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Hausplanung – welcher Haustyp passt zu mir?

Es gibt unterschiedliche Haustypen beim Baustil (z. B. Haustypen Einfamilien-, Doppel-, Mehrgenerationenhaus und Haustyp Bungalow), bei der Bauweise (Haustypen Fertig- und Massivhaus) und beim Energiestandard (z. B. Haustypen Niedrigenergie- und Plusenergiehaus). In diesem Artikel finden sich alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Haustypen.


Planen Sie Schritt für Schritt Ihr Haus:


Planungs-Schritt 1 – unterschiedliche Haustypen beim Baustil wählen: z. B. Einfamilienhaus, Doppelhaus, Bungalow, Mehrgenerationenhaus

Planungs-Schritt 2 – unterschiedliche Haustypen bei der Bauweise wählen: Fertighaus oder Massivhaus

Planungs-Schritt 3 – unterschiedliche Haustypen beim Energiestandard wählen: z. B. Niedrigenergiehaus oder Plusenergiehaus


Planungs-Schritt 1 – unterschiedliche Haustypen beim Baustil: z. B. Einfamilienhaus, Doppelhaus, Bungalow, Mehrgenerationenhaus

Haustyp 1 – Das Einfamilienhaus

Die Beliebtheit des Einfamilienhaus ist darauf zurückzuführen, dass es als freistehendes Gebäude Privatsphäre für die Familie bzw. die Hausgemeinschaft gewährleistet. Mit einem Garten drumherum ist es perfekt für alle familiären Bedürfnisse ausgelegt. Doch das hat seinen Preis: Der Haustyp Einfamilienhaus ist vom Kauf des Grundstücks bis hin zur Fertigstellung vergleichsweise teuer.

Einfamilienhaus mit Erker
Der Klassiker: das Einfamilienhaus mit Satteldach

Bei der Planung von Grundriss und Wohnfläche ist zu beachten, welche Größe des Einfamilienhauses wirklich sinnvoll ist – insbesondere auch hinsichtlich zukünftiger Lebenslagen und einer eventuell kleiner werdenden Hausgemeinschaft (z. B. Auszug der Kinder). Denn die Größe ist der entscheidende Kostenfaktor beim Hausbau. Zudem fallen Heiz- und Stromkosten, Putzaufwand und auch Instandhaltungsarbeiten bei allzu großen Häusern schwerer ins Gewicht.

Tipp: Unsere Erfahrung zeigt, dass es oft sinnvoller ist, statt in die Größe des Einfamilienhauses in schöne Extras (z. B. weitere Balkone, Wintergarten, Garage) zu investieren!

Vorteile Haustyp EinfamilienhausNachteile Haustyp Einfamilienhaus
hohes Maß Privatsphärevergleichsweise hohe Kosten
Planungsfreiheit
Wertbeständigkeit
hohes Prestige durch traditionellen Haustypen

Haustyp 2 – Das Doppelhaus

Das Doppelhaus ist ein Gebäude mit zwei separaten Hauseingängen und wird von zwei Familien bzw. Hausgemeinschaften bewohnt. Ein Doppelhaus gliedert sich daher in zwei Wohneinheiten, die räumlich voneinander getrennt sind. Dabei sind beide Doppelhaushälften im Erscheinungsbild (Fassade, Verteilung der Fenster, Dach) in der Regel gleich (einige Anbieter bieten auch Individualisierungsmöglichkeiten an).

Reihenhaussiedlung
Kosten sparen mit einer Doppelhaushälfte oder einem Reihenhaus

Die geteilte Wand des Doppelhauses ist gut schallisoliert, sodass die Nachbarn akustisch nicht viel voneinander mitbekommen. Durch die gemeinsame Trennwand sparen die Bewohner Heizkosten, ohne dass hier Dämmstoffe verbaut werden müssten. Nachteilig ist aber, dass die Trennwand nicht für den Verbau von Fenstern zur Verfügung steht.

