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Almondia – Bautipps Die Bauherrenberatung

Abriss Haus: Was kostet der Hausabriss wirklich?

Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist nach wie vor hoch. Hinzu kommt noch, dass die Preise für freie Grundstücke nahezu unbezahlbar sind. Warum also nicht einen Baugrund in guter Lage mit einer baufälligen Bestandsimmobilie kaufen und diese dann abzureißen? Das hört sich zwar einfach an, ist es aber nicht, denn vor einem Hausabriss müssen einige Hürden genommen werden. Neben den hohen Kosten sind eine Vielzahl von gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Mit dem folgenden Ratgeber möchten wir nicht nur auf die Vorschriften und Gesetze näher eingehen, sondern haben auch die Kosten analysiert.

Schnelleinstieg ins Thema

Kosten, wenn ein Haus abgerissen werden soll: Hierzu gibt es keine pauschalen Aussagen, denn die Gesamtkosten sind vom Projekt, der Hausgröße sowie der Bauweise und Komplexität abhängig.
Die verschiedenen Phasen rund um den Hausabriss: Im Detail sind das vorbereitende Maßnahmen, der Abriss, die Bauschuttentsorgung sowie die verschiedenen Nacharbeiten.
Tipps zum Sparen beim Hausabriss: Entkernung und Entrümpelung in Eigenleistung vornehmen, gute Bauteile verkaufen und in jedem Fall Angebote der verschiedenen Unternehmen vergleichen.

Was kostet ein Hausabriss? – Überblick über die Preisspanne

Man sollt meinen, dass der Hausabriss eine einfache Sache ist, die sich vor dem eigentlichen Hausbau schnell erledigen lässt. Angehende Bauherren machen sich zu den Abrisskosten wenig Gedanken. Die Kosten dafür werden von verschiedenen Kostenfaktoren bestimmt. Ausführliche Tipps und weitere Informationen zum Abriss einer Immobilie sind auf der Website von Fertighausexperte nachzulesen.

  • Durchschnittliche Kosten pro m² Wohnfläche: In Deutschland muss für einen Hausabriss mit Kosten durchschnittlich zwischen 10.000 und 25.000 Euro gerechnet werden. Je nach Größe und Art des Hauses sind das zwischen 50 und 200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
  • Gesamtbeispiele: Für den Abriss Einfamilienhaus mit 100 m² Wohnfläche fallen im Schnitt Kosten von ca. 10.000 bis 25.000 € an. Hierzu kommen die Kosten für die Entsorgung des Bauschutts , für die Baustelleneinrichtung und für die anschließenden Erdarbeiten, da die Grube wieder aufgefüllt und verdichtet werden muss. Nicht vergessen werden dürfen die Gebühren für die Abrissgenehmigung, die im Schnitt zwischen 500 und 3.000 Euro betragen.
  • Kostenfaktoren: Neben der Bauweise hängen die Kosten von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Art und Größe des Gebäudes sowie die Art der Baustoffe. Wurden Asbest oder andere schadstoffhaltige Materialien verbaut, dann erhöht dies die Kosten deutlich, denn es sind spezielle Entsorgungsverfahren erforderlich. Weitere Faktoren sind die Lage und die Zugänglichkeit zum Gebäude. Eine enge Bebauung erfordert nicht nur zusätzliche Absperrungen, sondern oftmals auch aufwändige Maßnahmen. Die Kosten für die Entsorgung lassen sich nicht pauschal beziffern, da Bauschutt und Sondermüll getrennt entsorgt werden müssen.

Welche Faktoren beeinflussen die Abrisskosten?

Die Kosten beim Abriss eines Hauses werden von einer Vielzahl von Kostenfaktoren beeinflusst. Neben der Bauweise sind das Größe und Lage sowie eine eventuelle Schadstoffbelastung. Nicht zu vergessen sind die Entsorgung und das Recycling des Bauschutts sowie die Gebühren für Genehmigungen. Im Folgenden möchten wir auf die verschiedenen Kostenfaktoren näher eingehen, damit Bauherren verstehen, wie sich die Kosten für Abriss Haus sich zusammensetzen.

