschen von draußen. Der beste Standort für ein Holzhaus liegt sicher nicht an einer stark befahrenen Straße.
  • Holz ist ein natürlicher Baustoff, der über das Jahr hinweg gewisse Bewegungen durchmacht. Man spricht auch davon, dass der Baustoff Holz arbeitet oder davon, dass Blockhäuser sich setzen. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, dennoch muss diese Besonderheit beachtet werden, wenn z. B. neue Leitungen verlegt werden sollen oder andere größere bauliche Maßnahmen vorgenommen werden sollen. Es müssen stets Spielräume einberechnet werden.
  • Holz wird durch Witterungen stärker beeinflusst, als es bei einem Massivhaus der Fall ist. Wenn sich die Fassade beispielsweise nicht in der Farbe verändern soll, muss regelmäßig Lack aufgetragen werden (je nach Haustyp alle 4-8 Jahre). Auch diese Kosten sollten miteinberechnet werden.
  • Der Wiederverkaufswert ist i.d.R. bei einem Ziegelbau höher als bei einem Holzhaus. Allerdings ist bei sehr gut gearbeiteten Holzhäusern nicht unbedingt ein Nachteil in Sachen Wiederverkaufswert und Lebensdauer zu erwarten.
  • Wenn beim Bau eines Holzhauses nicht nach höchsten Qualitätsstandards gebaut wird, kann das zu vergleichsweise großen Folgeschäden führen. Wenn beispielsweise durch Baufehler stehendes Wasser im Haus auftritt, kann das den Baustoff Holz schwer beschädigen. Sanierungen können beim Holzhaus sehr aufwendig werden.
  • Massivhäuser haben nicht zu Unrecht den Ruf, dass sie besonders robust und unempfindlich sind. Zum Beispiel ist im Falle eines größeren Wasserschadens eine Ziegelwand leichter zu sanieren, als es dies bei einem Holzhaus der Fall ist. Denn eine Holzwand verzeiht eine Durchfeuchtung schwerer – hier muss großflächiger saniert werden.
  • Zudem ist ein Holzhaus anfälliger für Ungeziefer- und Schimmelpilzbefall, was eine entsprechende, i.d.R. regelmäßige Behandlung der Materialien erfordert. Bei falscher Auswahl der Materialien für die Oberflächenbehandlung kann dies wiederum zu gesundheitsschädlichen Ausdünstungen führen. Bei richtiger Behandlung ist dieses Problem aber zufriedenstellend zu lösen.
  • Anbauten sind bei einem Holzhaus schwieriger durchzuführen als bei einem Massivhaus.
  • Möglicherweise zeigen sich in einem Holzhaus ein paar knarrende Stellen. Von einem knarrenden Ziegel in einem Massivhaus wurde bislang noch nichts berichtet.

Fazit

Heute sind etwa 15 % aller Neubauten Holzhäuser. Die Tendenz ist steigend. Das hat gute Gründe. Und es handelt sich dabei nicht nur um die gegenüber einem vergleichbaren Massivhaus in Ziegelbauweise geringeren Kosten. Insbesondere sind das heute ausgeprägte ökologische Bewusstsein, eine gute Wohnatmosphäre sowie gesundheitliche Vorteile zu nennen. Natürlich sind die geringeren Bau- sowie Heizkosten beim Holzhaus auch ein stichhaltiges Argument. Außerdem ist es auch von Vorteil, dass ein Holzhaus i.d.R. erheblich schneller fertiggestellt und bezugsfertig ist. Auch entspricht die Vorstellung, dass Massivhäuser immer robuster, langlebiger und wertbeständiger, als Häuser aus Holz es sind, nicht der Realität – z. B. ist ein hochwertiges Blockhaus gegenüber dem Steinhaus hinsichtlich dieser Attribute keineswegs im Nachteil.

Dennoch: Wer bereits längere Zeit in einem Massivhaus gewohnt hat, der wird sich in ein Holzhaus neu eingewöhnen müssen. Das liegt z. B. an den geringeren schallisolierenden Eigenschaften und den unterschiedlichen Maßnahmen der Instandhaltung, die ein Holzhaus gegenüber dem Massivhaus aufweist. Auch mag für den einen oder anderen das Knacken der Bohlen während der Setzung eines Blockhauses befremdlich wirken – der Setzungsprozess dürfte aber nach 4 Jahren vollständig abgeschlossen sein. Für andere ist das Knacken und ggfs. Knarren einiger Stellen im Haus wiederum etwas Schönes. Denn so erinnert das Haus daran, dass es aus natürlichen Baustoffen besteht und eben auch lebt.

Die Entscheidung Holzhaus vs. Massivhaus wird im Endeffekt vom Bauherrn allein getroffen. Am besten ist es, einmal ein paar Nächte in einem Holzhaus zu verbringen, um die Wohnatmosphäre aus erster Hand einschätzen zu können. Viele Anbieter bieten ein solches Probewohnen tatsächlich an. Nutzen Sie das – danach fällt Ihnen eine Entscheidung sicher leichter.

Fragen Sie uns!

Sie sind sich der Vor- und Nachteile bewusst und können sich trotzdem noch nicht entscheiden, in welcher Bauweise Ihr neues Eigenheim errichtet werden soll? Oder finden Sie einfach nicht das richtige Bauunternehmen für Ihren Hausbau? Dann vereinbaren Sie einen Telefontermin mit uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter und finden garantiert die für Sie passende Bauweise und das für Ihr Vorhaben passendste Bauunternehmen! Die Almondia-Bauherrenberater freuen sich auf Sie!

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