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Kindersicherungen

Die Welt aus Sicht eines Kleinkindes: Alles ist neu, unbekannt und spannend. Alles ist einen Versuch wert, es anzufassen oder heran- bzw. herunterzuziehen. Dabei sind Kleinkinder nicht nur sehr erfindungsreich, sondern auch geschickt und flink. Leider stellt die Wohnung bzw. das Haus nicht nur ein spannendes Forschungsfeld für Ihre Kleinen dar, sondern auch eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Hier helfen Kindersicherungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in der Wohnung bzw. im Haus entscheiden vor allem Alter, Größe und Mobilitätsradius Ihres Sprösslings.
  • Treppen, Türen und Fenster sowie Mobiliar und Elektrogeräte – bei der kindgerechten Gestaltung Ihres Zuhauses müssen einige Aspekte beachtet werden.
  • Versuchen Sie sich in die Lage Ihres Kindes zu versetzen und potentielle Gefahrenquellen aus dessen Perspektive zu erkennen.

Je älter und mobiler, desto umfassender die Sicherheitsvorkehrungen

In den ersten Monaten nach der Geburt beschränkt sich das Lebensumfeld eines Babys noch auf das Kinderzimmer, das von den Eltern meist schon während der Schwangerschaft liebevoll eingerichtet und mit zahlreichen niedlichen Details ausgestattet wird. Sobald der Sprössling zu krabbeln beginnt, erweitert sich der Aktionsradius. Spätestens jetzt sollte die gesamte Wohnung bzw. das Haus babysicher gemacht werden. Dabei geht es weniger darum, das Zuhause von allen Gefahrenquellen zu befreien, sondern eher darum, Risiken zu erkennen. Eltern sollten sich also rechtzeitig fragen, wo die größten Gefahrenquellen lauern, welche Zimmer gesichert werden und was für die Sicherungsmaßnahmen besorgt werden muss. Je nach Alter, Größe, Mobilität und Kraft des Kindes gilt es dabei unterschiedliche Aspekte zu beachten: Babys, die gerade erst krabbeln gelernt haben, können noch keine Schubladen öffnen. Wenn der Nachwuchs zu laufen beginnt, muss jedoch alles, was in Griff- und Reichweite ist, gesichert werden.

1. Wie Sie die Kleinen vor dem tiefen Fall schützen

Treppenschutzgitter Die Preise für die unterschiedlichen Modelle von Treppenschutzgittern liegen zwischen 30 und 100€. Neben dem Preis und dem Verschlusssystem sollten Sie beim Kauf vor allem auf die Montagemöglichkeiten achten.

Stufen und Treppen stellen schon im Krabbelalter eine Gefahrenquelle für Kinder dar, da sie die Höhe und die damit verbundenen Gefahren eines Sturzes nicht einschätzen können. Treppengitter sind die einfachste und häufigste Form, Ihre Kleinen vor dem tiefen Fall zu schützen. Diese lassen sich mit wenigen Schrauben und ein paar einfachen Handgriffen montieren. Unterschätzen Sie jedoch nicht den Erfindungsreichtum Ihrer Kinder! Da diese oft recht schnell herausfinden, wie sie über das Gitter klettern können, sollte es eine Mindesthöhe von 60cm haben. Sie haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Verschlusssystemen der Gitter: Modelle mit Griffen sind weniger empfehlenswert, da der Nachwuchs spätestens ab dem zweiten Lebensjahr schnell herausfindet, wie sich das Tor öffnen lässt. Schiebemechanismen sind somit die bessere Wahl, da Kinder mit dieser Form der Verriegelung nicht vertraut sind. Haben die Kleinen jedoch auch hier einmal herausgefunden, wie der Mechanismus funktioniert, ist die Babysicherung nicht mehr wirkungsvoll.

Auf Nummer sicher gehen Sie mit Babygittern, die mit einem Schlüssel verschließbar sind. Dies bedeutet natürlich auch, dass nur Personen mit einem Schlüssel das Tor öffnen können. Für Erwachsene stellt dies normalerweise kein großes Problem dar, da sie meist problemlos über das Gitter steigen können. Schwierig ist dies jedoch für größere Kinder im Haushalt oder ältere, mobilitätseingeschränkte Personen. Eine Möglichkeit ist es, den Schlüssel an einem Haken neben dem Gitter aufzubewahren, der natürlich so hoch angebracht werden muss, dass Ihr Sprössling, den das Babygitter eigentlich schützen soll, nicht rankommt.

