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Haus Sanierung Berlin: Kosten, Förderung und Ablauf im Überblick

Eine Haussanierung in Berlin betrifft heute einen großen Teil des Gebäudebestands der Stadt. Viele Wohnhäuser stammen aus der Gründerzeit, aus den Wiederaufbaujahren nach 1945 oder aus den 1960er- und 1970er-Jahren. In diesen Baualtersklassen spielte Energieeffizienz beim Bau noch keine Rolle. Eigentümer, Käufer und Erben eines solchen Hauses stehen früher oder später vor der Frage, welche Maßnahmen sinnvoll sind, was sie kosten und welche Förderungen zur Verfügung stehen.

Die energetische Sanierung berührt dabei nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch gesetzliche Pflichten aus dem Gebäudeenergiegesetz sowie die Wirtschaftlichkeit der Immobilie. Berlin bietet durch die Investitionsbank Berlin zusätzlich eigene Förderwege, die über die Bundesprogramme von KfW und BAFA hinausgehen. Eine gezielte Kombination dieser Programme deckt einen erheblichen Teil der Sanierungskosten ab.

Realistische Kosten pro Quadratmeter, die aktuellen Förderprogramme von KfW, BAFA und IBB sowie die Frage nach einer möglichen Sanierungspflicht entscheiden maßgeblich darüber, ob und in welchem Umfang sich eine Sanierung wirtschaftlic

Schnelleinstieg ins Thema

Kosten pro Quadratmeter: Eine Altbausanierung in Berlin kostet je nach Umfang zwischen 400 und 2.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, eine Kernsanierung meist 1.000 bis 1.800 Euro pro Quadratmeter.
BAFA- und KfW-Förderung: Für energetische Einzelmaßnahmen gewährt das BAFA 15 bis 20 Prozent Zuschuss, für den Heizungstausch die KfW über das Programm 458 bis zu 70 Prozent.
IBB-Förderung Berlin: Die Investitionsbank Berlin fördert die energetische Sanierung von Wohngebäuden zusätzlich mit einer Zinssubvention auf den KfW-Kredit, insbesondere für Vermieter und Wohnungsunternehmen.
Sanierung oder Neubau: Alte Grundrisse mit kleinen Bädern und fehlenden Technikräumen machen eine Sanierung häufig zu einem teuren Kompromiss, weshalb ein Neubau auf demselben Grundstück in vielen Fällen die wirtschaftlich sinnvollere Alternative darstellt.
Gesetzliche Sanierungspflicht: Eine Sanierungspflicht besteht nicht generell, sondern greift bei bestimmten Bauteilen wie der obersten Geschossdecke, alten Heizkesseln und ungedämmten Leitungen, insbesondere beim Eigentümerwechsel.

Was kostet eine Haussanierung in Berlin?

Die Sanierungskosten hängen vor allem vom Baujahr, dem Zustand der Bausubstanz und dem Sanierungsumfang ab. Als grobe Orientierung liegen Teilsanierungen einzelner Bauteile am unteren Ende der Kostenspanne, eine vollständige Kernsanierung bis auf den Rohbau am oberen Ende. Eine reine Hausrenovierung, etwa mit Malerarbeiten oder neuen Böden, bewegt sich meist am unteren Ende der Kostenspanne, während eine energetische Sanierung technische und bauliche Substanz einbezieht. In Berlin bewegen sich die Handwerkerpreise im Bundesvergleich im mittleren bis oberen Bereich, was bei der Kalkulation berücksichtigt werden sollte.ungstiefe:

SanierungstiefeKosten pro m² WohnflächeBeispiel bei 130 m²
Teilsanierung (einzelne Gewerke)200 – 600 €26.000 – 78.000 €
Umfassende Sanierung (Gebäudehülle und Haustechnik)600 – 1.200 €78.000 – 156.000 €
Kernsanierung (bis auf den Rohbau)1.000 – 1.800 €130.000 – 234.000 €
Kernsanierung bei Altbau vor 19501.500 – 2.200 €195.000 – 286.000 €

Regionale Kostenschätzungen für Berlin variieren zusätzlich je nach Ausstattungsstandard und Eingriffstiefe. Eine umfassende Haussanierung mit energetischen Maßnahmen liegt häufig bei 1.200 bis 2.200 Euro pro Quadratmeter, bei 150 Quadratmetern Wohnfläche ergeben sich damit Gesamtkosten zwischen 180.000 und 330.000 Euro. Fällt der Ausstattungsstandard einfacher aus, sind Kernsanierungen bereits ab 600 bis 900 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Mehrwertsteuer möglich, eine komplette Haussanierung mit mittlerem Standard bewegt sich meist zwischen 900 und 1.500 Euro pro Quadratmeter. Die Handwerkerpreise unterscheiden sich zudem zwischen dem Berliner Stadtgebiet und dem Umland, was ein Vergleich mehrerer Angebote vor der Beauftragung sichtbar macht.