Der Haustyp Doppelhaus hat Vorteile bei der Ausnutzung der bebaubaren Fläche eines Grundstücks. Da auf diese Weise zumindest einseitig die Abstandsflächen zum Nachbarn nicht eingehalten werden müssen, lässt sich das Grundstück ökonomischer bebauen als mit dem Haustyp Einfamilienhaus.

Wie aber steht es beim Doppelhaus um die Privatsphäre? Diese fällt geringer als beim Einfamilienhaus aus, auch die Gartennutzung ist eingeschränkt. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, die Grundstücksteile gegeneinander abzugrenzen (z. B. Sichtschutz, Hecken).

Tipp: Vom Feedback unserer Bauherren wissen wir, dass es beim Leben in einem Doppelhaus auch auf das gute Verhältnis zum Nachbarn ankommt. Schließlich gibt es ein paar Entscheidungen, die hin und wieder gemeinsam besprochen werden müssen. Beispielsweise ist es immer sinnvoll, Maßnahmen zur Instandhaltung gemeinsam zu ergreifen. Das spart Kosten und erhält die Wertsubstanz des gesamten Hauses, was beiden Hausgemeinschaften zugute kommt.

Bei folgenden Aspekten sparen Bauherren eines Doppelhauses Kosten:

  • Der Kaufpreis des Grundstücks wird geteilt.
  • geteilte bauliche Elemente: Dachstuhl, Bodenplatte bzw. Keller, genereller Bauaufwand (z. B. Planung des Hauses, Herrichten der Baustelle, Transportwege)
  • Die Heizkosten fallen geringer aus, da es eine Außenwand weniger gibt und die Trennwand beidseitig beheizt wird.
  • Die Kosten für Instandhaltungsmaßnahmen (z. B. Dacharbeiten) werden geteilt.
Vorteile Haustyp DoppelhausNachteile Haustyp Doppelhaus
Kosten sparen bei Grundstückskauf sowie während der Bau- und Wohnphaseeingeschränkte Privatsphäre
bessere Ausnutzung eines Grundstücks hinsichtlich der Wohnflächeeingeschränkte Planungsfreiheit (bei diesem Haustypen müssen bei der Planung ggfs. Kompromisse eingegangen werden)
kein Verbau von Fenstern an der Trennwand möglich

Haustyp 3 – Der Bungalow

Der Bungalow ist ein einstöckiges und damit barrierefreies Haus. Das ist nicht nur bei Gehbehinderungen von Vorteil, sondern beispielsweise auch hinsichtlich des Sturzrisikos von Kleinkindern. Auch wer ans Alter denkt, ist gut beraten, ein Haus ohne Treppen zu bauen: Treppen sind oft das Haupthindernis dafür, dass man ein Haus im Alter bequem bewohnen kann.

Bungalow
Barrierefreiheit im Bungalow

Der Bungalow ist ein freistehendes Gebäude, deshalb wird die Privatsphäre nicht eingeschränkt. Der Haustyp Bungalow weist aber in der Regel weniger Wohnfläche als ein klassisches Einfamilienhaus auf, da er einstöckig ist. Wenn eine allzu große Wohnfläche angestrebt wird, führt das zu einem übermäßig großen Grundriss. Dann wird auch ein entsprechend großes Grundstück benötigt. Zudem fällt die Dachfläche dann sehr groß aus. Das führt zu Mehrkosten. Hingegen ist der Haustyp Bungalow in gängiger Größe und Ausführung eher kostengünstiger als der Haustyp Einfamilienhaus.  

Einen Bungalow ziert traditionell ein Flachdach. Diese Dachform kann sehr gut für eine Dachbegrünung genutzt werden. Diese sind ökologisch sinnvoll und schützen das Dach. Allerdings sind auf einem Flachdach Solaranlagen nur mit einer Stützvorrichtung anzubringen, denn für einen optimalen Ertrag benötigen sie einen Neigungswinkel von etwa 36 Grad. Heutzutage haben die Anbieter ihre Angebote weitaus breiter aufgestellt und es können auch andere Dachformen realisiert werden. Walm- oder Pultdächer sind bei vielen Anbietern allerdings mit Extrakosten verbunden. Hier finden Sie ein detaillierte Beschreibung aller Dachformen im Überblick.

