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Mit Wärmepumpen nachhaltig einheizen

In puncto nachhaltige Energiegewinnung geht es auf dem Markt im wahrsten Sinne des Wortes heiß her. Die Köpfe der Entwicklungsingenieure rauchen. Das erfreuliche Ergebnis: immer umweltschonendere Möglichkeiten zur privaten Energieversorgung. Wer mit einem eigenen (Öko-)Haus liebäugelt, kommt nicht umhin, sich ebenfalls mit alternativen Heizkonzepten auseinanderzusetzen. Aber auch ohne Öko wird der zukünftige Bauherr sich ernsthaft überlegen müssen, wie und wo er Energie einsparen kann. Ein Grund dafür ist die Energieeinsparverordnung (kurz EnEV), die den erlaubten Verbrauch an Primärenergie Schritt für Schritt herabsetzen wird. So dürfen 2016 nur noch maximal 75% der noch im Vorjahr erlaubten Primärenergie verbraucht werden. Wärmepumpen haben sich in diesem Zusammenhang bereits als sehr effiziente Alternative bei der Wärmegewinnung erwiesen. Dieser Artikel bietet Ihnen Experten-Antworten auf fünf essenzielle Fragen rund um das Thema, die Sie als zukünftige Bauherren kennen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpen nutzen die natürliche Wärme ihrer Umgebung für die zu produzierende Heizungsenergie des Hauses, was sie besonders umweltfreundlich machen.
  • Eine Wärmepumpe produziert etwa viermal so viel Energie, wie sie benötigt. Dadurch sind sie nicht nur energieeffizient, sondern auf lange Sicht durch die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen auch sehr kostensparend.
  • In Kombination mit weiteren alternativen Energiekonzepten, wie z.B. Photovoltaikanlagen, lässt sich die benötigte Primärenergie auf ein Minimum reduzieren.

Wie funktionieren Wärmepumpen?

Eine Wärmepumpe funktioniert im Prinzip ähnlich wie ein Kühlschrank – allerdings unter umgekehrtem Vorzeichen mit dem Ziel der Erwärmung. Ein Kühlschrank entzieht den Lebensmitteln Wärme und gibt sie an die Umgebung ab. Eine Wärmepumpe nutzt ebenfalls die in der Umgebung frei verfügbare Wärmeenergie – genauer gesagt nutzt sie die Wärme aus Erde, Luft oder auch Wasser. Damit wird ein gasförmiges Arbeitsmittel, z.B. Propan, erwärmt, das in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert. Dieses Mittel verdampft bereits bei geringer Temperatur. Die Pumpe bedient sich dann eines physikalischen Tricks: Der Kompressor verdichtet das Gas, wodurch es sich noch stärker erwärmt. In der nächsten Station – dem Kondensator – wird es dann wieder verflüssigt und auf diese Weise zur Abgabe seiner Wärme gezwungen, die dann für die Heizung des Hauses genutzt wird. Ein Ventil entspannt das abgekühlte Arbeitsmittel, bevor es  wieder in den Kompressor gelangt und seine Reise erneut beginnt.

Wie effizient ist eine Wärmepumpe wirklich?

Um eine Wärmepumpe zu betreiben, benötigt sie Strom. Aber wie viel Wärme produziert sie im Verhältnis zur benötigten Energie? Die Antwort darauf gibt die sogenannte Jahresarbeitszahl. Mit ihr lässt sich bestimmen, wie viele Einheiten Heizenergie im Verhältnis zu einer Einheit Strom produziert werden. Je besser die Pumpe, desto höher fällt dieses Verhältnis aus. Eine durchschnittliche Wärmepumpe stellt aus einer Kilowattstunde Strom etwa 3,5 – 4 Kilowattstunden Heizenergie her. Ab einer Jahresarbeitszahl von 4,5 wird die Pumpe sogar vom Staat gefördert, ihre Installation ist dann aber oft auch aufwendiger.

Der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe ist außerdem entscheidend von der Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und gewünschter Heizungstemperatur abhängig: je größer dieser Unterschied, desto geringer der Wirkungsgrad. Dieser Umstand kommt hauptsächlich im Winter zum Tragen. Aber auch hierzu haben Experten bereits verschiedene Lösungsansätze erarbeitet, die vor allem auf die Kombination verschiedener Wärmesysteme abzielen.

© Enersol Energie GmbH & Co. KG – http://enersol.eu/

Für wen lohnt sich die Anschaffung?

