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Haus in Holzständerbauweise planen und bauen

Während das Massivhaus lange Zeit als Standard im Hausbau galt und von den allermeisten Bauherren bevorzugt wurde, hat sich das Haus in Holzständerbauweise mittlerweile ebenfalls etabliert. Heute ist es so verbreitet wie nie zuvor. In diesem Beitrag informieren wir umfassend über die bewährte Bauweise und sprechen dabei mitunter über deren Vorteile, die verschiedenen Arten und die Kosten von Holzständerbau-Gebäuden. Darüber hinaus gehen wir auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, den Planungsprozess, die Bauphasen und den Aufbau der Holzkonstruktion sowie auf Holzbau-Fertighäuser ein.

Einführung in die Holzständerbauweise

Die Holzständerbauweise, die auch als Holzrahmenbau- oder Ständerbauweise bezeichnet wird, geht in ihrem Ursprung auf den Fachwerkbau zurück. Das Prinzip der speziellen Bauform basiert auf Holzstützen, die die Last des Hauses tragen.

Auf diese Weise wurden bereits in der Antike und durch alle folgenden Epochen hindurch Bauten errichtet. Das Holzständerhaus ist also keinesfalls eine neue Konstruktionsform. Allerdings stand es im Laufe des 19. Jahrhunderts verstärkt im Schatten des Massivbaus, der lange als dominierende Bauart galt. Heute genießen die Grundsätze des Holzständerbaus jedoch wieder eine enorme Popularität und werden in Deutschland unter Einsatz moderner, optimierter Bauverfahren tagtäglich vielfach auf Baustellen angewandt.

Schnelleinstieg ins Thema

Im Folgenden setzen wir uns unter anderem mit diesen Punkten auseinander:

Arten der Holzständerbauweise: Der Begriff Holzständerbauweise fasst unterschiedliche Bauweisen, wie etwa die Plattformbauweise, das Balloon Framing und die Post-and-Beam-Konstruktion, zusammen. Am verbreitetsten sind hierzulande der Holzrahmenbau, der Holztafelbau und der Skelettbau.
Planungs- und Bauphase: Für ein solides, langlebiges Gebäude in Holzständerbauweise sind eine gründliche Planung und eine sorgfältige Materialauswahl von großer Bedeutung. Zusätzlich müssen selbstverständlich die Bauvorschriften, die bundes- und landesweit sowie auf kommunaler Ebene gelten, berücksichtigt werden.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit: Als nachwachsende Ressource ist Holz ein nachhaltiger Baustoff, der die Holzständerbauweise zu einer umweltfreundlichen Bauform macht. Moderne Dämmtechniken und die Integration erneuerbarer Energiequellen erhöhen die Energieeffizienz der Wohnhäuser zusätzlich.

Vorteile der Holzständerbauweise

Holzbauständergebäude überzeugen mit diesen Vorteilen:

  • Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte: Die Holzhäuser werden zu großen Teilen aus dem natürlichen, nachwachsenden Rohstoff Holz erbaut. Ein schwerwiegender Vorteil ist demnach in ihrer Nachhaltigkeit zu finden.
  • Schnelligkeit: Die Decken- und Wandelemente für die Häuser werden in aller Regel zumindest teilweise vorgefertigt, was einen schnellen Aufbau auf der Baustelle ermöglicht. Zudem entfallen Trocknungszeiten, wie sie beim Massivhaus einkalkuliert werden müssen.
  • Flexibilität: Die Bauform erlaubt große Flexibilität in der Gestaltung der Grundrisse und eignet sich zum Bauen unterschiedlichster Haustypen von der Stadtvilla über den Bungalow bis hin zum Mehrfamilienhaus.
  • Energieeffizienz und Wärmedämmung: Hochwertige Holzständerwohnhäuser punkten mit hervorragenden Dämmwerten. Daraus resultiert eine erstklassige Energieeffizienz, die für die Bauherren insbesondere anhand von Einsparungen bei den Heizkosten deutlich werden.

    Nachteile der Holzständerbauweise

    Natürlich hat auch das Holzständerbauwerk seine Nachteile:

    • Erhöhte Anfälligkeit für Feuchtigkeit und Schädlinge
    • Begrenzte Tragfähigkeit im Vergleich zum Massivbau
    • Risiko einer potenziell höheren Brandgefahr

    Übrigens: Ausführlichere Infos zu den Vor- und Nachteilen von Holzständerwohnhäusern finden Sie in unserem großen „Holzhaus vs. Massivhaus Vergleich“.

