Almondia – Bautipps Die Bauherrenberatung

Luft, Licht und Sonne

Der Blick in die Ferne, der kühle Wind, der die Vorhänge hebt, die Sonnenstrahlen, die am Morgen durch die halbgeöffneten Rollläden blitzen – Fenster sind mit zahlreichen positiven Bildern besetzt. Die Glasscheiben stellen eine Brücke zwischen Innen und Außen dar und müssen vielfältige Funktionen erfüllen: Sie dienen der Belichtung und Belüftung und sollen eine behagliche Wohnatmosphäre schaffen, indem Sie Offenheit und Privatsphäre miteinander vereinen. Nicht zuletzt werden natürlich auch ästhetische und ökologische Ansprüche an ihre Gestaltung, Anordnung und Ausführung gestellt. Was bei einer nachhaltigen und energieeffizienten Fensterplanung zu berücksichtigen ist, erklärte Oliver Williges vom Fensterhersteller VELUX in einem Expertengespräch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Fensterplanung gilt es unbedingt die Nutzung der einzelnen Räume zu berücksichtigen.
  • Neben einem hohen Wärmeschutz sind die Verwendung ökologisch hergestellter Materialien, eine hohe Lebensdauer des gesamten Fenstersystems sowie ein geringer Wartungs- und Pflegeaufwand ausschlaggebend.
  • Ein entsprechender Mindestluftwechsel ist trotz regelmäßigen Lüftens wichtig, um Feuchtigkeit hinaus zu transportieren und so Schimmelbildung zu vermeiden.

Wie können Fenster den natürlichen Biorhythmus unterstützen?

Helle Wohnungen sind allseits beliebt. Die wenigsten fühlen sich in einer düsteren, kühlen Erdgeschosswohnung wohl. Für die Tageslichtversorgung von Innenräumen gibt es sogar eigene Regeln in den Landesbauordnungen. Diesen zufolge muss die Fensterfläche meist in einem Verhältnis von 1:8 zur Grundfläche des Raums stehen. Doch natürlich kann die Lichtplanung weiter optimiert werden, indem die Räume für Wohnen, Schlafen oder Arbeiten entsprechend dem Tageslichteinfall ausgerichtet werden. Sind Schlafzimmer nach Osten orientiert, werden Sie morgens ganz natürlich vom Sonnenlicht geweckt und es fällt Ihnen leichter, aus dem Bett zu kommen. Arbeitsräume hingegen sind am besten nach Norden ausgerichtet und nach Möglichkeit von oben beleuchtet, denn das diffuse Himmelslicht sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne Blendeffekte. Besonders empfehlenswert sind Grundrisse, die einen Lichteinfall von mindestens zwei Seiten gestatten, der dem natürlichen Tagesverlauf folgt. Nicht zu unterschätzen ist auch der Ausblickkomfort als wichtiger Wohlfühlfaktor. Die Bewohner sollten in jeder Alltagssituation – sowohl im Stehen als auch im Sitzen – bequem nach draußen blicken können. Dafür sollte die Fensterunterkante bei etwa 90 cm liegen.

Wie sieht ein ökologisches Fenster aus?

Hinsichtlich der Nachhaltigkeit sind insbesondere Aspekte wie ein hoher Wärmeschutz von Rahmen und Glas, die Verwendung ökologisch hergestellter Materialien, eine hohe Lebensdauer des gesamten Fenstersystems sowie ein geringer Wartungs- und Pflegeaufwand ausschlaggebend.

Innenansicht Dachschräge mit großem Fenster
Großzügige Fensterflächen schaffen eine freundliche Wohnatmosphäre
Quelle: VELUX Deutschland GmbH

Tageslicht

Tageslicht hat einen direkten Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit, denn von der Intensität des Sonnenlichts ist die Produktion der Hormone Melatonin und Kortisol abhängig. Diese wiederum steuern den Schlaf-Wach-Rhythmus. Deshalb fällt es bei strahlendem Sonnenschein morgens leichter, aus dem Bett zu kommen!

Eine gute Wärmedämmung des Fensters und die Möglichkeit, passiv Sonnenenergie in das Gebäude zu lassen, sind für die ökologische Bewertung essenziell. Nach Süden orientierte Fenster mit einer Dreifachverglasung und einem gedämmten Rahmen können, indem sie Licht und Wärme sammeln, sogar mehr energetische Gewinne als Verluste bringen. Die auf das Fenster treffende Sonnenenergie senkt in Form eines Wärmeeintrags den Heizaufwand in der kalten Jahreszeit und trägt auch dazu bei, elektrische Energie für die Beleuchtung zu sparen.

