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Wie lange dauert der Rohbau eines Hauses?

Stellen Sie sich vor, Sie feiern mit Ihren Freunden über einem Glas Sekt das Richtfest Ihres neuen Hauses. Einen großen Streckenabschnitt auf dem Weg zum fertigen Eigenheim haben Sie damit bereits überwunden. Doch wie lange dauert der Haus-Rohbau eigentlich und wie viele Gewerke braucht es, bis der Rohbau fertig ist? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden? In diesem Artikel möchten wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Rohbau aufgreifen und Antworten liefern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Rohbau bezeichnet ein neues Bauwerk, dessen Fundament, äußere und tragende Wände und Dachkonstruktion fertiggestellt wurden.
  • Die Rohbauarbeiten sollten nicht im Winter beginnen oder stattfinden, da dies Risiken für die Bausubstanzen birgt. Sollte dies nicht vermeidbar sein, muss das Bauunternehmen die Baustelle präparieren.
  • Die Rohbau-Dauert beträgt in etwa 3 Wochen. Danach sollten Sie circa 7 Monate zur Vollendung des Hauses einplanen.

Was beinhaltet der Rohbau?

Nachdem die komplette Planung bis ins letzte Detail vorgenommen wurde, das Bauvorhaben behördlich abgesegnet und die Vertragsdokumente mit dem Bauunternehmen unterschrieben und geklärt sind, geht es nun an den Rohbau. Doch oftmals fragen sich Bauherren, welche Leistungen eigentlich zum Rohbau gehören. Eine präzise Definition für die Bauphase des Rohbaus ist gar nicht so einfach.

Der Rohbau bezeichnet ein neues Bauwerk, dessen Fundament, äußere und tragende Wände und Dachkonstruktion fertiggestellt wurden.

Beim Vergleich von Bauunternehmen und dessen Angeboten stoßen Bauherren hin und wieder auf Begriffe wie “geschlossener Rohbau” oder “veredelter Rohbau”. Hier ist Vorsicht geboten. Oftmals verbirgt sich hinter solchen Begriffen reines Verkaufsvokabular und ein ungerechtfertigter Aufpreis für Einzelleistungen, die der entsprechende Bauherr in Eigenleistung erbringen könnte oder bereits bei der Wahl der Ausbaustufe berücksichtigen muss. Hierbei empfiehlt sich immer eine unabhängige Angebotsprüfung.

Der Bauherr muss sich im Voraus mit dem Bauträger auf die entsprechenden Materialien, Gewerke und Steine einigen. Die Flexibilität der Baufirmen und die Möglichkeit, auf Einzelwünsche des Bauherren einzugehen, hängt auch davon ab, ob sich der Interessent für ein Fertighaus oder ein Massivhaus entschieden hat. Beide Bauweisen haben ihre Vorteile und die Entscheidung ist mittlerweile eine Frage des Geschmacks und weniger eine Frage der Qualität.

Rohbau – Schritt für Schritt

Die Abstimmung mit den Bauträgern ist erledigt. Nun kann der Rohbau beginnen. Dazu sind folgende Schritte nötig.

Rohbau Schritt für Schritt

Baustelleneinrichtung und Erdarbeiten
Fundament und Bodenplatte
Vorbereitung des Anschlusses an Ver- und Entsorgung
Mauern und Dach

1. Einrichtung der Baustelle & Erdarbeiten

Der Bau beginnt und die Baustelle wird eingerichtet. Alle nötigen Baugeräte, Maschinen und Materialien, wie z.B. Bagger, Kräne und Zement werden angeliefert. Erste Erdarbeiten werden vorgenommen. Der Mutterboden wird abgetragen und in einigen Fällen für spätere Schritte zwischengelagert.

