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Fertighauspreise richtig kalkulieren

Bauherren sollten sich über Fertighauspreise gründlich informieren, damit der Traum von den eigenen vier Wänden nicht zum Alptraum falsch kalkulierter Kosten wird. Denn beim Bau von Fertighäusern verlassen sich viele Interessenten vorwiegend auf den Endpreis ihres favorisierten Objekts – ohne zu wissen, wie dieser sich eigentlich zusammensetzt. Für alle, die ihr Traumhaus gefunden haben, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Fertighaus Preise. Doch Bauherren können die Gestaltung und damit die Kosten ihres Wunschfertighauses variieren.

Das Wichtigste in Kürze:

Fertighäuser gibt es in allen möglichen Ausbaustufen schon ab rund 75.000€.

Vorsicht vor Preisfallen – Interessenten sollten auf die Details der Ausschreibungen achten.

Gewusst wie lohnt es sich in jedem Fall, die Fertighaus Preise verschiedener Hersteller miteinander zu vergleichen.

Die grundlegenden Fragen stellen

Wer sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen will, stellt sich in der Regel zuerst die Frage nach dem Preis des Wunschhauses und einer möglichen Finanzierung des Eigenheims. Doch die Informationen, die erste Recherchen ergeben, sind oft unübersichtlich und schwer vergleichbar. Wie lässt sich in diesem Zahlen-Dschungel eine verlässliche Antwort finden?

Dafür ist es grundsätzlich erst einmal wichtig zu wissen, dass die meisten Hersteller ihre Fertighäuser in verschiedenen Ausbaustufen anbieten. Sie unterscheiden in der Regel zwischen ausbaufertig, technikfertig und schlüsselfertig. Dementsprechend müssen Bauherren zunächst überlegen, wie viel Arbeit sie selbst noch investieren können und wollen. Weil die Hersteller für die Realisierung der verschiedenen Ausbaustufen gut eingespielte Teams haben, sollten auch kostenbewusste Interessenten das schlüsselfertige Gesamtpaket keinesfalls von vornherein ausschließen. Denn je nachdem, welche Möglichkeiten ihnen für den Eigenausbau zur Verfügung stehen, kann es sich nicht nur zeit-, sondern auch kostentechnisch durchaus lohnen, die Fertigstellung den Experten zu überlassen. Alle anfallenden Nebenkosten behalten Bauherren mit unserer großen Baunebenkosten-Checkliste im Blick.

Die passende Ausbaustufe wählen

In der Ausführung ausbaufertig ist das Fertighaus außen komplett fertiggestellt. Um die Dacheindeckung und -entwässerung, den Putz, die Fenster und die Eingangstür brauchen sich die zukünftigen Bewohner also nicht mehr zu kümmern. Innen finden sie hingegen noch eine Wandkonstruktion zum Ausbau in Eigenleistung vor, für den sie etwas Heimwerker-Geschick mitbringen sollten.

Wer handwerklich weniger begabt ist, dafür aber in der jeweiligen Preisklasse einen etwas größeren Kostenspielraum zur Verfügung hat, für den ist die Ausbaustufe technikfertig die bessere Wahl. Zusätzlich zu dem bereits geleisteten Basisausbau sind hier die Heizungsanlage mit Luft-Wasser-Wärmepumpe und Fußbodenheizung sowie die Elektrik schon installiert. Außerdem übernimmt der Hersteller die Sanitärverrohrung und das Verlegen des Estrichs. Auch sind die Wände, die Decken und das Dach bereits gedämmt und beplankt.

Bei einem schlüsselfertigen Haus schließlich, der hochpreisigsten dieser drei Ausbaustufen, können sich die künftigen Bewohner während des Baus entspannt zurücklehnen und müssen sich nur noch um den Umzug kümmern. Denn neben allen Leistungen der Ausbaustufe „technikfertig” sind hier zusätzlich Innentüren eingebaut, alle Böden verlegt und die Innenwände schon verputzt und gestrichen.

Preisentscheidende Faktoren richtig berechnen

Um bei den Fertighaus Preisen der verschiedenen Anbieter nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sollten Interessenten sich die Beschreibungen sehr genau ansehen: Was ist bei wem in welcher Ausbaustufe dabei? Ist die Kellerplatte inbegriffen, sind Bodenbeläge, Elektroinstallationen und Verputz schon einberechnet? Von großer Bedeutung für Fertighaus Preise sind darüber hinaus vor allem folgende Faktoren: die Größe des Hauses, die Anzahl der Stockwerke, die Dachform, die verwendeten Baumaterialien, der Energiestandard und die Gebäudetechnik sowie verschiedene Extras.