Solare Gewinne

Auskunft darüber, wie viel der auftreffenden Sonnenwärme ins Rauminnere gelangt, gibt der sogenannte g-Wert. Je kleiner er ist, desto weniger Sonnenwärme dringt in den Raum und umgekehrt.

Holzrahmenprofile weisen aufgrund der geringeren Energieaufwendungen in der Herstellung günstigere ökologische Bilanzwerte auf als Aluminium- oder PVC-Fenster. Der gute Wärmeschutz des Rahmenmaterials bringt zusätzliche Vorteile. Zwar sind Holzrahmen nicht so witterungsbeständig wie Aluminium- oder PVC-Fenster, liegt jedoch keine besonders starke Beanspruchung der Fenster vor, sind diese auf alle Fälle die bessere Wahl.

Wie lässt sich mit Fenstern Energie sparen?

Wärmedämmwert

Der U-Wert ist ein wichtiger Indikator für die Wärmedämmfähigkeit von Bauteilen bzw. eines Fensters. Er bezeichnet den Wärmeverlust von innen nach außen. Je höher der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist, desto schlechter ist die Wärmedämmung eines Körpers.

Fenstern eilte lange Zeit der Ruf voraus, Energielöcher zu sein:

Wärmeverluste im Winter und zu hoher Wärmeeintrag durch die Sonne im Sommer wirkten sich sowohl negativ auf das Behaglichkeitsempfinden der Bewohner*innen als auch auf die energetischen Bilanz aus. Dank moderner Beschichtungstechnologie und Verarbeitungsverfahren wurde der Wärmeverlust über das Glas jedoch stark reduziert. Ein hoher Wärmeschutz von Rahmen und Glas und ein Wärmedämmwert des Fensters (U-Wert sollte besser als 0,9 W/m²K sein) sind wichtige Faktoren, um den Energieverbrauch eines Hauses nachhaltig zu senken.

Graphik Energiebilanz
Energiebilanz eines Fensters
Quelle: VELUX Deutschland GmbH

Durch das Zusammenspiel der Systemkomponenten Fenster, Rolläden und Sonnenschutz lässt sich der Wärmeeintrag je nach Jahreszeit und persönlichem Empfinden optimal regeln. Der Austausch von alten Fenstern in Kombination mit automatischer Steuerung für Sonnenschutz und Lüftung kann somit einen wesentlichen Beitrag zur energetischen Optimierung leisten.

Wie beeinflussen Fenster die Raumluftqualität?

Seit einigen Jahren gilt bei Neubauvorhaben die Maxime, Gebäude annähernd luftdicht zu realisieren. Hinsichtlich geringer Energieverluste ist dies durchaus sinnvoll, leider wird dabei aber oft vergessen, dass dadurch auch der Luftaustausch gestoppt wird, was zu Lasten einer gesunden Raumlufthygiene geht. Trotz regelmäßigen Lüftens ist ein Mindestluftwechsel notwendig, um Feuchtigkeit, welche durch Kochen, Duschen oder Waschen entsteht, aus den Wohnräumen hinaus zu transportieren. Andernfalls droht Schimmelbildung, was sowohl die Bausubstanz als auch die Gesundheit der Bewohner gefährdet. Deshalb schreibt die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) neben der luftdichten Ausführung der Gebäudehülle auch die Sicherstellung eines Mindestluftwechsels vor.

Graphik Luftaustausch und solare Energiegewinne
Luftaustausch und solare Energiegewinne durch Fensterflächen
Quelle: VELUX Deutschland GmbH

Haben Sie noch Fragen zu Fensterplanung im Allgemeinen oder zu einzelnen Aspekten wie Wärmedämmung, Belüftung oder den Unterschieden einzelner Fenstertypen? Unsere unabhängigen Experten beraten Sie gerne!

Dieser Artikel basiert auf einem Experteninterview mit Oliver Williges, Mitarbeiter der VELUX Deutschland GmbH

Die VELUX Deutschland GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der internationalen VELUX Gruppe. Der weltweit größte Hersteller von Dachfenstern ist mit mehr als 10.000 Mitarbeitern in rund 40 Ländern vertreten. In Deutschland beschäftigt die VELUX Gruppe in Produktion und Vertrieb nahezu 1.000 Mitarbeiter. Neben Dachfenstern und anspruchsvollen Dachfensterlösungen für geneigte und flache Dächer umfasst die Produktpalette unter anderem Sonnenschutzprodukte, Rollläden und Solarkollektoren sowie Zubehörprodukte für den Fenstereinbau. Weitere Informationen unter http://www.velux.de

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