Bauweise des Hauses

Je größer das Haus ist, das abgerissen werden soll, desto mehr Zeit, Arbeitskräfte und Maschinen sind nötig. Ein größeres Gebäude bedeutet in der Regel auch mehr Material und damit verbunden längere und arbeitsintensivere Abbrucharbeiten. Vielfach müssen mehr und größere Maschinen eingesetzt werden. Dies gilt sowohl für den Abriss als auch für die spätere Entsorgung des Bauschutts.

Ein Haus in Massivbauweise verursacht beim Abriss mehr Aufwand als ein Haus in Holzständerbauweise oder mit Fachwerk.

Größe & Geschosszahl

Die Größe der Gebäude und somit die Wohnfläche und der umbaute Raum, ist vielfach von der Geschosszahl abhängig. Mit jedem zusätzlichen Geschoss steigt nicht nur der Aufwand, sondern auch die Komplexität bei den Abrissarbeiten. Dies bedeutet, dass bei mehr Kubikmeter umbautem Raum die Quadratmeterkosten für den Abriss entsprechend höher ausfallen können.

Keller – Ja oder nein?

Durch das Vorhandensein eines Kellers steigen die Kosten für den Hausabriss, da der Keller nicht nur ausgebaggert werden muss, sondern es muss anschließend die Baugrube verfüllt und verdichtet werden. Dabei spielt es erst einmal keine Rolle, ob es sich um eine Teilunterkellerung oder einen Vollkeller handelt. Die folgende Tabelle erläutert die Gründe der höheren Kosten beim Hausabriss mit Keller.

KostenfaktorenHinweise
Verfüllen der GrubeNachdem der Keller ausgebaggert wurde, muss die entstandene Baugrube aufgefüllt und verdichtet werden, um den Baugrund zu sichern. Dies erfordert zusätzliche und kostenintensive Arbeitsschritte.
Eventuelle vorhandene SchadstoffeNicht nur der Zustand des Kellers (Schäden durch Feuchtigkeit) beeinflusst die Kostenhöhe, sondern auch eventuelle Schadstoffe wie Asbest. Der Bauschutt muss auf einer besonderen Deponie entsorgt werden, was die Abrisskosten in die Höhe treibt.
ZugänglichkeitIst der Keller schwer oder gar nicht zugänglich, erfordert dies den Einsatz von schwerem Gerät, was ebenfalls die Gesamtkosten für den Abriss beeinflusst.

Schadstoffbelastung

Gerade ältere Immobilien enthalten schädliche Stoffe wie Asbest, Teer, PCB, Formaldehyd und Mineralfasern. Diese Stoffe gelten als gesundheitsgefährdend und müssen gesondert und kostenintensiv durch zertifizierte Fachkräfte entsorgt werden.

Die Entsorgungskosten für Sondermüll sind deutlich höher als bei reinem Schutt oder Baumischabfall. Durch die umweltrechtlichen Auflagen für Behandlung und Entsorgung der genannten Materialien werden die Kosten in die Höhe getrieben.

Es ist wichtig, in einem solchen Fall ein erfahrenes Abrissunternehmen mit der nötigen technischen Ausstattung für die Abrissarbeiten zu engagieren, da hier der Fokus auf sicherem Recycling liegt.

Grundstückslage & Zufahrtsmöglichkeiten

Dass die Abrisskosten einer Immobilie von der Grundstückslage bzw. den Zufahrtsmöglichkeiten beeinflusst werden, ist vielen Bauherren nicht klar. Dabei liegen die Gründe klar auf der Hand, es werden nicht nur Spezialmaschinen benötigt, sondern auch zusätzliches Personal. Des Weiteren sind Sicherheitsmaßnahmen deutlich aufwändiger.

MaßnahmenHinweise
ZugänglichkeitEine schwierige oder eingeschränkte Zufahrt erfordert den Einsatz von kleiner Maschinen oder aber den Transport über eine längere Strecke.
SicherheitsmaßnahmenSowohl in dicht bebauten Gebieten als auch an belebten Straßen sind umfangreiche Absperrungen und Sicherheitsvorkehrungen nötig, um die Baustelle zu sichern.
GenehmigungenSchwer erreichbare Grundstücke erfordern in einigen Fällen eine spezielle Genehmigung. Dies wiederum erfordert eine detailliertere Planung und somit auch einen höheren administrativen Einsatz.
TransportkostenDer Abtransport des Schutts und dergleichen wird bei schwieriger Grundstückslage oder schlechter Zugänglichkeit zum Grundstück zu einer logistischen Herausforderung.

