Almondia – Bautipps Die Bauherrenberatung

Ökologische Häuser auf dem Prüfstand

Mit dem Label „Öko“ lässt sich heutzutage so gut wie alles verkaufen, oftmals zu einem deutlich höheren Preis als vergleichbare „Nicht Öko“-Produkte. Aber sind vermeintlich ökologische Produkte tatsächlich immer umweltfreundlicher und wie lassen sich Umweltverträglichkeit und ein geringeres Budget unter einen Hut bringen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur weil „Öko“ draufsteht, muss es nicht zwangsläufig besser für die Umwelt sein: Wägen Sie ab und setzen Sie auf Materialien, die für Sie und Ihr individuelles Bauvorhaben sinnvoll sind.
  • Ökologische Baustoffe machen noch keine ökologische Bauweise: Achten Sie deshalb lieber auf eine ganzheitliche Betrachtung des Bauprozesses.
  • Um Kosten zu senken, lohnt es sich, beim Bau öfter mal selbst tätig zu werden.

Biomasse und Windparks

Besonders umstritten sind die Gewinnungsprozesse einiger regenerativer Energien. Vor allem unter moralischen Gesichtspunkten steht zum Beispiel die Biomasse immer wieder in der Kritik. Denn die Pflanzen, die für die Energiegewinnung geschreddert werden, dienen sonst eigentlich als Nahrungs- oder Futtermittel. Außerdem verbraucht Biomasse im Verarbeitungsprozess selbst relativ viel Energie, was ihren tatsächlichen Nutzen für die Umwelt weiter in Frage stellt.
Ähnliche Bedenken regen sich auch gegenüber der Windenergie. Es formieren sich immer wieder Gruppen, die sich gegen die Errichtung weiterer Windparks aussprechen, da diese einen massiven Eingriff in die Natur bedeuten würden.

Feld mit Brück im Hintergrund
Was bedeutet „ökologisch“? ©2017 Almondia GmbH

Durch die Größe der Windräder werden das Landschaftsbild beeinträchtigt und große Naturflächen langfristig versiegelt. Außerdem beschweren sich Anwohner teilweise über Lärmbelastungen. Andererseits trägt die Windenergie einen großen Teil zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei, da so eine Ressource genutzt werden kann, ohne gleichzeitig verbraucht zu werden.
Hier gibt es also kein klares „Ja“ oder „Nein“. Für Sie als Verbraucher ist es am wichtigsten, über Vor- und Nachteile gut informiert zu sein, um so zu einer fundierten und individuellen Entscheidung gelangen zu können.

Ökologische Nachhaltigkeit und dauerhafte Stabilität: Geht das?

Holzhaus
Wie ökologisch soll Ihr Holzhaus sein? ©2017 Almondia GmbH

Aber nicht nur im Sektor der regenerativen Energien gibt es Probleme mit eigentlich als umweltfreundlich beworbenen Produkten. Gerade im Bausektor boomt der Markt mit den Öko-Materialien.
Am Beispiel Holzschutzmittel wird schnell die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit und der Bau-Realität sichtbar: Die Verwendung von Holzschutzmitteln ist unter Umweltschützern verrufen, da der natürliche Rohstoff Holz nach der Behandlung nicht mehr recyclebar ist und somit nicht in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Andererseits sollte ein ökologisch nachhaltiges Gebäude langfristig stabil sein – und ohne Holzschutzmittel ist ein Holzhaus nunmal nicht die üblichen 80–100 Jahre bewohnbar. Interessant für den umweltbewussten Verbraucher könnten deshalb biologische Holzschutzmittel sein, mit denen einige Anbieter werben. Sie versprechen, auch ohne Biozide auszukommen, da durch ihre Mittel das Holz so behandelt wird, dass holzschädigende Insekten dieses gar nicht mehr als Holz erkennen könnten (weil es bspw. so geruchsarm ist).

Auch hier scheint es also keine eindeutige Lösung für das Problem zu geben. Der beste Rat ist deshalb immer, sich beim Kauf genau zu informieren, mit welchen zusätzlichen Mitteln der vermeintlich ökologische Baustoff behandelt wurde.