2. Eingeklemmte Finger und Beulen am Kopf – die Risiken von Türen und Fenstern

Türen, die im Windzug leicht zufallen, stellen eine große Gefahrenquelle für Kinderhände dar. Türstopper verhindern, dass sich die Kleinen die Finger einklemmen. Große Glasflächen, etwa bei Schiebetüren zur Terrasse, sollten Sie für das Kind gut erkennbar markieren – beispielsweise mit bunten Aufklebern –, um eine Beule zu vermeiden. Herabhängende Kordeln von Gardinen oder Fensterläden verführen die Kleinen oftmals dazu, daran zu ziehen. Sind diese nicht optimal befestigt, besteht die Gefahr, dass sie herunterfallen.

3. Der kindliche Entdeckergeist kennt keine Grenzen – kreative Nutzungen von Möbeln und Einrichtung

Kindersicherungen Kindersicherungen für Schränke und Schubladen gib es in unterschiedlichen Ausführungen. Sie sind sowohl als verschraubbares Modell als auch als Klebesicherung erhältlich und werden im Inneren befestigt.

Nicht nur Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht – wie ein bekanntes Sprichwort sagt – auch Ecken und Kanten von Schränken, Tischen und anderen Einrichtungsgegenständen können eine Gefahrenquelle für kleine Kinder darstellen. Spezielles Kantenschutzzubehör oder eine Do-it-yourself-Verkleidung aus Schaumstoff oder Kissen bieten Schutz. Möbelstücke wie Regale und Schränke werden auch gerne mal zum Klettergerüst umfunktioniert, weshalb sie unbedingt kippsicher an der Wand fixiert sein müssen. Gleiches gilt für Stehlampen, Vasen oder Ähnliches – auch hier muss für Standsicherheit gesorgt werden. Besonders interessant für die Kleinen ist natürlich auch, was sich im Inneren von Schränken und Schubladen verbirgt. Vor allem Orte, an denen Putzmittel, Medikamente oder scharfe Gegenstände aufbewahrt werden, müssen unbedingt vor dem Zugriff durch Kinderhände geschützt werden.

Denken Sie also daran, Schränke und Schubladen mit einem kleinen Riegel kindersicher zu verschließen. Auch Gegenstände, die bei Benutzung heiß werden, wie Herdplatten oder Bügeleisen, müssen unbedingt entsprechend gesichert werden. Vor allem um alte, schnell heiß werdende Backöfen sollten Herdgitter angebracht werden. Denken Sie auch daran, etwas kaltes Wasser nachlaufen zu lassen, nachdem Sie heißes Wasser aus dem Hahn entnommen haben. Bei Pflanzen ist ebenso Vorsicht geboten! Da Kinder die Welt gerne nicht nur mit den Augen und Händen erkunden, sondern oftmals auch ihren Geschmackssinn testen, informieren Sie sich rechtzeitig, ob Ihre Zimmerpflanzen bei Verzehr giftig sind. Darüber hinaus können auch vermeintlich ungefährliche Einrichtungsgegenstände wie Teppiche oder lose Bodenmatten Stolperfallen für Ihren Sprössling darstellen.

4. Unter Strom – die Gefahr aus der Steckdose

Die fachgerechte Bedienung von Elektrogeräten stellt oftmals für Erwachsene schon eine Herausforderung dar. Ihre Kleinen sollten Sie deshalb unbedingt davon fernhalten bzw. die gesamte Elektronik im Haushalt entsprechend sichern. Kindersicherungen für Steckdosen bestehen aus einem kleinen Plastikplättchen, das über die Kontakte gesetzt wird und somit den freien Zugang zur Stromquelle versperrt. Die Steckdose bleibt selbstverständlich trotzdem nutzbar. Elektrokabel sollten Sie so verlegen, dass sie für Kinder unerreichbar sind, also im besten Fall hinter Möbeln verstecken oder entsprechend fixieren. Bedenken Sie auch, dass alle Kabel, die herunterhängen, Ihr Kind dazu einladen, daran zu ziehen. Lassen Sie Föhn, Toaster und andere einfach anzustellende Geräte niemals eingesteckt herumliegen bzw. -stehen.

5. Die Welt mit Kinderaugen sehen

Ein Tipp zum Schluss, der Ihnen vielleicht etwas komisch vorkommen mag, jedoch sehr hilfreich ist, wenn Sie sich dazu entschließen, Ihre Wohnung bzw. Ihr Haus babyfit zu machen: Versuchen Sie, die Welt mit Kinderaugen zu sehen! Setzen Sie sich auf den Boden und erkennen Sie aus der Perspektive eines Kindes, was in Ihrem Umfeld besonders interessant aussieht und wo potentielle Gefahrenquellen lauern. Haben Sie noch Fragen zum Thema baby- bzw. kindgerechte Wohnumfeldgestaltung? Unsere unabhängigen Experten beraten Sie gerne.

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