Zu den größten Kostentreibern zählen Dachsanierung, Fassadendämmung, Fenstertausch und Heizungssanierung. Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation je nach Gebäudegröße zwischen 15.000 und 30.000 Euro, eine vollständige Elektrosanierung meist 50 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Bei Altbauten sollte zusätzlich ein Puffer von 15 bis 20 Prozent für unvorhergesehene Schäden eingeplant werden, etwa bei Feuchtigkeit im Mauerwerk oder veralteten Leitungen.

Was kostet die Sanierung eines Einfamilienhauses in Berlin?

Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit etwa 130 bis 140 Quadratmetern Wohnfläche liegt eine Kernsanierung meist zwischen 130.000 und 250.000 Euro. Wird nur die Gebäudehülle energetisch ertüchtigt, ohne Grundrissänderungen oder kompletten Innenausbau, reduzieren sich die Kosten deutlich auf häufig 60.000 bis 120.000 Euro. Bei einer Sanierung eines Mehrfamilienhauses steigen die Gesamtkosten entsprechend der Anzahl der Wohneinheiten, während die Kosten pro Quadratmeter durch Skaleneffekte oft etwas niedriger ausfallen als beim Einfamilienhaus.

Sanierung oder Abriss: Wann lohnt sich ein Neubau mehr?

Bei einem älteren Haus in Berlin denken die meisten Eigentümer zuerst an eine Sanierung. Diese Reaktion ist nachvollziehbar, führt aber nicht automatisch zur wirtschaftlich besten Entscheidung. Ein Neubau kostet zwar pro Quadratmeter mit 3.000 bis 4.500 Euro nominal mehr als eine Kernsanierung, das Ergebnis einer aufwendigen Sanierung bleibt jedoch häufig ein teuer sanierter Kompromiss.

Warum bleibt eine Sanierung oft ein teurer Kompromiss?

Die tragenden Außenwände eines Altbaus bestimmen den Grundriss, und mit ihnen bleiben auch die räumlichen Entscheidungen einer anderen Bauzeit erhalten. Kleine Bäder, die ursprünglich als reine Nasszellen geplant wurden, kleine Küchen, Wohnbereiche ohne Sichtachsen und fehlende Technikräume für moderne Haustechnik gehören zu den typischen strukturellen Einschränkungen älterer Grundrisse. Ein Bad soll heute häufig einem Wellnessbereich ähneln statt einer funktionalen Nasszelle früherer Jahrzehnte, was mit den engen Grundrissen vieler Altbauten kaum umsetzbar ist. Auch eine offene Küche mit Kochinsel lässt sich in rund 90 Prozent der sanierungsbedürftigen Altbauten aus räumlichen Gründen nicht realisieren, da tragende Wände und die vorhandene Raumaufteilung dem entgegenstehen. Eine Sanierung verbessert die energetische Bilanz und die Haustechnik, verändert die Grundstruktur des Gebäudes aber nur begrenzt.

Wann ist ein Neubau die bessere Alternative zur Sanierung?

Ein Neubau auf demselben Grundstück beginnt auf der grünen Wiese. Grundriss, Raumhöhen, Lichteinfall, Fensterpositionen, Technikräume für Wärmepumpe und Speicher sowie die Erschließung lassen sich ohne Rücksicht auf bestehende Bauteile nach heutigen Standards planen. Dieser kompromisslose Ansatz führt in vielen Fällen zu einem Gebäude, das den tatsächlichen Wohnbedürfnissen näherkommt als eine sanierte Bestandsimmobilie. Ob im Einzelfall eine Sanierung oder ein Neubau wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt vom Zustand der Bausubstanz, dem Sanierungsstau und den eigenen Ansprüchen an den Grundriss ab. Ein unabhängiger Bausachverständiger oder Energieeffizienz-Experte kann diese Frage anhand einer Kostenvergleichsrechnung objektiv beantworten.