    Arten von Holzständerbauweisen

    Zur Holzständerbauweise gehören diese Unterarten:

    • Plattformbauweise (Platform Frame): Plattformartig aufeinander aufbauende Geschosse in einfacher und flexibler Konstruktion
    • Balloon Framing (Ballonständerbauweise): Holzständer, die durch mehrere Stockwerke reichen und den Einbau hoher Wände und Fenster ermöglichen
    • Post-and-Beam (Pfosten-Riegel-Konstruktion): Traditionelle Methode mit schweren Pfosten und Riegeln, die sich vorrangig für Häuser mit offenem Grundriss eignet
    • Skeleton Framing (Skelettbauweise): Skelett aus Holzständern, das mit Trockenbau oder Verkleidungen ausgefüllt wird
    • Holztafelbauweise: Vorgefertigte Wand-, Boden- und Deckenelemente werden zu schnell montierbaren Modulen zusammengesetzt
    • Holzrahmenbauweise: Sehr leichte Bauweise basierend auf mit Dämmmaterial und Verkleidungen ausgestatteten Holzrahmen, welche flexible Raumgestaltungen zulassen und ideal isolieren
    • Hybridbauweise: Kombination verschiedener Materialien zur Erfüllung spezifischer Anforderungen

    Die Errichtung von Holzhäusern erfolgt heutzutage überwiegend in Skelett-, Holzrahmen- oder Holztafelbauweise.

    Planungsphase: Von der Idee zum Bauplan

    Bei der Planung eines Hauses muss eine Vielzahl von Aspekten bedacht und Dingen geklärt werden. Im Wesentlichen fallen diese Aufgaben an:

    • Erstellen eines individuellen Bedarfs- und Budgetplans zur soliden Planung der Finanzierung
    • Wahl eines Bauunternehmens oder Architekten mit Erfahrung auf dem Gebiet der Holzständergebäude
    • Informieren über Genehmigungsverfahren, Bauvorschriften und regionale Verordnungen, beispielsweise bezüglich des Brandschutzes, der Dämmung, des Schallschutzes, der einzuhaltenden Abstandsflächen und der zulässigen Architektur (z.B. Dach-Gestaltung, Anzahl an Geschossen etc.)
    • Finden eines geeigneten Grundstücks für ein Holzhaus
    • Planung von Grundriss, Raumaufteilung und architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten im Einklang mit den individuellen Wünschen und Bedürfnissen

    Übrigens: Es empfiehlt sich, sich schon in der frühen Planungsphase von einem kompetenten Architekten oder Baupartner unterstützen zu lassen. Nutzen Sie das Almondia Tool „Baufirma finden“ und entdecken Sie eine Auswahl an qualifizierten Bauunternehmen in Ihrer Nähe.

    Materialauswahl und Konstruktion für ein Holzhaus

    Das Material, um das sich beim Haus in Holzbauweise alles dreht, ist natürlich Holz. Klassischerweise wird sogenanntes Konstruktionsvollholz (KVH) zu Stützen verarbeitet. Dabei handelt es sich um das Holz heimischer Nadelbäume, wie der Fichte oder der Tanne. Zum Auskleiden der Wände wird auf Holzwerkstoffplatten zurückgegriffen, die den Bauelementen ihre Stabilität verleihen. Verkleidungen können aus ästhetischen Gründen aus teuren Hölzern, wie Douglasie oder Lärche, hergestellt werden.

    Damit das Haus möglichst energieeffizient ist, müssen geeignete Dämmmaterialien ausgewählt werden. Im Idealfall setzen Bauherren hier auf natürliche Dämmstoffe, zum Beispiel aus Holzspänen, Hanf oder Flachs, die nicht „nur“ zuverlässig dämmen, sondern auch zu einem ausgeglichenen Raumklima und guter Wohngesundheit beitragen.

