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Effizienzhaus KfW85: Sanierung fördern lassen

Als Hauseigentümer wünschen Sie sich möglichst hohe Einsparungen im Bereich Energie. Für bestehende Immobilien können Sie nach dem Programm KfW85 selbst für Häuser mit höherem Energiebedarf eine attraktive Förderung durch die KfW erhalten. Unsere Experten sind mit diesen und weiteren Standards bestens vertraut und erklären Ihnen hier, wie Sie Ihr Energieeffizienzhaus konkret fördern können.

KfW85 und die Programmreform 2022

Die Steigerung der Energieeffizienz von Bestandsbauten liegt fast allen Eigentümern am Herzen. Bis zum Sommer 2022 bot die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Förderung selbst für Immobilien, deren Primärenergiebedarf nach der Förderung bei 100 % lag. Anders ausgedrückt: Selbst bei einem maximalen Energieaufwand des Gebäudes konnte eine Förderung beantragt werden.

Das Programm Energieeffizienzhaus KfW100 diente primär dazu, Altbauten auf den Stand von Neubauten zu bringen. Maßnahmen zur Dämmung oder zur Erneuerung der Heiztechnik entsprachen modernen Standards, setzten jedoch keine stark gedämmte Gebäudehülle oder regenerative Energieträger zur Beheizung voraus.

Die Möglichkeiten für Eigentümer haben sich mit der Reform der KfW-Förderprogramme im Sommer 2022 geändert. Für das Energieeffizienzhaus gibt es ein Stufenmodell mit den vier Stufen 40, 55, 70 und 85. Die Förderung nach KfW85 das aktuell beste Förderprogramm für Eigentümer dar, die bislang wenig in die Energieeffizienz ihrer Immobilie investiert haben. Auch der Bonus für den individuellen Sanierungsfahrplan wurde im Sommer 2022 gestrichen.

Kriterien und Anforderungen der KfW85

Um den KfW85-Standard zu erzielen und von diesem Förderprogramm zu profitieren, legt die KfW eindeutige Kriterien in Dämmung und Heizung fest. Für die Wärmeerzeugung stehen Ihnen bei diesem Standard folgende Heiztechnologien zur Auswahl:

  • Wärmepumpen
  • Brennwertanlagen mit Solar-Unterstützung
  • Biomasse & Pelletanlagen
  • Brennstoffzellen

Eine Lüftungsanlage wird für diesen Standard nicht zwingend vorgeschrieben. Allerdings wirkt sich die zusätzliche Integration einer Lüftungsanlage positiv auf den Primärenergiefaktor aus. Für die Dämmung gelten die vergleichbaren Werte der mittlerweile erloschenen Förderung KfW100. Die U-Werte betragen unter anderem:

  • Außenwand: 0,24 W/(m²K)
  • Schrägdächer/Dächer unbeheizter Dachräume: 0,24 W/(m²K)
  • Fenster: 1,3 W/(m²K)
  • Hauseingangstüre: 1,80 W/(m²K)
  • Decke zu unbeheiztem Keller: 0,30 W/(m²K)

Unsere Berater wissen, dass diese Werte Laien in Energiefragen wenig sagen. Deshalb anders ausgedrückt: Praktisch bedeutet dies für die meisten Immobilien, eine Außenwanddämmung von 14,0 cm, eine Dachdämmung von 20,0 cm sowie eine Kellerdämmung von 8,0 cm zu erreichen.

Förderung und Zuschüsse durch KfW85

Die Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau lässt sich im Rahmen eines Festzuschusses oder einer Vergünstigung bei der Tilgung des Sanierungskredits nutzen. Je nachdem, welche individuellen Voraussetzungen Sie vorfinden, können sich unterschiedliche Varianten mehr oder weniger lohnen. Diese Fördervarianten stehen zur Auswahl:

  • geförderte Kreditaufnahme bis zu 120.000 Euro mit 5,0 % Tilgungszuschuss
  • geförderte Kreditaufnahme bis zu 150.000 Euro mit 10,0 % Tilgungszuschuss (bei EE-Klasse)

Mit der Erneuerbare-Energien-Klasse oder kurz EE-Klasse ist ein gehobener Standard Ihrer Heizanlage gemeint. Möchten Sie die Steigerung Ihrer Energieeffizienz durch die KfW fördern lassen und deckt der Anteil an erneuerbaren Energien Ihrer Heiztechnik wenigstens 55 % des Bedarfs Ihrer Immobilie, ist die Voraussetzung erfüllt. Ein zusätzlicher Anreiz, der bereits für ein Energieeffizienzhaus KfW85 denkbar ist.

Voraussetzungen für die Beantragung

Damit Sie vom Förderprogramm KfW85 oder anderen Programmen der KfW profitieren können, ist eine professionelle und frühzeitige Planung wichtig. Zur Genehmigung der gewünschten Förderung sind alle relevanten Unterlagen inklusive Kostenvoranschlägen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau einzureichen. Jeder Antrag wird einzeln überprüft, einen verpflichtenden Anspruch auf die Fördermittel haben Sie leider nicht.

In jedem Falle sollten Sie den Schritt der Beantragung nicht alleine gehen. Oft wissen Laien nicht, welche Unterlagen genau für eine Genehmigung geprüft werden. Im schlimmsten Fall hinterlässt Ihr Förderprojekt von Beginn an einen schlechten Eindruck und die Chancen auf eine Gewähr sinken. Eine umfassende Vorbereitung Ihrer KfW85-Förderung ist daher unbedingt angeraten. Hierfür können sie initial eine Energieberatung für Wohngebäude nutzen. Im weiteren Verlauf gilt es, einen Energieeffizienz-Experten zu finden, der Sie bei der Beantragung der Förderung unterstützt. Eine Übersicht zugelassener Experten bietet die Deutsche Energie-Agentur dena.

Verfügbarkeit für Sanierung und Neubau?

Nach den aktuellen Standards der KfW-Förderung sind die Programme KfW85 und KfW70 als vergleichsweise niedrige Stufen ausschließlich mit einer energetischen Sanierung bestehender Wohnimmobilien verbunden. Wichtig: Dies gilt seit dem Frühjahr 2022 auch für das Effizienzhaus KfW55. Im Falle der finanziellen Förderung eines Neubaus setzt die KfW inzwischen eine noch höhere Energieeffizienz voraus, um Fördergelder für Ihre baulichen Maßnahmen zu gewähren. Sind Sie hieran interessiert und möchten bei einem Neubau von einer finanziellen Unterstützung profitieren, werfen Sie einen Blick auf die Förderprogramme KfW40 oder KfW40-Plus.

Weitere Informationen zu KfW-Förderprogrammen

Sie möchten mehr über die anderen Förderprogramme neben KfW85 erfahren? Auf unserer Webseite finden Sie weitere relevante Informationen zu den aktuellen Förderungsangeboten, die Ihnen bei energieeffizienter Sanierung bzw. dem Neubau Ihres Eigenheims zur Verfügung stehen.

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