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Solarthermie für Warmwasser und Heizung

Der Ausbau der Solartechnik führt zu effektiver Strom- und Wärmegewinnung. In diesem Artikel erklären wir die Solarthermie, die sich sehr gut für die nachhaltige Warmwasseraufbereitung eignet und im begrenzterem Umfang auch für die Erzeugung von Heizenergie.

Die Sonne, bereits 4,5 Milliarden Jahre alt, ist eine schier unbegrenzte Energiequelle. Der Bruchteil ihrer Energie, der zur Erde gelangt, ist etwa 10.000 Mal höher als der Energiebedarf der gesamten Menschheit.

Solarthermie
Solarthermieanlage

Solarthermische Anlagen für die nachhaltige Warmwasseraufbereitung und die Heizung

Solarthermische Anlagen wandeln Sonneneinstrahlung in Wärmeenergie um. Indem ein Kollektor die Sonnenenergie „einsammelt“, wird durch die Sonneneinstrahlung Wärmeenergie erzeugt. Die so gewonnene Wärmeenergie wird vor allem für den Warmwasserbedarf des Hauses genutzt. Das Wasser wird hierbei durch Kollektoren geleitet und erwärmt. Dies funktioniert nur mit einem sogenannten Pufferspeicher, denn die Bedarfsspitze für Warmwasser tritt meistens morgens oder abends auf, während die Sonneneinstrahlung mittags am stärksten ist.

Das Prinzip der Solarthermie kann zudem das Heizungssystem entlasten. In wärmeren Jahreszeiten kann eine solarthermische Anlage bis zu 100% der Heizleistung tragen. Im Winter reicht die durch Solarthermie gewinnbare Heizenergie allerdings nicht aus. Sie kann hier lediglich als Unterstützung für andere Heizsysteme (z. B. Kamin, Gasheizung, Fussboden- oder Zentralheizung) zur Geltung kommen.

Größe des Energiespeichers und erwarteter Warmwasserbedarf

Um die Energie der Mittagssonne optimal zu nutzen, müssen die Systeme die gewonnene Wärmeenergie so lange wie möglich speichern. Hierbei kommen sogenannte Bivalente Speicher zum Einsatz. Reicht die durch Sonnenenergie gewonnene Wärme nicht aus, erfolgt eine Nacherwärmung durch die vorhandene Heizung (Gas-, Öl- oder Pellet-Kessel etc.) über den sogenannten Nachheiz-Wärmeübertrager.

Die Größe des Speichers, und damit auch seine Kosten, variieren je nach Größe der Anlage, die vom Warmwasserbedarf des Haushalts abhängt. Deshalb wird vor dem Bau einer Solarthermieanlage abgeschätzt, wie groß der Warmwasserbedarf ausfällt. Denn daraus ergibt sich die Größe der Anlage und des Speichers. Bei einer zu kleinen Anlage kann der Bedarf selbst im Sommer nicht gestillt werden und sie müssen draufzahlen. Bei einer zu großen Anlage bleibt Wärmeenergie ungenutzt und geht verloren.

Es lohnt sich, frühzeitig in der Planungsphase des Hausbaus über diese Potenziale nachzudenken, denn das kann gegenüber dem Nachrüsten Kosten sparen.

Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten einer Solarthermieanlage

Es bestehen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für den Bau solarthermischer Anlagen. Unter anderem bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BAFA) finanzielle Unterstützung. Je nach Größe und Art der solarthermischen Anlage kann diese sehr unterschiedlich ausfallen (siehe Tabelle). Zu beachten ist auch, dass das BAFA nur den Bau auf bereits bestehenden Gebäuden unterstützt.

Alternativ bietet etwa die bundeseigene Förderbank KfW kostengünstige Kredite an, um den Bau von Solarthermieanlagen finanziell zu ermöglichen. Hier erfahren Sie mehr über die Förderbank KfW.

Förderübersicht für Solarkollektoranlagen

Errichtung einer Solarkollektoranlage zur…Basisförderung
ausschließlichen Warmwasserbereitung3 bis 10 m² Bruttokollektorfläche500€
11 bis 40 m² Bruttokollektorfläche50€/m² Bruttokollektorfläche
kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, solare Kälteerzeugung oder Wärmenetzzuführungbis 14 m² Bruttokollektorfläche2.000€
15 bis 40 m² Bruttokollektorfläche140€/m² Bruttokollektorfläche

Im Folgenden haben wir für Sie die Vor- und Nachteile zusammengefasst:

Vorteile der SolarthermieNachteile der Solarthermie
stillt im Sommer nahezu 100% des Warmwasserbedarfs – im ganzjährlichen Durchschnitt ca. 50%ist nur saisonal bzw. tagsüber nutzbar, weshalb Sie ein zusätzliches Heizsystem benötigen
schont die Heizung in der Übergangszeithat in der Produktion einen hohen Energieaufwand, also ist ihre Energiebilanz erst nach längerem Gebrauch positiv
nutzt die Wärme durch Sonnenenergie direkt und damit umweltfreundlicherfordert einen Speicher, der je nach Größe eine Menge Platz benötigt
kostet im Durchschnitt 5.000–6.000€, ist also vergleichsweise günstig in der Anschaffungkostet nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der jährlichen Wartung

Dieser Artikel basiert auf einem Interview mit Uwe Biermann. Er ist Experte in den Bereichen Photovoltaik, Stromspeicherung sowie effiziente Wärmesysteme. Seit über 15 Jahren verfolgt er die Branche der erneuerbaren Energien und fand 2011 seinen Weg zu der Firma enersol, die ihn mit durchdachten Lösungen zur unabhängigen Energieversorgung überzeugte.

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