Almondia – Bautipps Die Bauherrenberatung

Bauen im Winter – was müssen Bauherren beachten?

Im Winter stellt sich für viele Bauherren die Frage: Weiter bauen oder eine Pause einlegen? Einerseits verzögert sich durch eine Unterbrechung der Einzug in das neue Eigenheim. Andererseits birgt der Hausbau im Winter gewisse Risiken. Im folgenden Artikel erfahren Bauherren alles, was sie wissen müssen, um den Bau im Winter zu einer guten Erfahrung zu machen.

Das Wichtigste in Kürze

Im Winter gelten 5 Grad als wichtigste Grenze. Bei niedrigeren Temperaturen gestalten sich die Bauarbeiten deutlich schwieriger. 

Mechanische Bauarbeiten mit nicht kälteempfindlichen Materialien sind auch im Winter gut möglich.

Bauherren sollten vor dem Winter einmal durchrechnen, ob ein Baustopp oder ein Fortführen der Bauarbeiten mit gesteigerten Heizkosten und speziellen Materialien kostenintensiver wäre.

Die 5-Grad-Regel

Früher wurde die Arbeit auf Baustellen im Winter pausiert. Da sich die chemischen Prozesse in Baustoffen bei Temperaturen unter +5 Grad Celsius verändern und die Stabilität und Sicherheit des geplanten Projekts somit nachhaltig gefährdet werden würde, entschied man sich dazu, die Bauarbeiten ruhen zu lassen. Heute steht ein möglichst schneller Bau für viele Bauherren jedoch weit oben auf der Prioritätenliste. Grund dafür kann unter anderem sein, dass durch einen späteren Einzug in das neue Eigenheim finanzielle Verluste entstehen würden, zum Beispiel durch weitere Mietzahlungen für das bisherige Haus. 

Wie der Bau im Winter gelingen kann 

Wenn an der Baustelle auch unter +5 Grad gearbeitet werden soll, sind einige Regeln zu beachten. Unproblematisch ist grundsätzlich die Arbeit mit nicht kälteempfindlichen Materialien. So können beispielsweise die Fenster im Winter eingebaut werden.

Auch der Estrich wird meist vor Weihnachten verlegt, um trocknen zu können, bis die Bauarbeiten im neuen Jahr wieder aufgenommen werden. Unbedenklich ist zudem der Innenausbau im Winter, wenn das Haus bereits soweit fertig gebaut ist, dass geheizt werden kann. Wird bei zu kalten Temperaturen weitergearbeitet, können ansonsten jedoch Lecks in den Wasserleitungen entstehen. Außerdem muss die Dachbodenluke beim Innenausbau im Winter geschlossen sein, um Schimmelbildung in den Dachbalken zu verhindern. 

Grundsätzlich sollte beim Bau im Winter kein zu großes Risiko eingegangen und bei Grenzfällen lieber ein Baustopp eingelegt werden. Es ist umso ärgerlicher, wenn überstürzt durchgeführte Bauarbeiten nicht zum gewünschten Ergebnis führen oder sogar langfristig Schaden anrichten. Um ebendies zu verhindern, muss die Baustelle während der kalten Monate mit Folien abgedeckt werden. Starke Nässe und Minusgrade können im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass die Steine im Mauerwerk zerfallen. 

Hauptverursacher der meisten Schäden bei Bauarbeiten im Winter sind Schimmel und Algen, die sich im Mauerwerk ansiedeln und bei Feuchtigkeit rapide vermehren. Um Schimmelbildung zu verhindern, muss abwechselnd geheizt und gelüftet werden. Und natürlich muss auch geheizt werden, um das Fortführen der Arbeiten für die Menschen auf der Baustelle im Winter überhaupt möglich zu machen. Folglich steigen die Stromkosten auf der Baustelle über die kalten Monate erheblich an. Im Vergleich zu einer Schimmelsanierung, die um die 8000€ kosten kann, sind die zusätzlichen Stromkosten im Winter mit ca. 1000€ aber noch überschaubar. 

Für kalte Temperaturen ungeeignete Bauarbeiten und Baustoffe

Es gibt einige Materialien und Bauarbeiten, auf die man bei Temperaturen unter +5 Grad lieber verzichten sollte. So sind alle Bodenarbeiten schwierig, weil der Untergrund bei sehr kalten Temperaturen gefriert und bei wärmeren Temperaturen auftaut und matschig wird. 

Grundsätzlich sollte auch für die Dämmung des Hauses lieber auf Frühjahr und Sommer gewartet werden. Materialien wie Steinwolle können nur bei trockener Umgebung verarbeitet werden, da sie sonst ihre Dämmwirkung verlieren. 

Baustoffe, die sich aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen verändern, sind ebenfalls problematisch. Da Beton, Mörtel und Putz zu einem Teil aus Wasser bestehen, das bei Bauarbeiten im Winter gefrieren würde, können die Baustoffe während dieser Jahreszeit nicht verwendet werden. Auch Farbe bindet nicht und hält somit nicht langfristig, wenn die Temperaturen unter +5 Grad sinken. Zwar gibt es spezielle Zusatzstoffe, die den Baustoffen beigemischt werden, damit sie auch bei Temperaturen unter +5 Grad aushärten können. Um sicherzugehen, dass Beton, Mörtel und Putz richtig trocknen, empfiehlt es sich jedoch, entsprechende Arbeiten bei Temperaturen über +5 Grad durchzuführen. 

Und unter 0 Grad sollte in jedem Fall auf Arbeiten mit wasserhaltigen Baustoffen verzichtet werden. Diese werden bei Temperaturen um den Nullpunkt nicht richtig fest und bekommen beim Trocknen schneller Risse. Das kann zum Beispiel im Fall von nicht ausgehärtetem Mörtel zu gravierenden Mängeln im Mauerwerk führen und den Bau deutlich stärker verzögern als eine kurze Winterpause. 

Für Bauherren ist es deshalb in jedem Fall sinnvoll, einmal durchzukalkulieren, wie hoch die Kosten für einen Baustopp ausfallen würden oder ob es günstiger wäre, weiterzubauen. 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.