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Almondia – Bautipps Die Bauherrenberatung

Mehrgenerationenhaus planen und bauen

Wenn Personen aus mehreren Generationen gemeinsam unter einem Dach wohnen, ist die Rede von einem Mehrgenerationenhaus. Dieser Beitrag erläutert die Vorteile und Herausforderungen, die mit diesem Wohnkonzept einhergehen, fasst die wichtigsten Informationen rund um Planung und Bau eines solchen Hauses übersichtlich zusammen und gibt Bauherren praktische Tipps an die Hand.

Einführung in das Mehrgenerationenhaus-Konzept

Klassischerweise ist ein Mehrgenerationengebäude ein Zwei- oder Drei-Generationenhaus, in dem nicht immer, aber doch zumeist verwandte Personen aus mehreren Generationen zusammenwohnen. Das können beispielsweise Kinder, Eltern und Großeltern sein. Im Gegensatz zum „normalen“ Zweifamilienhaus oder Doppelhaus werden manche Räumlichkeiten im Mehrgenerationenhaus von allen Bewohnern genutzt.

Der größte Vorteil: Jede Generation kann ihre Stärken und Fähigkeiten einbringen und erhält andererseits Unterstützung von den jüngeren oder älteren Mitbewohnern. Auf diese Weise profitieren alle vom altersgemischten Haushalt. Zu den typischen Zielgruppen des speziellen Wohnkonzepts gehört die kleine Familie mit einem Kind genauso wie die Großfamilie und Senioren.

Schnelleinstieg ins Thema

Flexibles Design für unterschiedliche Bedürfnisse: Der Entwurf eines Mehrgenerationenhauses sollte flexible Grundrisse und multifunktionale Räume umfassen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebensstilen der Bewohner gerecht zu werden.
Balance zwischen Privatsphäre und Gemeinschaft: Ein gelungenes Mehrgenerationenhaus muss sowohl private Rückzugsmöglichkeiten als auch gemeinschaftliche Bereiche für die soziale Interaktion beinhalten. Erst das Zusammenspiel aus Privatsphäre und Gemeinschaft macht einen harmonischen Alltag in einem Wohnumfeld, in dem sich alle Bewohner wohlfühlen, möglich.
Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit: Für ein ökonomisch und ökologisch sinnvoll angelegtes Mehrgenerationenhaus sind nachhaltige Bauweisen (z.B. Fertighaus in Holzrahmenbauweise) und energieeffiziente Technologien (z.B. PV-Anlagen und Wärmepumpen) von großer Bedeutung. Kombiniert mit modernen Ausstattungen, wie etwa Smart-Home-Komponenten, wird das Gebäude für generationsübergreifendes Zusammenleben zum zukunftsfähigen Erfolgsprojekt.

Planung und Grundstücksauswahl

Beim Kauf eines Grundstücks, auf dem das Zuhause für mehr als eine Generation entstehen soll, sind diese Aspekte zu berücksichtigen:

  • Ausreichende Größe für genügend Wohnfläche (GRZ und GFZ laut Bebauungsplan beachten)
  • Nähe zu benötigter Infrastruktur (z.B. Einkaufsmöglichkeiten, Krankenhäuser und Schulen)
  • Bodenbeschaffenheit und Erschließungsgrad
  • Gute Zugänglichkeit
  • Lage und Umgebung (für Familien und Senioren bevorzugt ruhig)

Vor- und Nachteile von Mehrgenerationenhäusern

Diese Vorteile und Nachteile sind bei der Entscheidung für oder gegen ein Generationenhaus gegeneinander abzuwägen:

Vorteile

  • Soziale Unterstützung: Familienmitglieder können sich gegenseitig unterstützen, sei es bei der Kinderbetreuung, bei pflegerischen Aufgaben, im Alltag oder in finanziellen Angelegenheiten
  • Gemeinschaftliches Leben: Das Zusammenwohnen fördert das soziale Miteinander und ermöglicht generationsübergreifende Beziehungen, sozialen Austausch und gemeinsame Aktivitäten, die die Bindung und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Familie stärken
  • Nutzung von Ressourcen: Die gemeinsame Nutzung von Räumen, Geräten und Dienstleistungen kann Kosten sparen und vereinfacht einen effizienten Ressourceneinsatz
  • Flexibilität: Das Haus für zwei, drei oder mehr Generationen öffnet die Tür für flexiblere Wohn- und Lebensformen, die sich den sich ändernden Bedürfnissen der Bewohner in verschiedenen Lebensphasen anpassen können
  • Einsamkeitsprävention: Die Anwesenheit unterschiedlich alter Personen im gleichen Haus kann Einsamkeit vorbeugen und das Wohlbefinden aller Bewohner fördern, was insbesondere für die Generation der Großeltern als großer Pluspunkt zu werten ist