Wie sieht die Kostenaufstellung im Detail aus?

Die Abrisskosten für ein Haus setzen sich aus verschiedenen Posten und Kostenpunkte zusammen. Dazu zählen die verschiedenen Vorleistungen bzw. vorbereitende Maßnahmen, der eigentliche Abriss, die Entsorgung sowie die diversen Nacharbeiten auf dem Grundstück.

Vorbereitende Maßnahmen

Zu den Vorleistungen bzw. den vorbereitenden Maßnahmen beim Haus abreißen gehören verschiedene Punkte, die oftmals zu Anfang nicht bedacht werden.

  • Entkernung: Dazu zählen das Entfernen von Einbauten, Leitungen und anderen beweglichen Teilen.
  • Beweissicherung: Vor der Durchführung der Abrissarbeiten durch ein Abrissunternehmen wird der Zustand der Nachbarhäuser dokumentiert.
  • Leitungsrückbau: Wasser-, Strom- und Kanalanschluss sowie die Leitungen für Gas und von der Telekom müssen stillgelegt und entfernt werden.
  • Gutachten und Genehmigungen: Es müssen notwendige statische Untersuchungen vorgenommen und die Abrissgenehmigung bei der zuständigen Behörde eingeholt werden.
  • Schadstoffanalyse: Es erfolgt eine fachgerechte Analyse sowie das Entfernen von Schadstoffen wie Asbest und dergleichen.
  • Baustellenvorbereitung: Es werden Absperrungen und Zäune aufgestellt sowie weitere Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Umgebung vorgenommen.

Für die vorbereitenden Maßnahmen ist mit Kosten von 8 bis 9 Euro pro Quadratmeter zu rechnen. Kosten für entkernung und Schadstofftrennung müssen dabei zusätzlich kalkuliert werden und belaufen sich auf ca. 21 bis 23 Euro pro qm.

Abrissarbeiten

Nachdem das Grundstück ausreichend abgesichert ist, kann mit dem maschinellen Rückbau begonnen werden. Dazu werden Bagger und weitere Spezialgeräte eingesetzt.

In engen Innenhöfen oder sonstigen schwierigen Zugängen zum Gebäude, welche die Durchführung behindern, werden Teilabbrüche manuell vorgenommen. Dies ist auch der Fall, wenn das Haus oder Teile davon unter Denkmalschutz stehen.

Bauherren sollten mit Abrisskosten von 50 bis 92 Euro pro qm rechnen. Für Erdarbeiten inklusive dem Kellerabriss bzw. dem Abriss des Fundaments fallen Zusatzkosten in Höhe von 32 bis 35 Euro pro qm an.

Entsorgung

Der anfallende Bauschutt wird in die verschiedenen Materialien wie Steine, Holz, Metall und Sondermüll getrennt. Grundsätzlich sieht dabei das Kreislaufwirtschaftsgesetz die mögliche Wiederverwertung der verschiedenen Materialien vor.

Sobald das Abbruchmaterial sortiert ist, können Container und LKWs für die verschiedenen Deponien bestellt werden. Die Entsorgungskosten sind dabei abhängig von der Menge, der Art und der Entfernung zur jeweiligen Deponie, liegen aber in der Regel zwischen 24 – 27 Euro pro Kubikmeter.

Nacharbeiten

Dazu zählen das Auffüllen der Grube nach dem Abriss. Dieser Aspekt ist gerade bei einem unterkellerten Haus sehr wichtig. Das ordnungsgemäße Auffüllen und Verdichten sorgt für einen stabilen Baugrund. Dies dient der Vorbereitung für einen Neubau, damit dieser von Anfang an ohne Probleme starten kann. Die Nacharbeitungskosten sind abhängig vom Umfang der Arbeiten und sollten im Vorfeld mit dem Abrissunternehmen geklärt werden.

Muss man für den Hausabriss eine Genehmigung beantragen?

