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Tipps für Eigenleistungen beim Hausbau

Was können Bauherren beim Hausbau selber machen?

Das Wichtigste in Kürze
Je nach Ausbaustufe Ihres Hauses entstehen unterschiedliche Möglichkeiten der Eigenleistung. 
Stellen Sie immer eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf, auch wenn Sie eigene Netzwerke und Ressourcen einbringen.

Der Bau Ihres Fertighauses wird teurer oder günstiger, je nachdem wie viel Eigenleistung Sie erbringen. Viele Bauherren fragen sich deshalb, für welche Ausbaustufe sie sich entscheiden sollen. Dafür gilt es zunächst zu klären, inwieweit Sie selbst handwerklich am Hausbau beteiligt sein wollen.

Legen Sie Wert auf fachmännische Einschätzung, Schnelligkeit und Präzision oder sind Sie mit Leidenschaft und genauso gründlich selbst am Prozess des Schaffens beteiligt? Verfügen Sie über ein Netzwerk aus Fachkräften oder Hobbymalern, die Sie gern am Hausbau beteiligt sähen? Zeigen Sie Geschick an Dingen wie Schreinerarbeiten?

Tabelle: Welche Ausbaustufe passt zu Ihren Fähigkeiten?

Ausbaustufe: RohbauAusbaustufe: TechnikfertigAusbaustufe: Schlüsselfertig
Entscheiden Sie sich für einen Rohbau, sind Ihrem Schaffen so gut wie keine Grenzen gesetzt. Sie machen sich damit für die Technik des Hauses, den Trockenbau und Malerarbeiten verantwortlich.Ein technikfertiges Haus verlangt u.a. Kenntnisse im Anbringen von Sanitärobjekten und Trockenbau.Ist das Haus am Ende schlüsselfertig, sind keine oder nur geringe kreative
Arbeiten am Haus notwendig.

In unserem Artikel zu Ausbaustufen: schlüsselfertig, technikfertig, ausbaufertig finden Sie detaillierte Erklärungen der einzelnen Begriffe – und die Informationen zu den Tücken dieser Herstellerbezeichnungen.

Tipp: Nehmen Sie sich im Voraus Zeit, Ihre Wünsche mit den Ausbaustufen in Einklang zu bringen!

Ressourcen erfassen

Fertig für den Innenausbau in Eigenleistung
Ausbaustufe technikfertig: Malerarbeiten werden noch in Eigenleistung gemacht

In Beratungsgesprächen haben uns Bauherren immer wieder gefragt, ob es überhaupt gesetzlich erlaubt sei, Freunde am Hausbau zu beteiligen oder ob sie sich dabei um illegale Schwarzarbeit handeln würde. Grundsätzlich gelten Freundschaftsdienste von Familienmitgliedern, Nachbarn oder Bekannten nicht als Schwarzarbeit. Sie befinden sich sogar dann noch im legalen Rahmen, wenn Sie eine geringe Summe als Entschädigung für die Hilfe vereinbaren. Die Arbeit darf aber nicht langfristig an Gewinn orientiert sein.

Während rechtlich gesehen also nichts dagegen spricht, Unterstützung von Freunden beim Hausbau in Anspruch zu nehmen, sollte dennoch unbedingt geklärt werden, ob sich die Eigenleistungen überhaupt lohnen. Denn für Schäden durch in Eigenleistung durchgeführte Arbeiten haftet natürlich der Bauherr selbst – und das kann im schlimmsten Fall richtig teuer werden. Und auch wenn keine größeren Schäden entstehen, verzögert sich der gesamte Bau häufig durch einen zu kurz kalkulierten Zeitraum für die Eigenleistungen. Wenn die beauftragte Baufirma nicht pünktlich anfangen kann, müssen Bauherren mit hohen zusätzlichen Kosten rechnen. Deshalb lohnt es sich, sich vor Baubeginn einen individuellen Kosten-Nutzen-Katalog mit Blick auf Ihr Netzwerk und Ihre eigenen Ressourcen zusammenzustellen. Hier sollten folgende Fragen geklärt werden: 

  • Gibt es im Bekanntenkreis Fachleute, zum Beispiel einen Elektriker, der Ihnen ein günstiges Angebot machen würde?
  • Verfügen Sie selbst zum Beispiel über Malererfahrung oder trauen sich zu, kleinere handwerkliche Arbeiten zu übernehmen?
  • Wie viel Arbeitsaufwand und welche Materialkosten würden bei Eigenleistungen am Haus auf Sie zukommen? 
  • Haben Sie Angebote zuständiger Firmen eingeholt und diese mit den geschätzten Kosten für die Eigenleistung abgeglichen? 

Tipp: Arbeiten, die auf eigener Erfahrung basieren, sind zuverlässiger abzuschätzen als zum Beispiel Empfehlungen in Youtube-Tutorials.

Achtung! Eigenleistung heißt auch immer Eigenverantwortung: Im Falle eines Schadens haften Sie selbst!

Für Laien gut durchzuführende Handwerksarbeiten und Sparpotenziale

Aufgrund der oben genannten möglichen Risiken von falsch kalkulierten oder fehlerhaft durchgeführten Eigenleistungen, sollten Laien von der Installation von Elektrik, Heizungs- und Sanitärtechnik lieber die Finger lassen. Gut durchzuführende Arbeiten für handwerklich durchschnittlich begabte Bauherren sind das Anlegen des Gartens, Malern, Tapezieren und das Verlegen des Fußbodens. Für den Garten sollten Bauherren eine Arbeitszeit von ca. 40 Stunden einplanen, gespart werden können hier ca. 1 800€. Für Malern und Tapezieren sollten ca. 160 Stunden veranschlagt werden, das Sparpotenzial beträgt hier 7 500€. Für Fußböden fallen ca. 65 Stunden an und für das Verlegen von Fliesen 100 Stunden. Hier sparen Bauherren im Bestfall 2 800€ bzw. 4 200€.

Checkliste: Eigenleistungen für Laien

  • Malerarbeiten
  • Verlegen von Böden
  • Anbringen von Beleuchtung und Accessoires wie Handtuchhaltern, Türklinken und Steckdosen
  • Garten- und Außenanlagenarbeiten

Fazit

Tipp: Es rentiert sich häufig nicht, sich diverse Skills neu und unter Zeitdruck anzueignen.

Um sicherzugehen, dass Sie das Beste aus Ihrem Geld und Ihrer Zeit machen, ist es in jedem Fall sinnvoll, Einsparpotenziale durch das Verhältnis von Material- und Arbeitskosten zu ermitteln. In unserem Artikel Baukosten sparen durch die richtige Ausbaustufe zeigen wir, wo Sie am einfachsten Geld sparen können. Am Ende ist entscheidend, inwieweit Sie sich am Hausbau beteiligen möchten und was sich tatsächlich lohnt. Sie sollten sich grundsätzlich darüber im Klaren sein, dass Ihr Haus unter Umständen sowohl zeitlich als auch finanziell eine Investition fürs Leben ist. Je nach Hang zu Perfektion oder Individualismus, trauen Sie sich ruhig, Zeit und Geld zu investieren!  

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