Welche Förderung gibt es für die Sanierung in Berlin?

Für die energetische Sanierung stehen in Berlin drei Förderebenen zur Verfügung, nämlich die Bundesförderung für effiziente Gebäude über KfW und BAFA, die Landesförderung der Investitionsbank Berlin sowie die steuerliche Förderung nach § 35c Einkommensteuergesetz. Bis zu 70 Prozent der sanierungsfähigen Kosten lassen sich bei geschickter Kombination der Programme als finanzielle Unterstützung sichern. Die Programme lassen sich teilweise kombinieren, jedoch nicht für dieselbe Maßnahme doppelt.

FörderprogrammWas wird gefördertFörderhöhe
BAFA BEG EinzelmaßnahmenDämmung, Fenster, Lüftung, Heizungsoptimierung15 % Zuschuss, mit Sanierungsfahrplan 20 %
KfW 458Heizungstausch (z. B. Wärmepumpe, Biomasse, Fernwärme)30 % Grundförderung, mit Boni bis 70 %
KfW 261Komplettsanierung zum EffizienzhausKredit bis 150.000 € pro Wohneinheit, Tilgungszuschuss bis 45 %
IBB Energetische GebäudesanierungSanierung von Wohngebäuden in Berlin (v. a. Vermieter, Wohnungsunternehmen)Zinssubvention bis 0,6 % p. a. auf den KfW-Zinssatz, Tilgungszuschuss bis 25 %
Steuerbonus § 35c EStGAlternative zur Zuschussförderung bei selbstgenutzten Gebäuden20 % der Kosten über drei Jahre, max. 40.000 €

Wie funktioniert die BAFA-Förderung Berlin?

Die BAFA-Förderung ist ein bundesweiter Zuschuss für energetische Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik, der auch in Berlin ohne regionale Einschränkung beantragt werden kann. Die Basisförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten, begrenzt auf 30.000 Euro pro Wohneinheit im Jahr. Wird die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans umgesetzt, steigt der Fördersatz auf 20 Prozent und die Kostenobergrenze verdoppelt sich auf 60.000 Euro. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden, wodurch sich im Vergleich zu einer reinen Kreditfinanzierung unmittelbar Geld sparen lässt. Der Antrag muss zwingend vor Beauftragung des Handwerksbetriebs über das BAFA-Portal gestellt werden.

Was bietet die IBB-Förderung für die energetische Sanierung?

Die Investitionsbank Berlin ergänzt die Bundesförderung mit dem Programm IBB Energetische Gebäudesanierung – Effizienzhaus. Es richtet sich in erster Linie an Vermieter, Investoren und Wohnungsunternehmen, die Wohngebäude in Berlin energetisch sanieren, und bietet einen zinsgünstigen KfW-261-Kredit mit einer zusätzlichen nominalen Zinssubvention von bis zu 0,6 Prozent pro Jahr. Je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard sind ein Tilgungszuschuss von bis zu 25 Prozent und ein Kreditbetrag von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit möglich, bei zusätzlicher Nachhaltigkeits- oder Erneuerbare-Energien-Klasse erhöhen sich beide Werte weiter. Für die Sanierung eines sogenannten Worst Performing Building gewährt die IBB einen Extra-Tilgungszuschuss von 10 Prozent. Ergänzend übernimmt die IBB einen Zuschuss von bis zu 2.000 Euro für ein Energiegutachten, das üblicherweise im Rahmen einer Vor-Ort-Besichtigung durch einen Energieeffizienz-Experten erstellt wird. Selbstnutzende Eigentümer eines Einfamilienhauses greifen für die eigene Sanierung in der Regel auf die KfW- und BAFA-Programme zurück, da sich das IBB-Programm primär an Vermietungsobjekte richtet. Aktuelle Konditionen sind auf der Seite der Investitionsbank Berlin einsehbar.

Können BAFA- und KfW-Förderung kombiniert werden?

