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WDVS – Wie dämmen Sie?

Um die Anforderungen der EnEV zu erfüllen und ganz nebenbei noch Energie zu sparen, müssen Sie sich als Bauherr  für eine passende Dämmvariante entscheiden. Am weitesten verbreitet sind Wärmedämmverbundsysteme – besser bekannt als WDVS. Hier erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile diese Form der Dämmung mit sich bringt und welche Alternativen Ihnen zur Verfügung stehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmedämmverbundsysteme bestehen aus mehreren Schichten, die aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt werden.
  • WDVS ist die in Deutschland gängigste Dämmmethode und dadurch auch die verhältnismäßig preiswerteste.
  • Energie zu sparen, ist die Grundidee von Dämmung. Die nicht abbaubaren Materialien, die häufig für Dämmung genutzt werden, verschaffen allerdings Minuspunkte im Bereich Nachhaltigkeit.

WDVS – das mehrschichtige System

WDVS-Schichten
WDVS-Schichten
©2017 Almondia GmbH)

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) sind seit den 1960er Jahren auf dem Markt. Sie bestehen aus unterschiedlichen Schichten, die geklebt, gedübelt, oder – bei „ungeeignetem“ Untergrund – auch mechanisch durch Schienen an der Fassade befestigt werden können. Rechnet man den Rohbau (1+2) samt Verklebung/Verdübelung (3) und die Farbgebung nicht mit ein, besteht das System aus drei Schichten: der Wärmedämmung (4), der Armierungsschicht (6) mit jeweiligem Unterputz (5+7) und dem Außenputz (8). Jeder Bestandteil kann in Umfang und Qualität variieren. Am häufigsten finden Sie folgende Auswahl vor:

Wärmedämmung

  • Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle)
  • ökologische Dämmung (z.B. Hanf)
  • Vakuumdämmplatten

Armierungsschicht    

  • besteht aus Unterputz und Glasfasergewebe (Gewebeeinlage), bestimmt die Haftung und die Auswahl des Außenputzes
  • organischer Armierungsmörtel

Außenputz

  • Silikatputze
  • Kunstharzputze
  • Silikonharzputze

Kleine Schönheitsfehler

Hauswand mit Algenbildung
Algenbildung an der Fassade
©2017 Almondia GmbH

In den 1970er Jahren waren mehrschichtige Systeme nur 2-5 cm dick. Heute müssen es schon bis zu 25 cm sein, um den Anforderungen der EnEV zu entsprechen. Dieser “Zwischenraum” lässt sich erfassen. Klopfen Sie an Hauswände! Sie werden merken, welche massiv bzw. monolithisch und welche mehrschichtig gebaut sind, letztere klingen hohl! Die Dübel, die ab einer bestimmten Stärke der Dämmung als haltendes Element benötigt werden, sind oft mit der Zeit an der Außenwand sichtbar: Kreise zeichnen sich ab! An dieser Stelle ist die Dämmung geschwächt. Hinzu kommen unter Umständen Algenwucherung und Schimmelbildung, die der Tauwasserbildung in der Fassade geschuldet sind. Dies sind alles Schönheitsfehler, einige bedürfen aber sicherlich ständiger Korrektur.

Was muss der Geldbeutel wissen?

Der Markt ist im Bereich WDVS gut aufgestellt. Die Konkurrenz macht es möglich, dass die Dämmtechnik vergleichsweise günstig angeboten wird. Außerdem besteht ein hoher Erfahrungswert, der leichte Planbarkeit ermöglicht. Die unterschiedlichen Gewerke, die zur Herstellung der Wand notwendig sind, bieten auch Platz für  Eigenleistung. Vor allem Malerarbeiten lassen sich gut selbst bewerkstelligen.

Jedoch ist meist im Vergleich zum monolithischen Wandaufbau mit einer längeren Bauzeit zu rechnen. Jede Schicht der Wand wird für gewöhnlich von einem anderen Handwerker übernommen. Baumängel können deshalb unbemerkt bleiben oder sind schwierig nachvollziehbar bzw. behebbar.

Wie nachhaltig ist diese Art der Dämmung?

WDVS-Anbieter werben mit Umweltfreundlichkeit und versprechen Wertsteigerung bei Gebäudesanierungen. Tatsächlich besteht der ursprüngliche Gedanke von Dämmung darin, Energie zu sparen und dadurch die Umwelt zu schonen. Durch die (aus Kostengründen) verbreitete Nutzung nicht erneuerbarer Materialien ist jedoch nicht abzusehen, ob WDVS tatsächlich umweltfreundlich ist oder der Umwelt durch den anfallenden Sondermüll eher langfristig schadet.

Vorteile WDVSNachteile WDVS
kostengünstiglängere Bauzeit
leicht planbarFehler schwer nachvollziehbar
leicht verbaubarGefahr von Algenbildung und Schimmel
starker Markt, große Auswahl an AnbieternGeringe Gestaltungsmöglichkeiten
Möglichkeit der Eigenleistung (wie z.B. Malerarbeiten)Fossile (nicht abbaubare) Baustoffe
Umweltfreundlich durch Sparen von Energie
Möglichkeiten der Ökologischen Dämmung

Wie wird im Bereich der WDVS gegen die Nachteile vorgegangen?

Die aufgeführten Nachteile sind im Bereich der WDVS natürlich längst bekannt. Gegen einige dieser Probleme wird auch erfolgreich vorgegangen, ohne die Idee des mehrschichtigen Konstruktes zu verlassen.

Schönheitsfehler wie Algenbildung und sichtbare Kreise an der Fassade lassen sich mit einfachen Mitteln wie Antialgenfarbe und Kunststoffdübeln beheben.

Ihre Alternativen

Wärmedämmverbundsysteme verfügen im Bereich Dämmung über einen hohen Stellenwert. Der Markt bietet günstige Varianten und einen hohen Erfahrungswert, der Planbarkeit erleichtert.  Als Bauherr können Sie zudem zwischen zahlreichen Herstellern entscheiden und so die für Sie beste Variante sichern. WDVS bringen jedoch auch Probleme mit sich, die sich nur zum Teil beheben lassen.

Sollten Sie sich für eine monolithische Bauweise und damit gegen WDVS entscheiden, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Kontaktieren Sie unsere unabhängigen Experten und lassen Sie sich zu den unterschiedlichen Dämmvarianten beraten!

Kommentare zu “WDVS – Wie dämmen Sie?

  1. Bekannte hatten ihr Haus auch mit WDVS energetisch saniert. Der Maler hat das sehr schön gestaltet und durch zusätzliche Fassadenprofile aufgelockert. Damit sieht es nicht so eben aus, wie die gedämmten Mietskasernen.

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