Übrigens ist es ist nicht üblich, einen nutzbaren Keller unter einen Bungalow zu bauen. Wenn es einen Keller gibt, dann ist dieser meistens nur als Technikraum für die Heizungsanlage konzipiert.

Zudem sind viele schöne Extras möglich: große Fensterfronten für einen lichtdurchfluteten Wohnraum, von zwei Seiten durch die Hauswand geschützte Terrassen (Winkelbungalow), Dachbegrünung und auch der Grundriss lässt sich sehr individuell planen.

Tipp: Insbesondere beim Bungalow ist auf die Energieeffizienz zu achten. Früher galten Bungalows als wenig energieeffizient, da das Verhältnis von Wohnfläche und Außenwand vergleichsweise groß ist. Dieses Problem ist aber heute in den meisten Fällen durch moderne Dämm- und Heiztechnik gelöst.

Vorteile Haustyp BungalowNachteile Haustyp Bungalow
Barrierefreiheitallzu große Wohnfläche schwieriger zu realisieren
Planungsfreiheiti. d. R. kein nutzbarer Keller
hohes Maß Privatsphärefrüher galt der Haustyp Bungalow als wenig energieeffizient, das gilt heute angesichts moderner Dämm- und Heiztechnik nicht mehr pauschal
gute Wertbeständigkeit

Haustyp 4 – Das Mehrgenerationenhaus

Wer mit der ganzen Familie generationsübergreifend zusammenleben möchte, denkt über den Haustypen Mehrgenerationenhaus nach. Und schließlich bietet dieser Haustyp auch etliche praktische Vorteile: Bei berufstätigen Eltern können die Großeltern auf den Nachwuchs aufpassen und sind die Großeltern später selbst stärker auf Hilfe angewiesen, können die jüngeren Generationen sich um Einkäufe oder Erledigungen für den gesamten Haushalt kümmern.

Tipp: Insbesondere beim Mehrgenerationenhaus ist es wichtig, auch die zukünftigen Wohnbedürfnisse im Blick zu haben. Die Familie, die die Hausgemeinschaft bildet, kann beispielsweise aktuell sehr groß sein. Das Platzbedürfnis bleibt aber nicht über Jahrzehnte gleich (z. B. Auszug der Kinder). Aus dem langjährigem Kontakt mit Bauherren wissen wir, dass der Haustyp Mehrgenerationenhaus oft mittel- bis langfristig zu groß ist und viele Bauherren doch lieber etwas kleiner geplant hätten. Wer daran denkt, mit überschüssigen Raum später Einliegerwohnungen zu realisieren, berücksichtigt dies im besten Fall bereits während der Planungsphase. Einliegerwohnungen können auch für ins Erwachsenenalter gekommene Kinder vorteilhaft sein.

Vorteile Haustyp MehrgenerationenhausNachteile Haustyp Mehrgenerationenhaus
Beisammensein der ganzen Familie über verschiedene Generationen hinweghöhere Baukosten durch Größe des Hauses und des Grundstücks
gegenseitige Unterstützungwenn ein sehr großes Haus für aktuelle Bedürfnisse gebaut wird, kann dieses bei Auszug von Kindern oder Großeltern zu groß sein
es können später Einliegerwohnungen realisiert werden (wenn z. B. Kinder ausgezogen sind)

Der Trend der Baugruppe: Haustyp Mehrfamilienhaus

In letzter Zeit hat sich der Trend der Baugruppen entwickelt. Hier findet sich meist eine Gruppe von Familien für den Bau eines Mehrfamilienhauses zusammen. Gemeinsam soll ein Mehrfamilienhaus gebaut und bewohnt werden. Die Wohngemeinschaft im eigenen Mehrfamilienhaus ist eine soziale Bereicherung und hält oft bis ins hohe Alter. Hier herrscht immer reger Austausch unter den Nachbarn und man hilft sich bei allen kleinen und großen Fragen des Alltags. Baugruppen, die sich für den Haustyp Mehrfamilienhaus begeistern, finden sich zunehmend in den großen Städten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn das Ersparte zusammengelegt wird, kommt dabei oft ein zu beachtendes Anfangskapital heraus, über die vielen Einzelkredite kommt das zusätzlich benötigte Baugeld zusammen. Auch die zur Zeit sehr günstigen Baukredite befördern diese Entwicklung.