    Im Gesamten setzt sich die Konstruktion von Häusern in Holzständerbauweise aus diesen Komponenten zusammen:

    • Horizontale Schwellen in Form von Balken, die direkt auf das Fundament aufbauen
    • Ständer als robuste, tragfähige Stützen, die vertikal auf die Schwellen aufgesetzt werden
    • Horizontal verlaufende Balken (Rähm) zur Verbindung der einzelnen Ständer
    • An den Holzständern angebrachte, großflächige Beplankung
    • Dämmmaterialien zum Auskleiden der „hohlen“ Wandflächen zwischen den Ständern

    Übrigens: Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es wichtig, Holz aus verantwortungsbewusster Forstwirtschaft zu beziehen. Darauf weisen besondere Siegel, zum Beispiel das FSC-Siegel, hin.

    Wandaufbau und Innenausbau im Vergleich zur Massivbauweise

    Beim Wandaufbau in der Ständerbauweise entsteht im Gegensatz zur Massivbauweise eine flexible Installationsebene, die Leitungen und Dämmungen effizient integriert. Dadurch lassen sich Räume im Einfamilienhaus individuell gestalten und den Innenausbau deutlich schneller realisieren. Die Verwendung natürlicher Baumaterialien sorgt dabei nicht nur für kurze Bauzeit, sondern auch für ein angenehmes Raumklima. Vergleicht man den Wandaufbau von Massivbauweise und Ständerbauweise, zeigt sich, dass der Innenausbau beim Holzhaus in vielen Fällen einfacher und kostengünstiger umzusetzen ist – ein klarer Vorteil, besonders für ein modernes Einfamilienhaus mit flexiblen Räumen.

    Bauphase: Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Diese zentralen Schritte prägen den Hausbau in Holzständerbauweise:

    1. Vorbereitungen auf dem Grundstück, allem voran Erschließungs- und Erdarbeiten
    2. Gießen der Bodenplatte beziehungsweise Errichtung des Kellers
    3. Aufbau des Holzständergerüsts aus Schwelle, Ständern und Rähm
    4. Anbringen der Außenbeplankung
    5. Ausstatten der Wände mit Dämmmaterial
    6. Fassadenaufbau
    7. Dachaufbau und Eindecken
    8. Einsetzen der Innenwände
    9. Einbau von Fenstern und Türen
    10. Anbringen der Boden- und Wandbeläge im Innenraum
    11. Installation von Heizungs-, Sanitär- und Lüftungstechnik

    Viele dieser Schritte finden bei Fertighäusern in Holzbauweisen dieser Art nicht vor Ort auf der Baustelle, sondern im Werk des Anbieters statt. Dort werden die Bauteile für Wände, Böden und Decken unter idealen, kontrollierbaren Bedingungen vollkommen wetterunabhängig vorgefertigt, was in einer gleichbleibend hohen Qualität resultiert.

    Energieeffizienz und Nachhaltigkeit für den Holzbau

    Moderne Bauherren streben danach, ihr Haus so energieeffizient wie möglich zu errichten. Das ist sowohl im Massivbau als auch im Holzrahmenbau, Holztafelbau und anderen Holzbauweisen umsetzbar.

    Vor diesem Hintergrund glänzt das in Holzständerbauweise errichtete Haus mit der Option, die Wände mit innovativen, höchsteffektiven Dämmmaterialien auszukleiden. Diese regulieren das Raumklima, sodass sie die Innenräume im Sommer vor Hitze schützen, während sie im Winter dafür sorgen, dass Wärmeverluste minimiert werden.

    Diese zusätzlichen Maßnahmen zur Optimierung der Energiebilanz sind denkbar:

    • PV- und Solaranlagen auf dem Dach
    • Wärmepumpen
    • Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung
    • Ausstattung mit smarten Steuersystemen für Heizung und Lüftung

    Selbstverständlich können Holzhäuser nach den Kriterien für KfW Effizienzhäuser (z.B. Effizienzhaus 40 oder Effizienzhaus 55) sowie als Passivhäuser oder Nullenergiehäuser geplant und gebaut werden.

    Fertighaus in Holzständerbauweise mit Keller

    Ein Holzständerwohnhaus muss nicht zwingend ein Fertighaus sein. Oftmals treffen Baufamilien aber ganz bewusst die Entscheidung für ein Fertigbau-Holzhaus. Grund dafür sind mitunter diese Vorteile von Fertighäusern:

    • Hohe Qualität und kurze Bauzeit durch Vorfertigung im Werk
    • Minimierung von Schnittstellen-Problematiken durch exakt aufeinander abgestimmte Komponenten
    • Niedriger Koordinationsaufwand und viele Leistungen aus einer Hand

    Jede Menge wichtige Infos und nützliche Hinweise für Fertighaus-Interessenten sind in diesem Video des Fertighausexperten enthalten:

    Genau wie beim Massivbau haben künftige Hauseigentümer auch beim Fertighaus die Wahl zwischen der Bodenplatte und dem Bau mit Keller. Normalerweise haben auch Holzhäuser einen massiven Keller aus Beton, der in der Lage sein muss, die Last des Holzhauses zu tragen. Viele Fertighausanbieter liefern den geeigneten Keller auf Wunsch direkt mit oder können Unternehmen empfehlen, die passende Keller für Häuser aus Holz anfertigen.