2. Fundament

Der nächste Schritt ist der Fundamentaushub und weitere Arbeiten für die Errichtung der Bodenplatte. Je nach Anforderungen des Untergrundes können hier die Tiefe, die Art der Dämmung und die Einbauteile, wie zum Beispiel Rohrdurchführungen, variieren. Beim Fundamentaushub ist ebenfalls zu beachten, dass sich die Preise pro abgetragenem Kubikmeter nach der Bodenklasse richten. Damit ist gemeint, dass zum Beispiel ein Aushub mit schwer lösbarem Fels das zehnfache des Kubikmeterpreises für Mutterboden kosten kann. Zunächst richtet der Bauträger eine sogenannte Sauberkeitsschicht von mindestens 5cm ein, wobei er meist Kies als Material verwendet, um die Feuchtigkeit von der Bodenplatte fernzuhalten. Darüber erstellt das jeweilige Bauunternehmen eine zusätzliche Isolierung durch PVC- oder PE-Folien. Der nächste Schritt ist das Gießen der Bodenplatte. Diese besteht aus Beton, der nach dem Gießen nicht zu schnell trocknen darf, da sonst Risse entstehen können.

Die Bodenklasse

Die Bodenklasse bestimmt den Preis pro abgetragenem Kubikmeter. Vor jedem Bauvorhaben fordert das ausführende Bauunternehmen ein sogenanntes Baugrundgutachten, das Auskunft über die Zusammensetzung des Untergrundes und dessen Tragfähigkeit gibt. Ebenfalls gibt es Aufschluss über die Bodenklasse: handelt es sich um normalen Mutterboden, Lehmboden, felsigen Untergrund oder andere Bestandteile? Das Baugrundgutachten wird meist vom Bauherren über einen Geologen bereitgestellt.

3. Ver-, Entsorgungsleitungen, erforderliche Schächte

Je nach Baubescheid verlegt die Baufirma die Abwasserrohre und weitere Schächte für Entsorgungs- und Versorgungsleitungen. Der richtige Anschluss erfolgt meist allerdings erst, nachdem noch weitere Bauphasen abgeschlossen sind.

4. Tragwerk & Dach

Als nächstes wird auf die getrocknete Bodenplatte das tragende Mauerwerk des Erdgeschosses aufgemauert. Alle nötigen Öffnungen und Details für Fenster usw. müssen dabei berücksichtigt werden. Bei einem Fertighaus werden oftmals fertige Komplettwände mit bereits eingebauten Fenstern und Rollläden angeliefert, aufgestellt und montiert.

Anschließend findet die Montage der Decke und aller dafür nötigen Elemente statt. Daraufhin wird der Dachstuhl planmäßig aufgestellt und verankert. Falls das Haus mit einen Kamin geplant wurde, wird der Schornstein oder ein Fertigteilkamin nach Vorschrift montiert und der Dachaufbau kann beginnen. Das heißt, dass nun die Schalung, Dämmung und Abdichtung des Dachs folgen.

Wie lange dauert der Rohbau eines Hauses?

Die Dauer des Rohbaus hängt davon ab, ob sich die Bauherren für ein Massivhaus oder ein Fertighaus entschieden haben. Ein Fertighaus wird oftmals schon innerhalb eines Tages aufgestellt, da die vorgefertigten Teile nur noch montiert werden müssen. Bei einem Massivhaus dauert der Vorgang im Schnitt circa 3 Wochen. Mittlerweile gibt es allerdings auch Mischformen zwischen Massiv- und Fertighaus. Solche „massiven Fertighäuser“ haben auch meist eine kurze Rohbauphase.

Wann sollten die Rohbauarbeiten beginnen?

Mindestens genauso wichtig wie die Dauer ist der Zeitpunkt der Rohbauarbeiten. Ist der Rohbau nämlich nicht ausreichend getrocknet und steht unbeheizt und teils offen den Widrigkeiten des Winters gegenüber, dann kann das zu langfristigen Schäden der Bausubstanz führen. Das in den Bausubstanzen enthaltene Wasser kann sich bei Frost ausdehnen und Risse verursachen. Falls der Bau des Hauses erst im Spätherbst beginnt, muss im schlimmsten Fall der Rohbau ohne Dach stehen gelassen werden, weil das Wetter kein Weiterarbeiten zulässt. So können Regen und Schnee uneingeschränkt in das Haus eindringen.

