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Upcycling von Holz

Unseren Umgang mit Rohstoffen zeichnet ein globaler Mechanismus der Verschwendung aus. Gleichzeitig hinterfragen viele Menschen ihre Konsumgewohnheiten, da sie die ökologischen Folgen unserer Lebensweise nicht länger hinnehmen wollen. So widmen sich auch viele Designer und Produzenten im Möbelbau verstärkt dem Upcycling von Holz. Sie schaffen aus dem, was so alles weggeworfen wird, neue und hochwertige Produkte. Und gerade weil das der zunehmenden Sensibilität für Umwelt- und Konsumthemen entspricht, gibt es dafür viel Aufmerksamkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Do it yourself (DIY) ist das Schlagwort für jeden, der selbst kreativ werden will.
  • Holz kann sehr gut aufbereitet und neuen Nutzungszyklen zugeführt werden. Und trotzdem bleibt die mehrstufige stoffliche Nutzung (mehrstufige Kaskadennutzung) in der Wirtschaft weit unter ihrem Potenzial.
  • Neue Trends im Möbelbau versprechen kreative Designs, die sich der ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet sehen. Damit wird auch eine Antwort auf drängende Herausforderungen unserer Zeit gegeben.

DIY – do it yourself und darüber hinaus: reclaim your creativity

Im Bereich der alternativen Kunst ist es klar wie Kloßbrühe: Hier kommt nichts von der Stange und Materialien lassen sich unendlich neu kombinieren. Werthaltigkeit bezieht sich nicht auf den monetären Betrag, der für etwas entäußert wird, sondern auf die individuelle Wertschätzung von Gegenständen. Es geht dabei aber gar nicht um Askese, sondern vielmehr um eine alternative Art von Überfluss. Denn die Möglichkeiten, Dinge neu zu arrangieren, sind letztlich grenzenlos – soweit die Stimme der künstlerischen Avantgarde.

Das ist nicht jedermanns Sache und muss es auch nicht sein. Interessant ist vielmehr, wenn brauchbare Ideen zum Alltag durchsickern. Die DIY-Bewegung, die alte Sachen lieber zu etwas Neuem umbaut, anstatt sie wegzuwerfen, ist so eine mittlerweile überall angekommene Idee. Das zeigt schon die mediale Präsenz – in letzter Zeit lässt kaum ein Magazin dieses Thema aus. Der Umwelt tut weniger Abfall jedenfalls gut. Und auch der Ikea-Lifestyle, der ja gerade auf einer gewissen Kurzlebigkeit von Möbeln basiert, ist irgendwann überwunden.

Neue Trends im Möbelbau – professionelles Upcycling von Holz

Im Möbelbau gibt es seit einiger Zeit den Trend, Möbel mit einem Used-Look, dem sogenannten Shabby-Chic-Stil, herzustellen. Dabei gibt es allerdings Hersteller, die auch dafür neues Holz verwenden. Dann geht der Gedanke der Nachhaltigkeit verloren. Es gibt aber auch eine Reihe von Möbelproduzenten, die zu 100 % auf gebrauchtes Material setzen.

Und tatsächlich lässt sich “ausgedientes” Holz in großen Mengen auffinden. Auf Baustellen beispielsweise liegt fast immer Holz herum, das nicht weiter benötigt wird. Dabei kann es sich um Reste von Zuschnitten oder um Holz handeln, das im Zuge von Sanierungsmaßnahmen ausgebaut und ersetzt wurde, z. B. Fensterrahmen, Türen und alte Balken aus der Konstruktion von Dächern und Wänden.

Viel Holz lässt sich auch immer bei Gerüstbauern abgreifen. Denn für die Sicherheit müssen die Bretter, auf denen sie in großer Höhe stehen, regelmäßig ausgewechselt werden. Auch Rammpfähle aus hochwertigem und äußerst robusten Eichenholz müssen irgendwann ersetzt werden. Das ist zum Beispiel in Städten wie Amsterdam oder Venedig der Fall, aber auch im Hafen von Hamburg.