Ökologische Häuser mit kleinerem Budget

Am wichtigsten ist es, dass Sie sich mit Ihrem Bauvorhaben und dessen Finanzierung wohlfühlen. Am besten sprechen Sie einmal mit einem Experten durch, welche Bauweisen für Ihr geplantes Haus am sinnvollsten sind (und eventuell sogar von der KfW-Bank gefördert werden) und in welche Prozesse man, im Zuge der Umweltfreundlichkeit, eventuell etwas mehr investieren könnte. Gerne steht Ihnen auch hier unser unabhängiges Team von Almondia zur Verfügung.
Jedes ökologische Bauvorhaben ist sehr individuell. Was für den einen von Nutzen ist, kann für den anderen einfach nur zu höheren Ausgaben führen. Das beste Beispiel hierfür ist womöglich der Lehmbau. In Gegenden, in denen der Baugrund sehr instabil ist oder es viel regnet, ist der Aufwand für ein gelungenes Bauvorhaben mit Lehm übermäßig groß. Hier würde es sich lohnen, eher auf andere Teilprozesse zu achten, um trotzdem ein insgesamt ökologisch sinnvolles Haus zu bauen.

Ein weiterer Tipp: Legen Sie beim Bau etwas häufiger selbst Hand an. Viele Arbeiten, gerade auch im Lehmbau, sind für Laien gut umsetzbar. Damit Sie sich ein Bild vom möglichen Sparpotenzial durch Eigeninitiative machen können, hier eine kleine Beispielrechnung:
Wollen Sie ein Haus auf 140m² mit drei Etagen und Keller bauen und gehen dabei von etwa 275.000€ reinen Baukosten aus, könnten davon bis zu 25.000€ durch Eigenleistung gespart werden.
Für weniger geübte Heimwerker eignen sich Maler- und Tapezierarbeiten, das Verlegen von Fliesen und Laminatboden und die Bearbeitung der Außenanlagen und des Gartens.
Sind Sie schon etwas geübter, können Sie sich am eigenständigen Verputzen der Wände oder Arbeiten an Fenster, Türen und Treppen versuchen. An die Elektro- oder Sanitärinstallation sollten Sie sich allerdings nur mit einem Profi wagen, dem Sie unter Anleitung aber gegebenenfalls etwas unter die Arme greifen können.

So kann einiges an zusätzlichen Kosten für Bauarbeiter eingespart werden. Grundsätzlich gilt aber auch hier, dass Sie die einzelnen Bauschritte vorher genau mit einem Fachmann durchsprechen sollten.
Einen guten Überblick über die Heimwerkerarbeiten, die Sie gut selbst übernehmen können, und wie viel Sie dabei sparen können, finden Sie im Folgenden:

Für Anfänger

Arbeit Sparpotenzial
Maler- und Tapezierarbeiten60–80 %
Laminatboden verlegen10–25 € pro m²
Fliesen verlegenca. 30 € pro m²
Trockenbau60–70 %
Außenanlagenkann stark variieren

Für Fortgeschrittene

Arbeit Sparpotenzial
Putz70–80 %
Fenster, Türen und Treppen10–30 %
Rohbauarbeitensehr zeitintensiv, deshalb kann hier durch Mithilfe viel gespart werden

Auf eine ganzheitliche Bauweise kommt es an

Viele Anbieter, die mit Öko-Produkten werben, fokussieren sich lediglich auf einen Baustoff und die mit ihm in Zusammenhang stehenden Teilprozesse. Das ist ein großes Problem, da einzelne Materialien noch keine ökologische Bauweise ausmachen und es bei dem Bau eines tatsächlich nachhaltigen Hauses vielmehr auf den gesamten Bauprozess ankommt.

So ist es zum Beispiel auch keine „ökologische Katastrophe“, wenn man als Energieträger weiterhin auf die fossilen Brennstoffe zurückgreift, solange man insgesamt umsichtig baut und gegebenenfalls stärker auf andere Dinge, zum Beispiel eine gute Dämmung, achtet.

Das ist ohnehin die beste Methode, um auch mit einem kleineren Budget umweltschonend zu bauen.

Sie haben noch Fragen rund um das Thema ökologisches Bauen? Unsere unabhängigen Experten beraten Sie gerne. Wollen Sie sich erst einmal grundlegend über Ihre Möglichkeiten beim Fertighausbau informieren, nutzen Sie dazu doch unser kostenloses Planungstool. Wir freuen uns auf Sie!

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