    Übrigens: Eine wichtige Rolle spielt die Dichtung und Dämmung des Kellers. Wird an dieser Stelle nicht sauber gearbeitet, kann dies die Substanz des Holzhauses auf Dauer schädigen und die Statik beeinträchtigen.

    Kosten und Finanzierung eines Holzhausbaus

    Was kostet ein Holzhaus in Holzständerbauweise? Im Schnitt belaufen sich die Kosten für den Rohbau eines Holzhauses in Holzrahmenbauweise auf 1.200 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter.

    Grundsätzlich kann nicht gesagt werden, ob der Hausbau bei einem Holzhaus günstiger ist als bei einem Massivhaus. Allerdings fallen die Kosten pro Quadratmeter nutzbarer Wohnfläche oft etwas geringer aus. Warum? Ganz einfach: Die Wände sind bei einem Massivhaus dicker, sodass ein gleichgroßes Holzhaus am Ende ungefähr 10 % mehr Wohnfläche bietet.

    Generell werden die Baukosten jedoch von vielen Faktoren beeinflusst, von denen einige nichts mit der Bauweise zu tun haben:

    • Bodenverhältnisse und Erschließungsgrad auf dem Grundstück
    • Größe, Raumaufteilung und Komplexität der Architektur
    • Materialauswahl
    • Ausstattung (z.B. Keller oder Bodenplatte, Smart-Home-Technologie, PV-Anlagen etc.)
    • Preisniveau des Baupartners

    Sie wünschen sich eine konkretere Einschätzung dazu, was Ihr Traumhaus aus Holz kosten könnte? Dann nutzen Sie den Almondia Hausrechner. Unser praktisches Tool erfasst Ihre individuellen Angaben und stellt Ihnen dazu passende Angebote zur Verfügung – schnell, einfach und unverbindlich.

    Fazit: Die Zukunft der Holzständerbauweise

    Ein natürlicher, nachhaltiger Baustoff, effektive Dämmungen, schnelle Fortschritte auf der Baustelle und flexible Gestaltungsoptionen: Es gibt weit mehr als nur einen Vorteil, der für den Bau eines Holzhauses in Holzständerbauweise spricht. Angesichts der attraktiven Vorzüge, der fortlaufenden Weiterentwicklung von Bauvorgängen und des Einsatzes moderner Technologien dürften sich in Zukunft noch mehr Menschen gezielt für ein derartiges Holzhaus entscheiden, als es heute schon der Fall ist.

    FAQs (Häufig gestellte Fragen)

    Grundsätzlich können viele Hölzer zum Bau von Holzhäusern verwendet werden. Aufgrund ihrer Verfügbarkeit, Beschaffenheit und Kostengünstigkeit werden für die tragenden Elemente jedoch besonders oft Tannen- oder Fichtenholz genutzt. Für die Verkleidung greifen Baufamilien gerne zu Lärche, Eiche, Buche, Kiefer, Douglasie oder Teak.

    Im Vergleich zum Massivhaus steht das Holzständerwohnhaus für gewöhnlich schneller. Das gilt vor allem für Fertighaus-Holzhäuser, deren Elemente werkseitig vorproduziert werden. Wie viel Zeit zwischen Planung und Einzug verstreicht, hängt aber immer von vielen Faktoren, wie etwa vom Umfang der notwendigen Erschließungs- und Erdarbeiten und der Auslastung der beteiligten Gewerke, ab. 

    Autorin Sarah Völkl

    Sarah Völkl hat Architektur studiert und ist seit Jahren das Gesicht von a better place. Mit ihren Videos ist sie bei YouTube vielen Personen schon länger bekannt. Sarah teilt Ihr Wissen jetzt auch bei den Bautipps von Almondia.
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