In unserer Baustilreihe finden Sie weitere Haustypen.

Planungs-Schritt 2 – unterschiedliche Haustypen bei der Bauweise: Fertighaus oder Massivhaus?

Haustyp 1 – Das Fertighaus

Das moderne Fertighaus erobert mehr und mehr Marktanteile und es gibt heute keinen Haustypen mehr, den es nicht auch als Fertighaus gibt – vom klassischen Holzhaus bis hin zum Bungalow mit Klinkerfassade. Die Fertighaus-Bauweise bringt viele Vorteile mit sich: einfache Planung, kurze Bauzeit, geringere Kosten, hohe Qualität.

Beim Haustypen Fertighaus handelt es sich in den meisten Fällen um die Holzrahmenbauweise, bei der die Hersteller vorgefertigte Teile in einen tragenden Holzrahmen verbauen. Übrigens kann für die Fassade dann entweder Holz oder Stein verwendet werden. Hier erfahren Sie mehr über die Holzrahmenbauweise.

Die seriell gefertigten Typenhäuser sind die kostengünstige Variante. Sie können in Musterhaussiedlungen besichtigt werden. Doch diese “Häuser von der Stange” verlieren zunehmend an Marktanteil. Denn heute werden bei zwei Dritteln der gebauten Fertighäuser individuelle Vorstellungen umgesetzt. Oft beziehen sich die eingebrachten Wünsche nur auf den Grundriss, in anderen Fällen geht der eigene Gestaltungswille sehr viel weiter. Diese individuell geplanten Varianten sind aber auch deutlich teurer. In manchen Fällen können die Kosten sich dann mit denen des Haustyps Massivhaus messen.

Die Kosten des Haustyps Fertighaus lassen sich vergleichsweise gut einschätzen und viele Kaufverträge beinhalten einen Festpreis und eine Bauzeitgarantie mit festem Abgabetermin. Es sollte trotzdem immer genau auf den tatsächlichen Leistungsumfang des ausgepriesenen Angebots geachtet werden (z. B. ob die Bodenplatte mit einberechnet ist)!

Da die einzelnen Teile vorgefertigt angeliefert werden und der Aufbau einem festgelegten Ablauf folgt, ist die Planung einfach und die Bauzeit kurz, was Kosten spart. Zudem ist das Risiko von Bauzeitverzögerungen z. B. durch schlechtes Wetter geringer.

Die Kosten des Haustyps Fertighaus richten sich nach folgenden Faktoren:

Tipp: Beim Haustypen Fertighaus ist die Schallisolierung oft schlechter als beim Haustypen Massivhaus. In die Planung sollte daher auch der Standort des Hauses (z. B. stark befahrene Straße) und die Lärmempfindlichkeit der Bewohner einbezogen werden. Bauherren können zudem mit dem Anbieter ein sogenanntes Schallschutzziel vereinbaren, das einzuhaltende Höchstwerte festsetzt. Denn durch ausgefeilte Konstruktionen lassen sich die Eigenschaften des Schallschutzes enorm verbessern.

Vorteile Haustyp FertighausNachteile Haustyp Fertighaus
sehr kurze Bauzeit  weniger wertbeständig als der Haustyp Massivhaus (allerdings immer auch eine Frage des Einzelfalls und der konkreten Qualität)
hohe Wahlfreiheit hinsichtlich Haustypen und Komponentengeringerer Schallschutz als der Haustyp Massivhaus
individuelle Vorstellungen können berücksichtigt werden
in der Regel garantierter Festpreis mit festem Abgabetermin (Bauzeitgarantie)
günstiger als Haustyp Massivhaus (bei hochgradig individuell geplanten Fertighäusern trifft das allerdings nicht immer zu)
gute Öko-Bilanz des Baustoffs Holz: bei Herstellung und auch während des Wohnens (geringerer Heizenergiebedarf)
gängige Holzrahmenbauweise kann zu einem reinen Holzhaus oder Haus mit Steinfassade ausgebaut werden
Kosten sparen und individueller Innenausbau durch verschiedene Ausbaustufen
meistens nur eine ausführende Baufirma, daher Vorteile bei Beurteilung von Mängeln und bei der Abnahme des Hauses