Vielfach ist eine Abrissgenehmigung nötig. Weitergehende Informationen rund um die gesetzlichen Bestimmungen und Genehmigungen bekommen Bauherren auf der Website von Davinci-Haus.

  • Abbruchgenehmigung: Die entsprechenden Regelungen können in der jeweiligen Landesbauordnung nachgelesen werden. Bauherren, die unsicher sind, sollten vor dem Abriss das Bauamt informieren und ihr Vorhaben schildern. Eigentümer erfahren dann, ob sie eine Genehmigung benötigen oder ob die Anzeige zum Haus abreißen ausreichend ist.  
  • Unterschiede je nach Gebäudeart: Für einen kleineren Abriss (Nebengebäude) unter einem bestimmten Gesamtvolumen wird keine Genehmigung benötigt.  In einigen Bundesländern dürfen Gebäude unter 300 Kubikmeter ohne Abrissgenehmigung abgerissen werden.
  • Ansprechpartner: Üblicherweise ist dies das Bauamt der jeweiligen Gemeinde. Gibt es kein Bauamt, dann kann die Stadtverwaltung darüber Informationen geben.
  • Abbruchanzeige vs. Abbruchgenehmigung: Bei der Abbruchanzeige handelt es sich um eine Mitteilung an die untere Bauaufsichtsbehörde. Sie wird benötigt, wenn die Errichtung des Gebäudes nach § 55 der Landesbauordnung genehmigungsfrei war. Beispiel für einen anzeigepflichtigen Abriss ist ein kleines Gebäude. Nachdem die Behörde über den Abriss informiert wurde, kann sie eventuell gegen den Abbruch Einspruch einlegen oder weitere Maßnahmen einleiten. Anders sieht es bei der Abbruchgenehmigung aus. Ein solch förmlicher Antrag muss vor dem Abriss eines Hauses gestellt werden. Dies ist in jedem Fall bei einem größeren Gebäude wie zum Beispiel einem Wohnhaus der Fall.

Welche Vorschriften und Gesetze sind beim Hausabriss zu beachten?

Rund um das Haus abreißen, müssen in Deutschland verschiedene Vorschriften und Gesetze eingehalten werden.

  • Landesbauordnungen: Die exakten Regeln rund um das Haus abreißen sind in den jeweiligen Landesbauordnungen der Bundesländer nachzulesen.
  • Abrissgenehmigung: In den meisten Fällen ist eine Erlaubnis der Bauaufsichtsbehörde oder Bauamt nötig, welche vor dem Abriss beantragt werden muss.
  • Melde- und Anzeigepflicht: Selbst wenn keine Genehmigung erforderlich ist, muss das zuständige Bauamt über den Abbruch informiert werden.
  • Denkmal-, Arten- und Naturschutz: Sowohl für ein denkmalgeschütztes Haus als auch für bestimmte Tiere, welche geschützt werden müssen, sind zusätzliche Auflagen zu beachten. Hierzu muss eine Abstimmung mit der Denkmal- und Naturschutzbehörde erfolgen.
  • Altlastenkataster: In einigen Bundesländern muss vor dem Abbruch das Altlastenkataster in Bezug auf eine Überprüfung auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg überprüft werden.
  • Arbeitsschutz: Beim Abriss müssen neben dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) auch weitere relevante Vorschriften eingehalten werden, welche für die Sicherheit der Arbeiter sorgen.
  • Entsorgungsnachweisverordnung: Im Detail zählen hierzu die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV), die den Umgang mit Abfällen aus Bau und Abbruch regelt sowie die Verordnung über die Nachweisführung bei der Entsorgung von Abfällen (NachwV). Hierin wird definiert, wann ein Entsorgungsnachweis nötig ist und wie dieser geführt werden muss. Und zu guter Letzt müssen die Vorgaben rund um das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) eingehalten werden, da dies den Rahmen für die gesamte Abfallwirtschaft in Deutschland bildet.

Weitere Faktoren vor dem Hausabriss beachten

Bevor ein Gebäude endgültig abzureißen ist, spielen die Qualität der vorhandenen Baumaterialien und die vorhandene Bausubstanz eine wichtige Rolle. Eine erfahrene Abrissfirma prüft die Statik sowie die notwendigen Vorarbeiten, damit die Anforderungen an Sicherheit und Genehmigungen eingehalten werden.