Nachteile

  • Privatsphäre: Die gemeinsame Nutzung von Räumen im Haus und die überdurchschnittlich große Nähe zu anderen Familienmitgliedern kann die Privatsphäre einschränken
  • Konfliktpotenzial: Verschiedene Lebensstile, Bedürfnisse und Meinungen innerhalb der Familie können zu Konflikten und Spannungen führen
  • Abhängigkeit: Eine zu starke Abhängigkeit von anderen Familienmitgliedern kann sich wie eine Einschränkung der individuellen Freiheit und Selbstständigkeit anfühlen
  • Logistische Herausforderungen: Die Organisation des gemeinsamen Lebens und die Abstimmung von Terminen und Aktivitäten erfordert eine sorgfältige, vorausschauende Planung und eine hervorragend funktionierende Kommunikation
  • Finanzielle Belastung: Mehrgenerationenhäuser können zusätzliche Kosten für den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb verursachen, die unter Umständen nicht von allen Bewohnern gleichermaßen getragen werden können

Architektonische Gestaltung und Grundrissplanung

Diese Ansätze der architektonischen Gestaltung und des Grundriss-Designs bieten sich für Häuser vom Haustyp „Mehrgenerationenhaus“ an:

  • Einliegerwohnung im Keller oder separat nutzbare Wohneinheit unter dem Dach
  • Offener Gemeinschaftsbereich mit Ess- und Wohnzimmer
  • Barrierefreier Wohnraum für die ältere Generation
  • Grundriss, der die Option auf spätere Anpassungen und Veränderungen am Haus offen hält
  • Rückzugsmöglichkeiten für jede Partei, ggf. mit jeweils eigenem Badezimmer
  • Gemeinschaftlich nutzbare Freizeit- und Außenbereiche, z.B. Balkon, Terrasse, Garten und Spielzimmer
  • Berücksichtigung der Zugänglichkeit von Gemeinschaftsräumen bei der Planung von Grundrissen

Bauherren, die ein Fertighaus oder ein Eigenheim in massiver Bauform für mehrere Generationen bauen möchten, brauchen starke Baupartner mit Expertise auf diesem Gebiet. Ebensolche Profis finden sie bei Almondia – übersichtlich präsentiert, geprüft und aus der Region.

Einen praxisnahen Einblick in die ideale Grundrissgestaltung beim Mehrgenerationenhaus gibt das Grundrissshow-Video der Architekten von A better place:

Alternative zum Einfamilienhaus: Mehrfamilienhaus mit barrierefreiem Wohnbereich

Für viele Bauherren ist das Einfamilienhaus nicht mehr die einzige Option. Wer offen für andere Wohnformen ist, kann den Traum vom gemeinsamen Leben auch in einem Mehrfamilienhaus realisieren – mit einer separaten Wohnung je Generation und einem gemeinsamen Wohnbereich. Je nach Konzept lassen sich mehrere Etagen flexibel aufteilen und dabei die Barrierefreiheit im Erdgeschoss besonders berücksichtigen. Eine solche Immobilie kann nicht nur individuell auf die Wünsche der Bewohner abgestimmt werden, sondern auch von staatlicher Förderung profitieren. Ob modernisiert oder neu gebaut: Das Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohnungen ist eine clevere und zukunftsfähige Alternative zum klassischen Einfamilienhaus – gerade dann, wenn Barrierefreiheit, gemeinschaftliches Leben und individuelle Wünsche unter einem Dach vereint werden sollen.

Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und moderne Technologien

Diese baulichen Maßnahmen und Ausstattungselemente machen das Mehrgenerationenhaus zukunftsfähig und modern:

  • Nutzung nachhaltiger Rohstoffe beim Bau (z.B. Fertighaus aus Holz)
  • Hochwertige Dämmung und Abdichtung
  • Moderne Heiz- und Lüftungsanlagen
  • PV- oder Solaranlagen
  • Smart-Home-Technik
  • Sicherheits- und Überwachungssysteme

Gemeinschaftliches Zusammenleben und Organisation in einem Mehrgenerationenhaus

Damit das gemeinsame Wohnen im Generationenhaus für Familien so harmonisch wie möglich verläuft, braucht es Absprachen, die beispielsweise die folgenden Themen betreffen können:

  • Klare Verteilung der Aufgaben (Wer kümmert sich um die Einkäufe? Wer betreut wann die Kinder? Wer übernimmt welche Aufgaben im Haushalt?)
  • Offene, ehrliche Kommunikation der individuellen Bedürfnisse
  • Regelmäßige Zusammenkünfte zur Besprechung organisatorischer Angelegenheiten
  • Übereinkunft zur Aufteilung der Wohnräume (Welche Räume werden ausschließlich von einer Partei genutzt? Welche sind für die gemeinsame Nutzung vorgesehen?)
  • Regeln zum Umgang mit Meinungsverschiedenheiten und der Entscheidungsfindung (Wie wird das gemeinsame Wohnen betreffende Entscheidungen getroffen? Welche Entscheidungen müssen unbedingt gemeinsam getroffen werden bzw. welche darf wer auch alleine fällen?)

Haus für mehrere Generationen – Zukunftsperspektiven und Entwicklungstrends

Der demografische Wandel, der Mangel an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, die Wohnungsknappheit und das zunehmende Problem der Vereinsamung im Alter – es gibt mehr als nur einen guten Grund für Familien, ein Leben im Mehrgenerationenhaus zu wählen. In der Zukunftsperspektive ist entsprechend zu erwarten, dass immer mehr Menschen – insbesondere Eltern mit mehreren Kindern – bevorzugt ein Mehrgenerationenhaus bauen.

Künftig könnte der Trend verstärkt dahin gehen, dass nicht mehr nur Mitglieder einer Familie zusammen in einem Haus leben, wie es bis dato mehrheitlich der Fall ist. Stattdessen könnten sich auch nicht miteinander verwandte Menschen vermehrt zusammentun und generationsübergreifende Wohngemeinschaften bilden, von denen alle profitieren.

Fazit

Das Konzept „Mehrgenerationenhaus“ kann vielfältig umgesetzt werden, zum Beispiel als Zweifamilienhaus mit Einliegerwohnung und Gemeinschaftsräumen, als Doppelhaus mit ineinander übergehenden Hälften oder als großes Fertighaus für mehr als zwei Parteien. Für ideale Ergebnisse und Häuser, in denen sich alle Bewohner wohlfühlen, braucht es ein geeignetes Grundstück, durchdachte Grundrisse, klare Absprachen und Architekten oder Fertighaus-Anbieter, die wissen, worauf es bei Gebäuden für zwei oder mehr Generationen ankommt.

Wer die vielfältigen Möglichkeiten, die das Haus für mehrere Generationen eröffnet, in Zukunft selbst erleben und sich auf ein Wohnen in lebendiger, generationsübergreifender Gemeinschaft einlassen möchte, findet über Almondia kompetente Baupartner zur Umsetzung dieses spannenden Projekts.

Mehr noch: Mit unserem praktischen Hausrechner können Bauherren in spe mit nur wenigen Klicks herausfinden, was ihr Mehrgenerationenhaus in etwa kosten würde, und haben so von Anfang an den vollen Überblick über die Finanzen.

FAQs (Häufig gestellte Fragen)

Das Mehrgenerationenwohnen eignet sich unter anderem für diese Personen:

  • Berufstätige Eltern
  • Kinder und Jugendliche
  • Senioren
  • Studenten
  • Personen, die generationsübergreifenden Austausch schätzen
  • Bewohner, die auf Hilfe (z.B. bei der Bewältigung des Alltags) angewiesen sind
  • Kommunikationsfreudige, gesellige Personen

Das gemeinschaftliche Wohnen im Mehrgenerationenhaus bietet mitunter in diesen Punkten einen Mehrwert:

  • Gemeinschaftliche Ressourcennutzung
  • Soziale Interaktion
  • Gegenseitige Unterstützung (z.B. Betreuung, pflegerische Aufgaben etc.)
  • Flexible Wohnformen, die sich an unterschiedliche Lebensphasen und Bedürfnisse anpassen

Ist ein Mehrgenerationenhaus geplant, muss frühzeitig geklärt werden, welche Beteiligten sich inwiefern an der Finanzierung beteiligen und wie sich die Eigentumsverhältnisse entsprechend verteilen. Die Finanzierung selbst ist beispielsweise über einen Immobilienkredit möglich und kann unter Umständen von Fördermitteln des Bundes, der Länder und der Kommunen gestützt werden. 

Autorin Sarah Völkl

Sarah Völkl hat Architektur studiert und ist seit Jahren das Gesicht von a better place. Mit ihren Videos ist sie bei YouTube vielen Personen schon länger bekannt. Sarah teilt Ihr Wissen jetzt auch bei den Bautipps von Almondia.
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