Haustyp 2 – Das Massivhaus

In Deutschland kommt der Haustyp Massivhaus immer noch häufiger vor als der Haustyp Fertighaus. Das Massivhaus wird ohne vorgefertigte Elemente vollständig auf der Baustelle gebaut. Aber was macht eigentlich die massive Bauweise aus? Die Verwendung massiver Baustoffe (Ziegel-, Kalksand-, Porenbetonsteine und Beton) ist nicht allein ausschlaggebend. Vielmehr ist entscheidend, dass beim Massivhaus die Wände und Decken tragende Elemente sind. Wände und Decken dienen also sowohl der Raumgestaltung als auch der Statik. Daher gilt auch ein Holzbohlenhaus als ein Massivhaus. Im Gegensatz dazu steht die Holzrahmenbauweise des Haustyps Fertighaus, bei der allein der Rahmen tragend ist.

Beim Haustypen Massivhaus ist mit einer vergleichsweise langen Bauzeit von 7 – 10 Monaten zu rechnen, was immer auch mit Risiken hinsichtlich der Baukosten verbunden ist (Bauverzug, schlechtes Wetter, mangelhafte Koordinierung, Insolvenz der Baufirma).

Auf Bauherren, die nicht auf vorgeplante Häuser (z. B. Musterhäuser) zurückgreifen und ihr Haus mit einem Architekten selber planen, kommt zur langen Bauphase zusätzlich eine verlängerte Planungsphase hinzu. Erschwerend bei der Umsetzung und der Abnahme ist oft, dass der Bauherr und sein Bauleiter mehrere Vertragspartner koordinieren. Mängel müssen dann auch mit verschiedenen Firmen beurteilt werden.

Für die Kosten des Haustyps Massivhaus kommt es entscheidend auf die Anzahl der Quadratmeter der Wohnfläche an. Die darauf folgenden kostenrelevanten Posten sind die Ausbaustufe (schlüssel-, technik- oder ausbaufertig) und die Ausstattung des Hauses. Bei der Konstruktion nimmt die Errichtung des Rohbaus viel Zeit und Arbeitsleistung in Anspruch. So ist dies auch die teuerste Teilleistung.

Die Kosten für ein Massivhaus (Rohbau inkl. gewählter Ausbaustufe im Innenausbau) liegen etwa bei 1500 – 2200 EUR  pro Quadratmeter Wohnfläche.

Die Bauzeit beträgt 7 – 10 Monate.

Beim Vergleich verschiedener Angebote von Massivhäusern sollte der Leistungsumfang genau beachtet werden. Ein zunächst günstigerer Preis bleibt im Abgleich der einzelnen Leistungen oft nicht der günstigere. Hinzu kommt, dass es für die verschiedenen Ausbaustufen keine verbindliche Definition gibt. Das heißt, dass der bezügliche Leistungsumfang z. B. von zwei als „technikfertig“ ausgepreisten Häusern durchaus unterschiedlich sein kann. Daher lassen sich die Preise verschiedener Angebote nur unter Vorbehalt vergleichen. Hier finden Sie mehr Informationen zu Fallen in Bauverträgen.

TIPP: Handwerklich begabte Bauherren können mit Eigenleistung beim Innenausbau Kosten sparen. Dabei sollte beachtet werden, welche Leistungen (z. B. Tapezieren und Streichen, Böden verlegen, Installation der Bäder etc.) selbst übernommen werden können und welche lieber den Profis überlassen werden. Natürlich können auch Handwerker hinzugezogen werden. Mit der richtigen Ausbaustufe (schlüssel-, technik- oder ausbaufertig) lassen sich Kosten sparen. Hinzu kommt, dass sich auf diese Weise individuelle Vorstellungen im Innenausbau umsetzen lassen. Doch welche Ausbaustufe passt zu Ihnen?