Auch die Abstimmung mit den Nachbarn ist entscheidend, da Lärm und Staub beim Abzureißen schnell zu Konflikten führen können. Wer die Entrümpelung selbst übernimmt, spart häufig Kosten, während die Abrissfirma sich um die fachgerechte Trennung der Baumaterialien kümmert. Steht das Haus zudem unter Denkmalschutz, beeinflusst das die Entscheidung, ob ein Erhalt oder das Abreißen sinnvoll ist.

Letztlich hängen die Genehmigung, die Vorarbeiten und die Zusammenarbeit mit der Abrissfirma immer davon ab, wie die Bausubstanz eingeschätzt wird und welche rechtlichen Anforderungen gelten. So kann eine fundierte Entscheidung getroffen werden, die sowohl die Statik als auch die Interessen der Nachbarn berücksichtigt.

Wer führt den Abriss der Gebäude durch?

In Deutschland erfolgt der Abriss von Altbestand durch spezialisierte und qualifizierte Abrissunternehmen. Der Eigentümer darf den Abriss in Eigenleistung nur vornehmen, wenn es sich um ein sehr kleines und einfaches Gebäude handelt und er über entsprechende Erfahrung und Ausrüstung verfügt.

  • Abrissunternehmen mit Zertifizierung: Nur ein Fachbetrieb mit nachgewiesener Expertise wie zum Beispiel bei Asbest TRGS 519  und den dafür notwendigen Qualifikationen darf Abriss an einem Altbestand vornehmen.
  • Vorteile eines Komplettanbieters: Die Vorteile eines professionellen Abrissunternehmens sind vielseitig und heben sich deutlich von den verschiedenen Billigangeboten ab. Zu den Vorteilen gehören neben der Sicherheit auch die Effizienz beim Abriss sowie die Umweltfreundlichkeit. Bauherren profitieren bei einem professionellen Abrissunternehmen, dass rund um den Abriss alles aus einer Hand angeboten wird und keine weiteren Maßnahmen geplant und organisiert werden müssen. Dazu zählen die Vorbereitung, der Abriss, die Entsorgung sowie der Rückbau.
  • Vorsicht bei Billigangeboten ohne Entsorgungsnachweis: Bauherren sollten bei der Wahl des Unternehmens nicht nur auf den Preis achten, sondern sich in jedem Fall den Entsorgungsnachweis für den anfallenden Schutt und Sondermüll zeigen lassen. Nur so lassen sich teure Bußgelder und juristische Folgen vermeiden. Billigangebote, bei denen kein Nachweis erbracht wird, bergen erhebliche Risiken, da die ordnungsgemäße Schuttentsorgung gerade von Sondermüll nicht gewährleistet werden kann. Der Bauherr als Auftraggeber haftet in jedem Fall für Schäden an umliegenden Gebäuden sowie durch die falsche Schuttentsorgung.

Welche Spartipps & Fördermöglichkeiten gibt es beim Hausabriss?

Auch wenn Hausbesitzer den Abriss nicht in Eigenregie vornehmen dürfen, können sie an verschiedenen Stellen Kosten sparen.

  • Eigenleistung: Das Haus kann im Vorfeld entrümpelt werden. Des Weiteren lassen sich Hindernisse wie Bäume entfernen und zu guter Letzt kann der Müll bereits sortiert und entsorgt werden.
  • Bauteile verkaufen: Gut erhaltene Bauteile wie Fenster und Türen können verkauft werden. Dies sorgt nicht nur für Einnahmen, sondern reduziert auch die Bauschuttmenge.
  • Angebote vergleichen: Bauherren sollten sich Angebote von verschiedenen Unternehmen einholen und diese miteinander vergleichen, um so das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.
  • Komplettpakete überprüfen: Einige der Unternehmen bieten nicht nur den Abriss, sondern Komplettpakete an. Dies spart Zeit und letztendlich auch Kosten.
  • Finanzierung über die Baufinanzierung: Die Abrisskosten werden oftmals als Baunebenkosten bei einem Neubau oder einer Sanierung eingestuft, sodass sie über die Baufinanzierung mitfinanziert werden können.

