Almondia – Bautipps Die Bauherrenberatung

Fertighaus-Baufinanzierung

Eine Bestandsimmobilie zu kaufen, ist relativ einfach: Der Kaufpreis, in der Regel finanziert über einen Kredit, wird gezahlt – fertig. Der Bau eines Hauses dagegen erstreckt sich über Monate. Wer die Bauphase unterschätzt und die Fertighaus-Baufinanzierung nicht flexibel genug wählt, sieht sich schnell einer Doppelbelastung aus Miete und Finanzierungsrate ausgesetzt. Das schränkt nicht nur den finanziellen Spielraum ein. Mitunter ist das gesamte Bauvorhaben gefährdet, etwa wenn die Bauherren deshalb weitere Zusatzkosten wie Versicherungen, die während der Bauzeit anfallen, nicht mehr tragen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Fertighaus-Baufinanzierung sollten Sie drei wesentlichen Finanzierungs-Faktoren kennen: Vereinbarung der tilgungsfreien Zeit, Berücksichtigung der Bereitstellungszinsen und die Beachtung der Reihenfolge des Darlehens.
  • Beachten Sie diese und lassen sich individuell beraten, vermeiden Sie böse Überraschungen mit nicht einkalkulierten Zinsen oder Doppelbelastungsphasen.

Für die Fertighaus-Baufinanzierung sollten Sie als Bauherr unbedingt die folgende drei Faktoren beachten:

1. Eine tilgungsfreie Zeit vereinbaren

Die Kreditinstitute orientieren sich bei der Auszahlung ihrer Darlehen üblicherweise an den verschiedenen Bauabschnitten. Wichtig dabei ist, dass Sie zunächst eine tilgungsfreie Zeit vereinbaren, damit keine Doppelbelastung aus der Finanzierung der Tilgung auf der einen und Ihrer noch laufenden Miete auf der anderen Seite entsteht. In der tilgungsfreien Zeit bezahlen Sie nur die anfallenden Zinsen. Wie lange dieser Zeitraum andauert, sollte jeder Bauherr individuell mit seinem Finanzberater besprechen.

2. Die Bereitstellungszinsen einkalkulieren

Die Bank verlangt Zinsen dafür, dass sie dem Bauherrn das Darlehen für die Finanzierung bereit hält. Für die ersten drei bis sechs Monate fallen diese Zinsen noch nicht an, danach beträgt der aktuelle Bereitstellungszins jedoch 2% p.a. Da immer nach den einzelnen Bauabschnitten ausgezahlt wird, sollten Fertighaus-Bauherren wissen, wie lange diese auseinanderliegen und wie hoch die Kosten der anfallenden Zinsen für den nicht abgerufenen Teil des Darlehens sind. Auch das gilt es, mit dem Kreditinstitut anhand der Pläne und Terminvorgaben des Fertighaus-Herstellers individuell abzustimmen. Die Bereitstellungszinsen im Rahmen der Fertighaus-Baufinanzierung von vornherein zu berücksichtigen, erspart Ihnen als zukünftigen Fertighaus-Eigentümer einen unnötig tiefen Griff ins Portemonnaie.

3. Die Reihenfolge der Darlehen beachten

Die einzelnen Finanzierungsbausteine, die verschiedene Darlehen innerhalb der Fertighaus-Baufinanzierung, haben unterschiedliche Konditionen. So ist beispielsweise ein zinsgünstiges KfW-Darlehen im ersten Jahr tilgungsfrei. Das sollten Sie zu nutzen wissen. Als gängige Reihenfolge für die Zahlung der Bauabschnitte hat es sich bewährt, wenn Sie zuerst ihr Eigenkapital investieren, etwa für den Grundstückskauf. Anschließend sollten die im ersten Jahr tilgungsfreien KfW-Darlehen abgerufen werden. Erst dann ist es ratsam, Darlehen der Bank oder Sparkasse zu nutzen. Denn diese verfügen für gewöhnlich über die längste bereitstellungszinsfreie Zeit, wobei sie jedoch in der Regel keine Tilgungsausetzung ermöglichen. Fürs Detail ist natürlich auch bei der Darlehensreihenfolge eine umsichtige gemeinsame Planung der individuellen Aufteilung mit dem Finanzierungsberater und dem Fertighaus-Hersteller sehr wichtig.

Diese drei Faktoren zeigen, dass es bei der Baufinanzierung einiges zu beachten gilt und der Schlüssel zum ausgeklügelten Finanzierungsplan in der individuellen Beratung und einer guten Absprache mit dem Fertighaus-Hersteller liegt. Die Fertighaus-Baufinanzierung lässt sich so ohne böse Überraschungen durch unvorhergesehene Zinsen an den verschiedenen Bauphasen ausrichten. Hierbei biete ein Fertighaus einem Massivhaus gegenüber einen großen Vorteil: Da die einzelnen Teile seines Grundgerüsts bereits fertig geliefert werden, ist der Terminplan von Beginn an deutlich klarer. Die Fertighaus-Hersteller können sehr viel genauer voraussagen, wie lange, welche Bauphase andauern wird und wann die Endmontage erfolgen kann. Je nach Modell, Hersteller und Grundstücksgegebenheiten dauert der gesamte Prozess in der Regel rund vier bis sechs Monate. Welches Fertighaus für Sie das richtige ist, finden Sie am besten mit dem Fertighaus Konfigurator heraus.

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