Die Beantwortung dieser Frage ist leicht, denn Wärmepumpen lohnen sich für jeden! Da es verschiedene Wärmepumpenarten gibt, kann je nach Grundstücksbeschaffenheit die passende installiert werden. In Einfamilienhäusern werden am häufigsten Luftwärmepumpen eingesetzt. Da für diese, anders als bei Erdwärmepumpen, zur Installation keine Erdbohrung nötig ist, ist hier das Preis-Leistungs-Verhältnis meist am günstigsten.

Die zugegebenermaßen optisch wenig reizvolle Außeneinheit der Pumpe (mit einem Volumen von etwa 0,7 m3) wird am Haus angebracht. Mit ein bisschen Kreativität lässt sie sich aber gut verstecken oder mittlerweile auch in der Lieblingsfarbe lackieren. Damit Ihnen die Pumpe auch kein „Dorn im Ohr” ist, sollten Sie beim Kauf auf die angegebene Lautstärke des Kompressors achten, die 40 bis 60 Dezibel betragen kann, und den Ort der Installation dementsprechend auswählen. Moderne Pumpen sind mittlerweile bereits relativ leise und können zudem mit speziellen Abdeckungen weiter in ihrer Lautstärke gedrosselt werden.

Trotz dieser kleinen Einschränkungen liegen die Vorteile auf der Hand. Wärmepumpen verbrauchen ein Vielfaches weniger an Energie als klassische Heizsysteme. Zudem sind Sie unabhängig von fossilen Brennstoffen und müssen sich nicht mehr um Öl- oder Gaspreisschwankungen kümmern. Auch Nebenkosten wie z.B. Schornsteinfeger, Wartung, Vorkreditierung des Brennstoffs etc. müssen Sie zukünftig nicht mehr einplanen. In Zeiten der Erderwärmung kommt ein weiterer wichtiger Faktor zum Tragen: Wärmepumpen produzieren nahezu kein CO2. Auch die Energieeffizienz modulierender Wärmepumpen spricht für sich. Denn diese können sich an den Energiebedarf im Haus anpassen. Das hat zur Folge, dass nur benötigte Energie auch erzeugt wird. Heizen ohne Verluste – ein verantwortungsvoller Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen!

Wie hoch ist der Preisunterschied zu einem herkömmlichen Gasanschluss?

In Anbetracht des sich verändernden Wirkungsgrades in Abhängigkeit von Außentemperatur und Verbrauch lässt sich diese Frage nur schätzungsweise beantworten. Mit 12.000 bis 15.000€ liegen die Anschaffungskosten einer Luftwärmepumpe etwa 5.000 bis 8.000€ über denen einer herkömmlichen Gas- oder Ölheizung. Diese Mehrkosten haben sich durch den geringeren Energieverbauch und die wegfallenden Nebenkosten jedoch nach etwa fünf bis acht Jahren wieder amortisiert. Was gegebenenfalls jedoch noch hinzukommt: Liegt ein Gasanschluss nicht direkt am Grundstück an, kann die Beauftragung schnell mehrere 1000€ kosten. Am Ende der Rechnung liegt der Vorteil also eindeutig auf Seiten der Wärmepumpe.

Wohin geht der Zukunftstrend?

Für ein ökologisch gebautes Haus ist eine Heizung, die auf natürliche Ressourcen wie Luft, Wasser und Erde zurückgreift, unabdingbar. Auch in Zukunft werden Wärmepumpen einen entscheidenden Beitrag zur Erfüllung der steigenden Anforderungen an Neubauten leisten. Das lässt sich bereits an einem einfachen Beispiel veranschaulichen. Häuser mit optimierter Dämmung werden künftig weniger Heizenergie benötigen. Je geringer der Wärmebedarf pro Quadratmeter, desto effizienter können Wärmepumpen arbeiten. Folglich wird ihr Wirkungsgrad auf lange Sicht sogar noch ansteigen. Auch die Kombination mit anderen alternativen Energiekonzepten wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Mit Hilfe von Photovoltaikanlagen kann beispielsweise die benötigte Energie zum Antrieb der Wärmepumpe gleich auf dem eigenen Dach produziert werden.

Sie wollen auch nicht länger von fossilen Brennstoffen abhängig sein? Unsere unabhängigen Experten beraten Sie gerne zu der für Sie passenden Heizalternative.

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