Die Kosten des Haustyps Massivhaus richten sich nach folgenden Faktoren:

  • Größe
  • Ausstattung
  • Ausbaustufe (schlüssel-, technik- oder ausbaufertig)
  • individuelle Planung mit einem Architekten oder vorgeplante Häuser (z. B. Musterhaus)
  • individuelle Änderungswünsche bei vorgeplanten Häusern
  • Energiestandard
  • Öko-Standard
Vorteile Haustyp MassivhausNachteile Haustyp Massivhaus
Robustheit: massive Baustoffe und Wände und Decken als tragende Elemente für die Geschosse
vergleichsweise hohe Kosten
Planungsfreiheit
lange Bauzeit und ggfs. lange Planungsphase
große Auswahl an vorgeplanten Häusern – mit der Möglichkeit, eigene Wünsche einzubringen
höheres Risiko hinsichtlich Mehrkosten durch Bauverzug
sehr hohe Wertbeständigkeit und Wiederverkaufswerte

Witterungsbeständikeit, das Steinmaterial verändert sich über Jahre hinweg kaum und braucht keine regelmäßige Behandlung

Durchfeuchtungen von innen her, z. B. durch einen Rohrbruch, verzeiht der Haustyp Massivhaus besser als der Haustyp Holz- bzw. Fertighaus
höhere Schallisolierung als beim Haustypen Fertighaus
alle Energiestandards realisierbar und Möglichkeit, ökologisch zu bauen
Kosten sparen und individueller Innenausbau durch verschiedene Ausbaustufen

Einen Vergleich zwischen der Fertig- und Massivbauweise finden Sie hier.

Planungs-Schritt 3 – unterschiedliche Haustypen beim Energiestandard: z. B. Niedrigenergiehaus oder Plusenergiehaus

Haustyp 1 – Das Niedrigenergiehaus

Der Begriff „Niedrigenergiehaus“ ist nicht verbindlich definiert. Allgemein soll er ein Haus bezeichnen, das mit deutlich weniger Energie auskommt als ein vergleichbares Referenzgebäude. Da die Energiestandards für Neubauten sukzessive verstärkt wurden, entspricht die heutige Vorschrift für Neubauten bereits dem, was vormals als Niedrigenergiehaus galt.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) setzt verbindliche Energiestandards für Neubauten. Mit der EnEV 2014 muss jeder Neubau ab 2016 einen Energiestandard aufweisen, der dem früher geförderten Energiestandard KfW 70 entspricht. Dieses sollte nur noch 70 % der Energie eines Referenzgebäudes verbrauchen. Hier erfahren Sie mehr über die EnEV 2014.

Energieeffizienz lässt sich v. a. mit einer guten Dämmung von Außenwänden, Dach, Fenster und Türen erreichen. Wer diese Maßnahmen gut ausschöpft, kann die Energiestandards der EnEV 2014 auch unterbieten und damit ein Niedrigenergiehaus realisieren. Weitere Maßnahmen sind: Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, moderne Heiztechnik, Photovoltaikanlagen, Solarthermie.

Niedrigenergiehäuser sind v. a. angesichts der weltweiten klimatischen Herausforderungen sinnvoll. Beim Thema Bauen und Wohnen können Bauherren ökologisch nachhaltig handeln und damit ihren Beitrag leisten, der nicht unerheblich ist. Allerdings führt die Umsetzung von anspruchsvoller Energieeffizienz, die die vorgeschriebenen Standards noch unterbietet, auch anfangs zu höheren Investitionen.

Doch auch die Einsparungen sind beträchtlich (z. B. Heizkosten). Ob und wann sich allerdings die höheren Baukosten tatsächlich durch Energieeinparungen armotisieren, ist pauschal nicht zu sagen. Dafür muss das angestrebte Modell, die verwendete Technik und der Energiebedarf der Bewohner durchgerechnet und am besten von Energieexperten beurteilt werden.

