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Baupreisindex

Der Baupreisindex misst, wie sich die Kosten für den Bau und die Instandhaltung von Gebäuden in einem bestimmten Zeitraum verändern. Für eine realistische Kostenschätzung wird die Preisentwicklung von 177 möglichen Bauleistungen und nicht die der Bauwerke selbst berücksichtigt.

Was gibt der Baupreisindex an?

Wichtig bei der Berechnung des Baupreisindex ist, dass nicht die Preisentwicklung der Bauwerke selbst berechnet wird, sondern die der Bauleistungen. Insgesamt 177 einzelne Bauleistungen gehen in die Ermittlung des Baupreisindex ein. Herausgegeben wird der Index vierteljährlich vom Statistischen Bundesamt und ist wichtig, um die Preisentwicklung eines Gebäudes besser einzuschätzen. So spiegelt der Baupreisindex beispielsweise auch Konjunkturschwankungen wider.

Wann ist der Baupreisindex wichtig?

Bauherren sollten den Baupreisindex im Blick behalten, wenn sie ein Bauvorhaben planen, es um die Schätzung eines Gebäudewertes oder den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung geht. Möchten Bauwillige eine solche Versicherung abschließen, stolpern sie womöglich das ein oder andere Mal über die “Versicherungssumme 1914”. Auch um diese zu berechnen, benötigt man den Baupreisindex. Die Versicherungssumme 1914 gibt nämlich an, wie viel das zu versichernde Haus im Jahr 1914 in Goldmark gekostet hätte. Das Jahr wurde deshalb gewählt, weil die Baupreise in diesem Jahr stabil waren. Falls der Wert richtig ermittelt wurde, passt sich die Versicherungssumme jährlich den steigenden Kosten an.

Die Berechnung Um den Baupreisindex zu berechnen, wird eine repräsentative Stichprobe der vertraglich vereinbarten Preise von 200 Bauleistungen erhoben. Dabei geht es unter anderem um die Preise für Sanitär und Heizung, Stahlbau, Zimmererarbeiten, Holzbau, Dächer und Betonarbeiten. Für den jeweiligen Bereich wird im Folgenden die durchschnittliche Preisentwicklung errechnet und diese dann mit den Preisen der Vorjahre verglichen. Man vergleicht also die einzelnen Bauleistungen und nicht ganze Neubauten miteinander, da ein solches Vorgehen durch die individuellen Bauvorgaben deutlich schwieriger wäre.

Wie wird der Baupreisindex angegeben?

Der Baupreisindex selbst wird immer in Relation zu einem Basiswert und in Punkten angegeben. Der Basiswert wurde zuletzt für das Jahr 2010 festgelegt und beträgt 100 Punkte. Bis Mai 2017 ist der durchschnittliche Preis für Bauleistungen um 16,4% gestiegen und deshalb liegt der Baupreisindex nun bei 116,4 Punkten. Vor genau 10 Jahren, im Mai 2017, waren die Preise für Bauleistungen 4,8% niedriger als im Basisjahr 2010. Der Baupreisindex betrug deshalb 95,3 Punkte im Mai 2007.

Was unter den Begriff Baupreisindex noch alles fällt…

Der Begriff Baupreisindex ist übrigens etwas irreführend. Tatsächlich gibt es nämlich nicht nur einen Index, sondern viele verschiedene Indizes. Der Baupreisindex für den konventionellen Neubau im Hochbau umfasst die Indizes für Wohngebäude, Bürogebäude und für gewerbliche Betriebsgebäude. Und auch diese drei Indizes lassen sich nochmal in mehrere Unterkategorien einteilen. Zudem gibt es Indizes für den Neubau von Einfamiliengebäuden in vorgefertigter Bauart, für den Ingenieurbau und für die Instandhaltung von Wohngebäuden. In der Regel geht es aber um den Index für Wohngebäude, wenn man zum Beispiel mit Blick auf private Baufinanzierung oder in Bezug auf Versicherungen über den Baupreisindex spricht.

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