Rohbau in Musterhaussiedlung
Der Rohbau ist abgeschlossen ©2017 Almondia GmbH

Vor Beginn des Winters müssen ausreichende Vorbereitungen getroffen werden, z.B. das Schließen des Rohbaus, Vorheizen mit Elektroheizungen oder Abdecken der Mauergewerke mit Folie (bei offenem Rohbau). Es gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Lieber früh genug mit dem Bauen anfangen, sodass saisonale Wetterbedingungen den Bauherren nicht zum Feind werden.

Was kommt nach dem Rohbau?

Wurde der Rohbau vollendet und das Richtfest gefeiert, folgt als nächstes der Innenausbau. Zum Innenausbau eines Hauses gehören sowohl Estricharbeiten, Tür- und Fenstermontagen, Malerarbeiten und die Montage von Sanitäranlagen. Gerade bei sehr feuchtem Estrich ist es extrem wichtig, dass ihm genügend Zeit zum Trocknen gewährt wird. Hierbei ist die Koordinierung essentiell. Wenn sich die Estricharbeiten aus verschiedensten Gründen nach hinten verschieben, die Folgetermine zu Bodenarbeiten aber dem ursprünglichen Terminplan folgen, dann können Bodenbeläge auf feuchtem Estrich zu Schäden am Haus führen. Teilweise muss der Estrich bis zu zwei Monate trocknen, da es sonst im Haus zu Schimmelbefällen kommen kann, einer typischen Folge von Baupfusch.

Wie lange dauert es jetzt noch vom Rohbau bis zum Einzug?

Diese Frage ist relativ schwer zu beantworten und hängt von vielen Dingen ab, wie der Koordinierung aller am Bau Beteiligten, der vom Bauherren übernommenen Einzelleistungen, die vereinbarte Ausbaustufe (schlüsselfertig oder ausbaufertig etc.), dem Wetter und der Jahreszeit. Hiers sind sieben Monate meist die Regel.

Ob Sie sich nun für ein Fertighaus oder ein Massivhaus entscheiden, der Rohbau ist dabei der größte Schritt in Richtung Eigenheim. Finden Sie ein Bauunternehmen bei dem Sie sich gut aufgehoben fühlen und welches von vornherein zu Ihren Anforderungen passt, um bei diesem Schritt in guten Händen zu sein. Wenn Sie hier noch auf der Suche sind, dann kontaktieren Sie uns doch einfach direkt. Unsere Bauherrenberater helfen Ihnen gern weiter.

6 Kommentare zu “Wie lange dauert der Rohbau eines Hauses?

  1. Bei uns sind die Fenster vor der Auslieferung kaputt gesprungen. Der Besuch in der Glaserei brachte es fertig, dass die Scheibe wieder repariert wurde. Die Kosten für die Raparatur hat die Versicherung übernommen.

  2. Ich möchte ein Haus bauen lassen. Da frage ich mich, ob man die Bauarbeiten auch im Winter beginnen darf? Und wie lange dauert es, bis ein Haus fertig ist?

    1. Lieber Thomas, im Winter kann der Bau durchaus begonnen werden, wenn es die Witterung zulässt.
      Der reine Hausbau (ohne Planung) dauert in der Regel zwischen 6 bis 10 Monate, je nach Größe und Komplexität des Bauvorhabens.
      Lieben Gruß, Ihr Almondia-Team

  3. Das ein Fertighaus mittlerweile innerhalb eines Tages aufgestellt werden kann verblüfft mich. Wie weit die Bauunternehmen schon gekommen sind! Wir planen selber gerade den Bau unseres Hauses und das kommt definitiv für mich infrage.

  4. Wenn man ein Dach aus Glas für Sonnenschutz bauen möchte, kann hier mal Schauen.
    Diese Firma in Wels ist eine Glaserei und bietet einen Notdienst an. Die Öffnungszeiten sind nur nach Vereinbarung.

  5. Ich habe bis jetzt keinen Artikel gefunden, der wirklich Schritt für Schritt erklärt, wie eine Baustelle zum Haus wird. Ich persönlich finde die ersten schritte am faszinierendsten. Auf unserer Baustelle damals war der Beginn der Erdarbeiten der Moment, in dem ich zum ersten Mal wirklich realisiert habe, dass wir bald Hausbesitzer sind.

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