Haustyp 2 – Das Plusenergiehaus

Das sogenannte Plusenergiehaus erzeugt selbstständig mehr Energie, als die Bewohner für Heizung, Warmwasseraufbereitung und den Betrieb elektronischer Geräte sowie Beleuchtung verbrauchen. Daher weist es eine positive Energiebilanz auf. Überschüssiger Strom wird – nachdem alle Batterie- und Speichersysteme aufgeladen sind – ins öffentliche Netz eingespeist. Ein Vorteil ist die Unabhängigkeit gegenüber wechselnden Energiepreisen.

Beim Plusenergiehaus erzeugen auf dem Dach installierte Photovoltaikanlagen Strom. Auch Windräder können verbaut werden. Mit diesem Strom werden über ein Speicher- und Steuerungssystem die Heizung, die Warmwasseraufbereitung sowie elektronische Geräte betrieben.

Über zusätzliche thermische Solaranlagen kann die Warmwasseraufbereitung geregelt und die Heizung unterstützt werden, sodass dafür kein bzw. weniger Strom benötigt wird und der Stromüberschuss und mithin die positive Energiebilanz schneller erzeugt wird. Hier erfahren Sie mehr zur Solarthermie für die Warmwasseraufbereitung und die Heizung. Zudem kommen Wärmepumpen zum Einsatz.

Wer ein Plusenergiehaus besitzt, lebt unabhängig von fossilen Energieträgern und daher klimaneutral. Damit leisten die Bewohner einen wichtigen Beitrag zu Klima und Umwelt, der letztlich der gesamten Gesellschaft zugute kommt. Zudem liefert man ein gutes Beispiel ab. So liegt auch das Bewusstsein für die Umweltbilanz bei Bauen und Wohnen immer mehr im Trend. Der Marktanteil vom Haustypen Plusenergiehaus steigt stetig.

Die Einsparungen an Strom- und Heizkosten sind beträchtlich. Allerdings sind auch die Baukosten bei diesem Haustypen höher. Es lässt sich nicht pauschal sagen, wann sich die höheren Investitionen ausgleichen. Es empfiehlt sich, während der Planungsphase mit einem Energiexperten Kosten, Bedarf und Einsparungen zu bilanzieren. Zudem bestehen Fördermöglichkeiten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Tipp: Zu beachten ist, dass es für den Begriff des Plusenergiehauses keine verbindliche Definition gibt, sodass nicht immer gleich klar ist, ob z. B. auch der Elekrizitätsbedarf vollständig in der Bilanzierung berücksichtigt wird. Bauherren sollten die Leistung verschiedener Angebote also genau vergleichen und bei Zweifeln einen unabhängigen Energieexperten hinzuziehen.


Vorteile Haustypen Niedrigenergiehaus und PlusenergiehausNachteile Haustypen Niedrigenergiehaus und Plusenergiehaus
weitgehende oder vollständige Klimaneutralität
höhere Bauskosten
wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, Signalwirkung für zukünftige Bauherren
Unabhängigkeit von wechselnden Strompreisen
alle Haustypen, Einfamilienhaus, Doppelhaus oder Bungalow sowie Fertighaus oder Massivhaus lassen sich mit diesen Energiestandards realisieren
ausgefeilte Systeme vorhanden
Einsparung von Energiekosten

2 Kommentare zu “Hausplanung – welcher Haustyp passt zu mir?

  1. Meine Frau und ich träumen von unserem eigenen Haus. Wir möchten ein Einfamilienhaus haben, da es mehr Privatsphäre bietet. So kann man zum Beispiel eigenen Garten komplett und ohne Absprachen nutzen.

  2. Interessant, dass man beim Doppelhaus durch die geteilte Trennwand Heizkosten sparen kann. Ich finde diese Idee interessant. Allerdings bringt es wohl nichts im Bezug auf Heizkosten, wenn man im eigenen Haus eine Trennwand montieren würde. Man braucht dazu immer die Nähe zu einem Dritten der selbst heizt.

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