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Der Traum vom Holzhaus

Nicht wenige, die vom Eigenheim träumen, haben dabei ein Bild von einem Holzhaus vor Augen. Egal ob in Form einer reinen Holz- oder als Mischbauweise in Kombination mit Stein, Edelstahl oder Glaselementen – der Naturbaustoff Holz wirkt stets stilvoll und gleichzeitig einladend. Wie die Grafik zur Nachfrage verschiedener Fassadentypen zeigt, steigt auch der Wunsch nach Fertighäusern mit Holzfassade bzw. mit einer Kombination aus Holzfassadenelementen und anderen Baustoffen. Bei der reinen Holzbauweise wird nicht nur zwischen Haustypen wie Bungalow, Einfamilien- oder Reihenhaus differenziert, sondern vor allem zwischen drei Grundmodellen, die sich hinsichtlich Struktur und Bauweise unterscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt drei Grundmodelle von Holzhäusern, welche sich hinsichtlich Struktur und Bauweise unterscheiden: Das Vollstamm- bzw. Blockhaus, die Holzständer- und die Holztafelbauweise.
  • Berücksichtigen Bauherren die Prinzipien des konstruktiven Holzschutzes, wird der Einsatz chemischer Holzschutzmittel meist überflüssig.
  • Die Verwendung langlebiger, regionaler Holzarten und die Vermeidung von Holzabfallprodukten machen Holz zu einem nachhaltigen und ökologisch wertvollen Baustoff.
Ausschnitt aus einem Blockhaus
Haus im Blockhausstil

Das Vollstamm- bzw. Blockhaus

Die Grundstruktur dieses traditionellen Holzhaustyps besteht aus Vollstämmen bzw. Rundhölzern, an denen an der Innen- und Außenseite Holzplanken angebracht werden. Die Hohlräume werden mit speziellen Dicht- und Dämmstoffen gefüllt. Bei der Verwendung entsprechender Hölzer garantiert diese Bauweise eine extreme Langlebigkeit und Beständigkeit der Häuser. Da das Vollstamm- bzw. Blockhaus seinen Ursprung in Skandinavien hat, wird es häufig auch als „Schwedenhaus” bezeichnet.

Holzständerbauweise

Die Holzständerbauweise ist in Deutschland besser als Fachwerkbau bekannt. Die tragende Konstruktion wird in der sogenannten Skelettbauweise ausgeführt, bestehend aus senkrechten und horizontalen Holzbalken, welche als Holzständer und Querverbindungen fungieren. Diagonale Bretter oder Streben tragen zusätzlich zur Stabilität des Grundgerüstes bei. Das Skelett wird von einer Fassade umhüllt und die Zwischenräume mit Holz oder anderen dämmenden Materialien verfüllt. Die Wände im Inneren dieses Haustyps haben keine tragende Funktion. So ermöglichen Fachwerkbauten eine sehr flexible Grundrissgestaltung.

Holztafelbauweise

Diese Bauweise ist eine der am weitesten verbreiteten unter den Fertighäusern aus Holz, was vor allem der raschen Bauzeit aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades der Bauteile geschuldet ist. Die Häuser bestehen aus selbsttragenden, flächigen Holztafeln, welche beidseitig mit Vollholz oder Holzwerkstoffen beplankt und mit Dämmstoffen verfüllt werden. Die modulare Tafelbauweise bringt den Vorteil einer flexiblen Gesamtgestaltung des Hauses und der Grundrisse mit sich.

Ist Holz gleich Holz?

Bei der Wahl der richtigen Holzart sollte man vor allem auf Aspekte wie Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit achten, wie sie zum Beispiel Lärchen- oder Zederholz bieten. Unter ökologischen Gesichtspunkten ist die Verwendung regionaler Holzarten, die von lokalen Unternehmen verarbeitet werden, empfehlenswert. Doch nicht nur die Holzart ist entscheidend, auch hinsichtlich der Art der Verarbeitung gibt es Unterschiede. Neben den klassischen Holzprodukten wie Balken, Brettern und Platten gibt es mittlerweile auch eine große Palette an neuen „High-Tech Holzprodukten”, um den hohen Ansprüchen an moderne Holzbauweisen gerecht zu werden. Dabei wird der Ausgangsrohstoff meist aufgetrennt, zerspant oder zerfasert und im anschließenden Schritt wieder neu zusammen gesetzt. Die Eigenschaften des Holzes, wie etwa dessen Trocknung und Oberflächenbeschaffenheit, lassen sich durch  die Zugabe verschiedener Stoffe und durch spezielle Verarbeitungsmethoden verbessern. Durch eine Imprägnierung mit wasserabweisenden Stoffen kann Holz beispielsweise gegen Schimmelpilze, Fäulnis oder Holzschädlinge resistenter gemacht werden. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen und mechanischer Beanspruchung werden Lacke, Wachse und Öle verwendet. Durch die Zugabe von Pigmenten kann dadurch auch die Holzfarbe verändert bzw. die natürlich Maserung des Holzes unterstrichen werden. Eine mit Wachs imprägnierte Deutsche Kiefer weist beispielsweise eine um 20-80 % höhere Druckfestigkeit (Widerstand des Holzes gegen Zerstörung des Holzes durch Druck) auf als unbehandeltes Holz.