Eine Kombination ist möglich, solange unterschiedliche Maßnahmen gefördert werden. Für dieselbe Maßnahme, etwa den Fenstertausch, darf ausschließlich ein Förderweg genutzt werden. Fenster und Dämmung lassen sich beispielsweise über die BAFA-Einzelmaßnahmenförderung finanzieren, während die neue Heizung parallel über das KfW-Programm 458 gefördert wird. Der Gesamtfördersatz für eine einzelne Maßnahme ist unabhängig von der Kombination auf 60 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckelt.

Ist eine Sanierung in Berlin gesetzlich vorgeschrieben?

Eine allgemeine Pflicht zur Komplettsanierung besteht nicht. Das Gebäudeenergiegesetz definiert stattdessen eine gezielte Sanierungspflicht, die vor allem beim Eigentümerwechsel greift. Käufer und Erben eines Hauses müssen innerhalb von zwei Jahren nach Eintragung ins Grundbuch die oberste Geschossdecke dämmen lassen, sofern dies noch nicht geschehen ist, Heizkessel austauschen, die älter als 30 Jahre sind, und zugängliche Wärmeverteilungs- sowie Warmwasserleitungen dämmen. Selbstnutzende Eigentümer, die ihr Einfamilienhaus bereits am 1. Februar 2002 bewohnt haben, sind von dieser Pflicht ausgenommen.

Altbausanierung und Denkmalschutz in Berlin

Ein großer Teil des Berliner Gebäudebestands stammt aus der Gründerzeit sowie aus den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei Altbauten vor 1950 verursachen Trockenlegung, Innendämmung und der vollständige Austausch der Haustechnik häufig die höchsten Kosten pro Quadratmeter innerhalb der gesamten Sanierungsspanne. Zusätzlich ist bei älteren Gebäuden regelmäßig eine Schadstoffanalyse notwendig, da Materialien wie Asbest, PCB oder bleihaltige Anstriche verbaut wurden.

Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz, gelten besondere Auflagen für Fassade, Fenster und Dach, die eine klassische Außendämmung häufig ausschließen. In Berlin betrifft das rund 14.500 Gebäude, für die energetische Maßnahmen oft spezifische, denkmalgerechte Lösungen erfordern. In diesen Fällen kommen alternative Lösungen wie eine Innendämmung oder denkmalgerechte Fenstersysteme zum Einsatz, die mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abzustimmen sind. Fördertechnisch bleibt die Sanierung eines Baudenkmals dennoch förderfähig, etwa über das IBB-Programm für Vermieter oder über die BAFA-Einzelmaßnahmenförderung für selbstnutzende Eigentümer. Typische Herausforderungen bei der Altbausanierung sind dabei höhere Baukosten und längere Genehmigungszeiten, die von Anfang an in die Sanierungsplanung einfließen sollten.

Wissenswertes zu Genehmigungen und Milieuschutz

Neben dem Denkmalschutz spielt in vielen Berliner Bezirken der Milieuschutz eine Rolle. Modernisierungen in Milieuschutzgebieten benötigen oft spezielle Genehmigungen, etwa wenn Grundrisse verändert oder Ausstattungsstandards wie Balkone und hochwertige Bodenbeläge nachgerüstet werden. Bauanträge werden in Berlin beim zuständigen Stadtentwicklungsamt des jeweiligen Bezirks eingereicht, unabhängig davon, ob es sich um eine genehmigungspflichtige bauliche Änderung oder eine Ausnahme im Milieuschutzgebiet handelt.

Wie läuft eine energetische Sanierung ab?

Am Anfang jeder gut geplanten Sanierung steht eine Bestandsaufnahme durch einen Energieeffizienz-Experten, der den energetischen Ist-Zustand des Gebäudes bewertet und einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellt. Dieser Fahrplan legt die sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen fest und erhöht gleichzeitig die spätere BAFA-Förderung. Die bewährte Reihenfolge orientiert sich an der Gebäudehülle, bevor die Heizungstechnik angepasst wird.

  1. Dach sanieren und dämmen, damit das Gebäude wasserdicht ist, bevor Innenarbeiten beginnen
  2. Fassade dämmen, um den größten Anteil der Wärmeverluste zu reduzieren
  3. Fenster austauschen, um Wärmebrücken und Zugluft zu beseitigen
  4. Heizung erneuern, idealerweise erst nach der Dämmung der Gebäudehülle, damit die neue Anlage wirtschaftlich dimensioniert werden kann
  5. Elektrik und Innenausbau abschließen

Eine missachtete Reihenfolge, etwa ein zuerst abgeschlossener Innenausbau bei einer Komplettsanierung, führt häufig dazu, dass fertige Wände für nachträgliche Leitungen wieder geöffnet werden müssen.