Dass die gewünschte Wohnfläche und die Wahl der Baumaterialien kostenentscheidend sind, überrascht sicherlich niemanden. Weniger offensichtliche Preistreiber hingegen können Dachform und Fassadenextras darstellen. So kostet ein Flachdach im Schnitt mehr als ein Satteldach und der hübsche Erker oder der großzügige Balkon auf dem Werbebild sind in der Basisgestaltung der Außenwand nicht immer inbegriffen. Dasselbe gilt für Garagen und Carports.

Auch der gewählte Energiestandard spielt für Fertighaus Preise eine große Rolle. Allerdings kann dieser durch bestimmte Fördermittel (bspw. durch die KfW-Förderbank) mitfinanziert werden. Langfristig gesehen zahlt sich eine höhere Investition hier oft aus. Damit eng verbunden ist die Entscheidung für eine bestimmte Heiz-und Gebäudetechnik: Fällt die Wahl etwa auf Wärmepumpen, Gas oder Solaranlagen? Zuletzt sollten Interessenten sich frühzeitig auch über weitere individuelle Wünsche, wie z.B. ökologische Baumaterialien, große Dachfenster oder Barrierefreiheit im Alter Gedanken machen. So können sie diese in die Kalkulation der Fertighaus Preise von Beginn an miteinbeziehen.

Fertighauspreise –
verschiedene Ausbaustufen und Dächer im Vergleich

Die skizzierten Unterschiede in Sachen Fertighaus Preise lassen sich am besten anhand konkreter Beispiele verdeutlichen. Auf Basis der Angebote von zwölf verschiedenen Hersteller aus dem Jahr 2015, und damit insgesamt mehr als 2.000 Fertighäusern, haben wir die minimalen und maximalen Durchschnittspreise pro m2 für verschiedene Ausbaustufen und Dachformen ermittelt. Aus den so gewonnenen Daten konnten wir die Preisspanne für einen 120m2 Bungalow in verschiedenen Ausbaustufen und mit unterschiedlichen Dachformen berechnen. Im Folgenden ziehen wir einen Vergleich der Fertighaus Preise für einen solchen Bungalow in den Varianten ausbaufertig, technikfertig und schlüsselfertig – einmal mit Walmdach, einmal mit Pultdach und einmal mit Flachdach. Hierbei gilt: Walmdächer sind generell günstiger als Pultdächer und diese wiederum erfordern ein kleineres Budget als Flachdächer.

Niedrige Preisklasse: Ausbaufertiger Bungalow mit Walmdach

Das erste anhand der Durchschnittswerte unserer Datenbank erstellte Beispiel ist ein ausbaufertiger Bungalow der niedrigen Preisklasse mit Walmdach, Effizienzklasse Kfw70 und Putzfassade ohne Fassadenextras.

Die Fertighaus Preise pro m2 bilden für diesen Typen folgendes Preisspektrum:

Min. Preis (€/m2)Durchschnittspreis (€/m2)Max. Preis (€/m2)
639€/m2738€/m2818€/m2

Für einen 120m2-Bungalow ergeben sich daraus Preise von:

Min. Preis (€/m2)Durchschnittspreis (€/m2)Max. Preis (€/m2)
76.680€88.560€98.160€

Mittlere Preisklasse: Technikfertiger Bungalow mit Pultdach

Als zweiten Beispieltypen haben wir ein Bungalow der mittleren Preisklasse mit Pultdach in der Ausbaustufe technikfertig mit Effiziensklasse Kfw70 und Putzfassade ausgewählt.

Die Preisbandbreite pro m2 liegt hier bei:

Min. Preis (€/m2)Durchschnittspreis (€/m2)Max. Preis (€/m2
1.216€/m21.351€/m21.463€/m2

Für 120m2  ergibt sich folgendes Spektrum:

Min. Preis (€/m2)Durchschnittspreis (€/m2)Max. Preis (€/m2)
145.920€162.120€175.560€

Hohe Preisklasse: Schlüsselfertiger Bungalow mit Flachdach

Als Vertreter der hohen Preisklasse haben wir die Fertighaus Preise für denselben Bungalow-Typen, Effizienzklasse Kfw70 und Putzfassade, in der Ausbaustufe schlüsselfertig und ausgestattet mit Flachdach ermittelt.

Die Preise pro m2 liegen hier bei:

Min. Preis (€/m2)Durchschnittspreis (€/m2)Max. Preis (€/m2)
1.654€/m21.956€/m22.555€/m2

Für einen 120m2 Bungalow ergeben sich daraus eine Preisbandbreite von:

Min. Preis (€/m2)Durchschnittspreis (€/m2)Max. Preis (€/m2)
198.480€234.720€306.600€

Der Vergleich zeigt, dass sogar die Spanne der Fertighaus Preise unserer in puncto Wohnfläche (120m2), Effizienzklasse und Fassade identischen Beispielhäuser sehr groß ist: Sie reicht von minimal rund 76.680€ für einen ausbaufertigen Bungalow mit Walmdach bis zu Kosten von maximal rund 306.600€ für einen typgleichen Bungalow in der Ausbaustufe schlüsselfertig mit Flachdach.