Soll ein Gebäude auf einem Grundstück abgerissen werden, gibt es diverse Fördermöglichkeiten. Im Detail sind das:

  • Bundesförderungen für energieeffiziente Gebäude (BEG): Nach dem Abriss ist der Neubau zumeist förderfähig.
  • KfW-Förderung für Sanierung: Eigentümer, die sich für eine Sanierung als Alternative für einen Abriss entscheiden, profitieren von Förderungen der KfW-Bank. Dies gilt im Besonderen, wenn sich durch die Sanierung die Energieeffizienz verbessert.
  • Förderung für Fachplanung: Wird eine Sanierung angestrebt, gibt es Zuschüsse für eine energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienzexperten.

Wie lange dauert ein Hausabriss?

Zur Dauer kann keine pauschale Aussage getroffen werden, da diese von verschiedenen Aspekten wie Größe, Komplexität und Bauweise abhängig ist. Ein Einfamilienhaus kann in wenigen Tagen abgerissen werden, während die Dauer für größere Gebäude oftmals bei einigen Monaten liegt.

AspektHinweise
Größe und KomplexitätEin einfaches Einfamilienhaus ist schneller abgerissen als ein größeres Mehrfamilienhaus oder ein Bürogebäude.
BauweiseDas Fertighaus ist schneller abgerissen als ein Massivhaus oder ein Stahlbetonbau.
Entsorgung von SondermüllDie Sondermüllentsorgung von Asbest und anderen Schadstoffen ist zeitaufwändig, da sie speziellen Vorgaben folgen muss.
NaturschutzanforderungenWerden geschützte Tierarten oder Pflanzen nachgewiesen, können die Arbeiten rund um den Abriss ausgesetzt werden.
Vorbereitungen und GenehmigungenVorbereitungen sowie eventuelle Gutachten benötigen Zeit, was wiederum die Abrissarbeiten in die Länge ziehen kann.
ZugänglichkeitIst das Grundstück schwer zugänglich und müssen Schutzmaßnahmen für angrenzende Gebäude getroffen werden, beeinflusst das ebenfalls die Dauer.
WitterungBei schlechten Witterungsbedingungen kann mit dem Abriss nicht fristgerecht begonnen werden.

Fazit

Die Kosten für einen Hausabriss bewegen sich je nach Wohnfläche zwischen 50 und 250 Euro pro m². Bei einem alten Haus besteht die Gefahr, dass giftige Stoffe wie Asbest verbaut wurden, die bei der Schuttentsorgung als Sondermüll behandelt werden.

Wurde im Haus viel Stahl verbaut und hat es einen Keller, dann erhöht dies die Abrisskosten deutlich.

Hausbesitzer sollten nach Möglichkeit einfache Arbeiten wie Entkernung und Entrümpelung in Eigenregie vornehmen, da dies hilft bei den Gesamtkosten zu sparen. Die verbleibenden Abrisskosten können im Rahmen der Finanzierung für den Neubau in Form eines höheren Darlehens aufgenommen werden.

FAQ – Häufige Fragen zum Hausabriss

Dies hängt vom Zustand des Gebäudes sowie den individuellen Bedürfnissen ab. Generell kann gesagt werden, dass Sanieren kostengünstiger ist, da die Bausubstanz erhalten bleibt.

Bei einem Erbfall zahlen die Erben aus dem Nachlass die Abrisskosten. Bei einer Zwangsräumung tritt der Vermieter in Vorleistung, kann jedoch später die Abrisskosten vom Mieter zurückverlangen.

Nein, denn dieser muss immer von einem qualifizierten Unternehmen durchgeführt werden, da der Abriss erhebliche Risiken birgt und Fachwissen voraussetzt.

Ja, denn je nach Bundesland besteht eine Informationspflicht oder es ist eine Genehmigung erforderlich.

Autorin Sarah Völkl

Sarah Völkl hat Architektur studiert und ist seit Jahren das Gesicht von a better place. Mit ihren Videos ist sie bei YouTube vielen Personen schon länger bekannt. Sarah teilt Ihr Wissen jetzt auch bei den Bautipps von Almondia.
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