Holzschutz – konstruktiv vor chemisch!

Man muss sich stets ins Bewusstsein rufen, dass Holz ein Naturmaterial ist – es arbeitet, ist folglich weniger beständig als etwa Beton und erfordert zudem eine aufwendigere Pflege. Feuchtigkeit, Wärme, Frost, Korrosion und Luftschadstoffe gelten als die natürlichen Feinde der Holzhäuser. Um Problemen wie Schimmel oder Schädlingsbefall präventiv entgegen zu wirken, empfiehlt sich die Anwendung von Prinzipien des konstruktiven Witterungsschutzes sowie – wenn notwendig – der Einsatz chemischer Holzschutzmittel. Das oberste Prinzip in Sachen Holzschutz lautet jedoch: Konstruktiv vor chemisch!

Konstruktiver, das heißt baulicher, Holzschutz wird bereits in der Planung mitgedacht: Effektiver konstruktiver Holzschutz hilft vor allem gegen Feuchtigkeit. Deshalb ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass die tragenden Hölzer kaum mit Umwelteinflüssen wie Regen oder Schnee in Berührung kommen. So sollten beispielsweise ausreichend große Dachüberstände sowie eine gute Isolierung zum Erdreich miteingeplant und Stellen, an denen Wasser nicht ordentlich abrinnen kann, vermieden werden. Fachkundig geplante Holzbauhäuser benötigen meist keinen oder nur einen minimalen chemischen Holzschutz.

Vorbeugender chemischer Holzschutz für tragende und aussteifende Holzbauteile ist durch die DIN 68800 geregelt. Diese ordnet die verschiedenen Holzbauteile in Gefährdungsklassen ein, welche die Ansprüche an Holzschutzmittel und deren Wirkstoffe definieren. In Abhängigkeit von der Wahl der Holzart sowie der Funktion des Bauteils ist die Anwendung eines chemischen Holzschutzes also nicht immer zwingend notwendig. Falls doch, muss der  Schutzanstrich in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, was einen gewissen Wartungsaufwand mit sich bringt.

Wohnen im Holzhaus – ökologisch und preiswert?

Holz ist nur dann ein nachhaltiger Rohstoff, wenn hinsichtlich der Bewirtschaftungsweise das Prinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung berücksichtigt wird. [ads-pullquote-right]Mit Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung ist ein Holzhaus durchaus umweltfreundlich.[/ads-pullquote-right]Dieses erlaubt nur so viel Holz zu entnehmen, wie auch wieder nachwachsen kann. Zudem soll die Entstehung von Holzabfallprodukten vermieden werden. Holzreste lassen sich vielfältig einsetzen: Neben Schnittholz kann man aus ihnen auch Holzwerkstoffe, wie Hackschnitzel oder Späne, sowie Reststoffe für Pellets gewinnen.

Was spricht neben der Nachhaltigkeit für den Rohstoff Holz? Auch die Schadstoffemissionen bei der Herstellung von Holzbaustoffen sind im Vergleich zu anderen Baustoffen in konventionellen Produktionsverfahren relativ gering. Ein weiterer Vorteil des Naturbaustoffs Holz ist dessen Recyclebarkeit. Holzbauteile können oft zwei oder drei Mal verwendet werden, wie dies beispielsweise bei Fachwerkhäusern üblich ist. Das heißt, dass schon einmal verbaute Holzbalken alter Häuser nach einer Überprüfung ihres Zustands durch einen Experten für die Errichtung neuer Fachwerkshäuser verwendet werden. Unbehandelte Hölzer – egal ob ein- oder mehrmals verbaut –  lassen sich außerdem selbst nach langer Lebensdauer wieder in den Stoffkreislauf zurückführen.

Wie aber sieht es mit den Kosten aus? Entgegen der weit verbreiteten gegenteiligen Annahme ist der Bau eines Holzhauses leider nicht unbedingt günstiger als herkömmliche Fertighäuser. Je nach Holzart und Qualität können Holzhäuser sogar etwas teurer als Fertighäuser in Massivbauweise sein. Die zahlreichen ökologischen, planerischen und gesundheitlichen Vorteile gleichen diesen kleinen Wehrmutstropfen allerdings wieder aus.

Sie träumen auch vom Holzhaus? Unsere unabhängigen Experten beraten Sie gerne und beantworten Ihre Fragen individuell. Wollen Sie sich erst einmal grundlegend über Ihre Möglichkeiten informieren, nutzen Sie dazu doch unser kostenloses Planungstool. Wir freuen uns auf Sie!

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