Wie verändert sich der Komplettpreis durch die KfW-Effizienzstufen 55, 40 und 40+?

Neben den in der durchgeführten Rechnung ermittelten Preisunterschiede für verschiedene Ausbaustufen und Dachtypen bei Fertighäusern, spielt auch die gewählte KfW-Effizienzstufe eine entscheidende Rolle für den Komplettpreis des Fertighauses. (In unserem Artikel KfW 55, 40 und 40 plus erklären wir Ihnen, für was die KfW-Effizienzstufen stehen und wie sie gefördert werden.) Für ein Fertighaus der KfW-Effizienzstufe 55 kommen durchschnittliche Mehrkosten von 7,5% der bereits ermittelten Gesamtkosten auf die Bauherren zu. Bei einem Fertighaus der KfW-Effizienzstufe 40 sind es durchschnittliche Mehrkosten von 10,5% der ermittelten Gesamtkosten und bei einem Fertighaus der KfW-Effizienzstufe 40 plus etwa 13,5%. Das günstigste Fertighaus in unserer Rechnung würde in der KfW-Effizienzstufe 55 ca. 82.500€ kosten, in der KfW-Effizienzstufe 40 ca. 84.700€. Das teure Fertighaus in der Ausbaustufe schlüsselfertig und mit Flachdach würde in der KfW-Effizienzstufe 55 auf einen Preis von ca. 329.600€ kommen und in der KfW-Effizienzstufe 40 beläuft sich der Komplettpreis auf ca. 338.800€. Nicht mehr ganz so günstig ist das Fertighaus in der Ausbaustufe ausbaufertig und mit Walmdach als KfW-Effizienzhaus 40 plus. Für die energiesparende Version sollten Bauherren Gesamtkosten von etwa 87.000€ veranschlagen und für das teure Fertighaus insgesamt etwa 348.000€.
Bauherren, die mit dem Gedanken spielen, ein KfW-Effizienzhaus zu bauen, sollten sich von den Mehrkosten aber nicht voreilig abschrecken lassen. Durch die niedrigen Verbrauchskosten und die Förderung durch den Staat haben sich die zusätzlichen Gesamtkosten in der Regel nach ungefähr 10 Jahren wieder ausgeglichen – und ab hier sparen die Bewohner.

Balkon, Erker und Keller treiben die Gesamtkosten nach oben

Im Basispaket der meisten Fertighausanbieter sind Extras wie Balkon, Erker und Keller nicht vorgesehen. Die entsprechenden Zusatzkosten sollten Bauherren deshalb vor der Planung des Fertighauses mitberechnen. Für einen selbsttragenden Balkon addieren sich zum Komplettpreis noch einmal ungefähr 3.500€, für einen ans Haus angebauten Balkon 4.500€. Hinzu kommen die Kosten für das Geländer mit ca. 250€ für einen Meter Edelstahl, 50€ pro Meter Holz und 30€ für einen Meter Kunststoffgeländer.
Auch Erker sind unter Bauherren beliebt, da sie die Wohnfläche vergrößern und mehr Tageslicht ins Haus lassen. Für ein Fertighaus mit Erker schwillt der Komplettpreis für das Fertighaus auf weitere 5.000-7.000€ an.
Und auch ein Keller ist – ob als Hobbyraum, Büro oder Abstellkammer genutzt – für viele Bauherren unverzichtbar. Mit Bodenplatte sollten Bauherren für ihr Fertighaus mit Keller weitere 25.000-50.000€ einkalkulieren.

Der Service von Almondia

Ein Haus zu bauen, ist in der Praxis häufig schwerer als am Anfang gedacht. Neben einigen bürokratischen Hürden ist die Auswahl der richtigen Baufirma für einen glücklichen Ausgang des Bauvorhabens meist entscheidend.

Die Bauexperten von Almondia beraten Bauwillige gerne und kostenlos zu allen Fragen rund um das Thema Hausbau. Außerdem unterstützen unsere Bauherrenberater zukünftige Hausbesitzer bei der Planung des Bauvorhabens und der Suche nach der passenden Baufirma. Wir sind während des gesamten Bauprozesses Ihr Ansprechpartner. Sprechen Sie doch einfach mal mit einem unserer Bauherren-Berater – wir freuen uns auf Sie!

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