Die Idee, dieses Holz nochmals stofflich einzusetzen, ist bis heute in der Wirtschaft nicht wirklich verankert. So wird es nach der Erstanwendung der energetischen Verwertung in Biomassekraftwerken zugeführt. Dieses Holz kann oft günstig oder umsonst eingesammelt werden. Im Möbelbau kann es dann erneut als Rohstoff dienen. Dafür sind oft nur wenige Arbeitsschritte zur Aufwertung erforderlich und es entstehen hochwertige Designermöbel, die heute voll im Trend liegen und deren Used-Look nicht nur Attitüde ist. Selbstverständlich gibt es auch Möbel aus Altholz, die wie neu aussehen. Aber oft wird es gerade geschätzt, dass dem Holz noch Spuren früherer Nutzung – eben seiner Geschichte – anzusehen sind.

Mehrstufige stoffliche Nutzung des Rohstoffs Holz

Beim Möbelbau mit Altholz wird der Rohstoff ein weiteres Mal stofflich genutzt wird, bevor er irgendwann verbrannt wird. Die energetische Verwertung in Biomassekraftwerken wird also aufgeschoben. Allerdings muss sich dann auch das Management der verschiedenen Energieproduzenten anpassen. Es bringt der Umwelt wenig, wenn in den Kraftwerken Ausfälle von Altholz gar durch Frischholz oder andere emissionsintensive Formen der Energieproduktion ersetzt werden. Heute gehen sogar 44 % des in Deutschland geernteten Frischholzes ohne stoffliche Nutzung ins Kraftwerk.

Wiederverwertung bedeutet, dass weniger Frischholz aus den Wäldern geerntet werden muss. Als natürlicher Rohstoff ist Holz begrenzt und die Nachfrage ist tendenziell steigend. Auch wenn der Markt derzeit keine Mangelerscheinungen zeigt, besteht vielerorts der Wille zur Nachhaltigkeit.

Die Kaskadennutzung – also mehrstufige Nutzung – beschreibt einen möglichst effizienten Umgang mit Holz. Man spricht von einer einstufigen Kaskade, wenn der Rohstoff nach der Erstanwendung direkt im Biomassekraftwerk landet. Werden hingegen mehrere stoffliche Verwertungsstufen realisiert, spricht man von einer mehrstufigen Kaskadennutzung. Je mehr Kaskaden der stofflichen Nutzung das Holz durchläuft, umso effizienter wird der Rohstoff genutzt.

Hier erfahren Sie mehr über die Kaskadennutzung.

Lesen Sie hier unsere kleine Baumkunde über heimische Baum- und Holzarten.

Was kann ich selbst aus altem Holz machen? Ein paar Anregungen für das DIY-Upcycling:

Aus alten Fensterrahmen, die bei Sanierungsmaßnahmen auch heute noch in großer Zahl aus Altbauten ausgebaut werden, lassen sich zum Beispiel entzückende Bilderrahmen oder sogar ganze Wände machen.

Aus alten Weinkisten lassen sich hervorragend Regale (z. B. Schuhregale) herstellen – Ihre Nachbarn werden staunen!

Aus Paletten lässt sich sowieso viel machen, hochkant gestellt z. B. recht hübsche Anrichten, auch eine Vielzahl von verschiedenen Regalen, Tischen und Sitzmöglichkeiten …

Holzabfälle aus dem Garten können zugeschnitten und von Ästen bereinigt werden. Dann lässt sich allerhand daraus herstellen. Es gibt auch Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, mit alten Bäumen aus Ihrem Garten Möbel herzustellen.

Auch bei Abrissarbeiten fällt viel Holz an, das gut weiterverarbeitet werden kann (z. B. Abriss einer Holzscheune). Dieser Tipp ist dann wohl doch eher etwas für professionelle Möbelbauer, die sich auf Altholz spezialisiert haben.

Holzabfälle, die auf Baustellen teilweise in großen Mengen anfallen, können aufbereitet werden und als Baumaterial für Böden oder auch Gartenhäuschen verwendet werden.

Gucken Sie sich mal auf Ihrem Dachboden bzw. im Keller um, was sich da so alles finden lässt. Eventuell haben Sie interessante Ideen für neue Verwendungen.

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