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Aufteilung des Grundstücks

Wenn Sie ein passendes Grundstück gefunden haben, ist die erste Hürde auf dem Weg zum Hausbau geschafft! Jetzt müssen Sie entscheiden, wie Sie auf Ihrem Grundstück wohnen wollen, also wie viel Fläche das zukünftige Haus einnehmen und wo genau es stehen soll. Möchten Sie einen großen Nutzgarten hinter dem Haus, in den Sie viel Zeit und Arbeit investieren? Wo stellen Sie ihr Auto ab und wo ist Platz für die vier Fahrräder und die Roller der Kinder? Die Antworten können Sie sich nur selbst geben. Aber ein paar zentrale Aspekte erleichtern Ihnen die Entscheidungen zur Aufteilung des Grundstücks.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Entscheidung zur Flächenaufteilung sollten sich angehende Bauherren viel Zeit nehmen und zukünftige Bedarfe und Wünsche mitbedenken.
  • Himmelsrichtung, Lärmquellen und angrenzende Nutzungen sind drei wesentliche Faktoren, die beinflussen, wo Sie am besten auf dem Grundstück wohnen und wie Ihr Haus ausgerichtet sein sollte.
  • Werden Sie sich darüber bewusst, wie viel Gartenfläche Sie möchten und wie pflegeintensiv diese gestaltet werden soll.

Wie viel Platz brauche ich?

Eine Empfehlung für die optimale Grundstücksgröße gibt es nicht. Die Durchschnittsfläche für eine Familie mit zwei Kindern liegt jedoch bei 800m2 bis 1.000m2. Grundstücke unter 600m2 sind für eine vierköpfige Familie meist schon etwas knapp. Bei der Entscheidung spielt auch der Preis eine Rolle: Stadtnahe Gebiete mit einer hohen Nachfrage nach Bauplätzen haben einen entscheidend höheren Quadratmeterpreis als Regionen, in denen es noch viele freie Flächen gibt und die Nachfrage gering ist.

Wie platziere ich mein Haus?

Vorgarten, bebaute Fläche, Garten – wie viel Platz sollte man für die einzelnen Bereiche einplanen? Meist ist es so, dass der hintere Gartenbereich etwas größer ist und somit mehr Fläche für unterschiedliche Nutzungen zur Verfügung steht. Eine Faustformel zur Einteilung der Grundstücksfläche gibt es nicht, jedoch sollten Sie drei wesentliche Aspekte bei der Wahl der Lage Ihres zukünftigen Hauses und Gartens bedenken:

  • Himmelsrichtung: Wer verbringt nicht gerne die lauen Abendstunden auf der eigenen Terrasse und sieht der Sonne beim Untergehen zu? Dazu muss die Terrasse in Richtung Südwesten ausgerichtet sein. Da sie im besten Fall an den Aufenthaltsbereich im Inneren des Hauses, also den Wohnbereich, angrenzt, hat die Himmelsrichtung auch Auswirkungen auf die gesamte Grundrissplanung.
  • Straße: Grenzt eine stark befahrene Straße an Ihr Grundstück, ist es naheliegend, das Wohnzimmer nicht direkt in diese Richtung auszurichten. Was aber tun, wenn die Straße im Südwesten des Grundstücks und somit auf der Sonnenseite liegt? Um nicht ganz auf ein sonniges Fleckchen im Garten verzichten zu müssen und gleichzeitig ruhige Stunden auf der Terrasse genießen zu können, empfiehlt es sich, das Haus etwas weiter zurückzusetzen und die dann größere Vorgartenfläche mit Hecken, Bäumen oder einem anderen Sicht- und Schallschutz abzuschirmen.
  • Nachbarn bzw. angrenzende Nutzung: Auch wenn das Verhältnis zu den Nachbarn ein gutes ist, wünschen wir uns doch, beim Sonntagsfrühstück auf der Terrasse nicht direkt Rücken an Rücken zu sitzen. Platzieren Sie Ihren Aufenthaltsbereich im Grünen also eher an jener Seite des Grundstücks, an die nicht direkt ein anderes Einfamilienhaus angrenzt. Wenn Sie in Zukunft neben einem anderweitig genutzten Grundstück wohnen, beispielsweise einer Kita, hängt die Entscheidung der Ausrichtung eher von Ihrem Tagesablauf ab: Sind Sie ohnehin meist nur abends und am Wochenende zu Hause, ist es kein Problem, die Terrasse direkt neben dem Kita-Garten zu bauen, da sie zu diesen Zeitpunkten sowieso geschlossen ist.

Was bringt die Zukunft? Wie wichtig ist die Aufteilung des Grundstücks?

modernes Barport aus rotgefärbten Beton sorgt für höhere Baunebenkosten
Beim Bau nicht bedacht: Das zusätzliche Carport ©2017 Almondia GmbH

„Wo sehe ich mich in 5, 10 und 50 Jahren?“ – Nicht nur im Beruf, auch beim Planen und Bauen ist es wichtig, sich mit zukünftigen Bedarfen und Wünschen auseinanderzusetzen. Wie möchten Sie auf Ihrem Grundstück wohnen? Wo ist in ein paar Jahren Platz für das zweite Auto? Wäre es nicht schön, im Ruhestand in der eigenen Werkstatt alte Möbelstücke restaurieren zu können? Und hätten Sie nicht gerne einen kleinen Pool im Garten, wenn die Kinder etwas größer sind?

Viele angehende Bauherren haben zwar diese Wünsche für die Zukunft, machen sie in der Planungsphase aber nicht deutlich. Dann passiert es, dass zwei Jahre nach dem Hausbau ein Carport angebaut werden muss. Für die Fahrräder der Kinder kommt dann noch ein kleiner Schuppen dazu. Und um in der kalten Jahreszeit etwas für das Immunsystem zu tun, wird im nächsten Herbst noch ein Saunahäuschen ergänzt. Nun ähnelt der Garten eher einem Flickenteppich als einer zusammenhängenden, sinnvoll nutzbaren Grünfläche.

Machen Sie sich also von Beginn an Gedanken, wie Sie in Zukunft auf Ihrem Grundstück wohnen möchten und welchen zusätzlichen Platzbedarf Sie in ein paar Jahren vermutlich haben. Sie müssen nicht von vornherein zwei Schuppen mehr errichten als sie im Moment brauchen. Aber überlegen Sie sich, wo Platz dafür wäre, falls der Bedarf entsteht. So ist nicht nur ein harmonischeres Gesamtbild von Haus und Garten sichergestellt, auch Ihr Portemonnaie wird durch vorausschauendes Planen und Bauen geschont. Haben Sie noch Fragen zur Aufteilung Ihres Grundstücks? Sind Sie unsicher, wie Sie Ihr Haus genau ausrichten sollen?
Unsere unabhängigen Experten von Almondia beraten Sie gerne. Wollen Sie sich erst einmal grundlegend über Ihre Möglichkeiten beim Hausbau informieren, nutzen Sie dazu doch unser kostenloses Planungstool. Wir freuen uns auf Sie!Der Artikel basiert auf einem Experteninterview mit dem Architekten André Heuchling, geführt am 26. Juli 2016.    

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