Tipp von Miss Almondia: Vor der ersten Handwerkerbeauftragung lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Förderbudgets der KfW und der IBB, da diese jährlich neu befüllt werden und bei hoher Nachfrage frühzeitig ausgeschöpft sein können.

Heizungssanierung und Wärmepumpe in Berlin

Der Austausch einer veralteten Heizung gehört zu den wirkungsvollsten Einzelmaßnahmen einer energetischen Sanierung. Über das KfW-Programm 458 lässt sich der Einbau einer Wärmepumpe, einer Biomasseheizung oder eines Anschlusses an ein Wärmenetz mit einer Grundförderung von 30 Prozent bezuschussen. Zusätzlich sind ein Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent beim Austausch alter fossiler Heizungen sowie ein Einkommensbonus von 30 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro möglich, wodurch sich die Förderung in Summe auf bis zu 70 Prozent erhöhen kann. Seit 2026 gelten für Luft-Wasser-Wärmepumpen zusätzlich verschärfte Anforderungen an den Lärmschutz, die bei der Anlagenauswahl zu berücksichtigen sind.

Barrierefreiheit und Wohnkomfort bei der Sanierung

Eine Sanierung verlängert die Lebensdauer eines Gebäudes und steigert dessen Marktwert erheblich, wovon insbesondere Eigentümer profitieren, die ihr Haus langfristig selbst nutzen oder vermieten möchten. Neben der energetischen Ertüchtigung gewinnt dabei die barrierefreie Sanierung in Berlin zunehmend an Bedeutung, insbesondere wenn mehrere Familienmitglieder unterschiedlichen Alters im selben Haus wohnen. Bauliche Barrieren wie Türschwellen, schmale Durchgänge oder fehlende ebenerdige Duschen lassen sich im Zuge einer Sanierung gezielt abbauen und an die individuellen Bedürfnissen der Bewohner anpassen. Ergänzend zur energetischen Förderung unterstützt die Investitionsbank Berlin mit dem Programm IBB Altersgerecht Wohnen barrierereduzierende Umbaumaßnahmen.

Auch kleinere Maßnahmen wie eine moderne LED-Beleuchtung oder der Austausch veralteter Sanitäranlagen verbessern den Wohnkomfort spürbar, ohne den Umfang einer Kernsanierung zu erreichen. Optische Aufwertungen wie neue Böden oder eine modernisierte Küche steigern zusätzlich die Wohnqualität und wirken sich positiv auf den Wiederverkaufswert aus, da sowohl Wohnqualität als auch energetischer Zustand über den Marktwert einer Immobilie in Berlin entscheiden.

Handwerker und Energieberater in Berlin finden

Für BAFA-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle sowie für die KfW-Komplettsanierung ist für Eigenheimbesitzer die Einbindung eines zugelassenen Energieeffizienz-Experten verpflichtend. Nur in der offiziellen Expertenliste geführte Fachleute sind für die Antragstellung bei KfW und BAFA zugelassen. Beim reinen Heizungstausch über das KfW-Programm 458 genügt dagegen eine Fachunternehmererklärung des ausführenden Betriebs.

Ein erfahrenes Team aus Energieberater und ausführendem Fachunternehmen aus der näheren Umgebung bildet die Grundlage einer soliden Sanierungsplanung. Vor der Beauftragung lohnt sich der Vergleich mehrerer Angebote, da sich Leistungen, Erfahrungen und Preise der Berliner Handwerksbetriebe deutlich unterscheiden können. Eine Kostenschätzung aus verlässlicher Quelle, etwa durch eine Vor-Ort-Besichtigung des Energieeffizienz-Experten, gibt zusätzliche Sicherheit bei der Finanzierungsplanung. Eigentümer, die die Sanierungsplanung selbst in die Hand nehmen möchten, sollten dennoch einen unabhängigen Energieeffizienz-Experten als Partner einbinden, um die Anforderungen von KfW und BAFA zu erfüllen und Fördermittel entsprechend den eigenen Wünschen und Bedürfnissen optimal zu nutzen. Vor der endgültigen Kostenschätzung hilft der Almondia-Sanierungsrechner, die anfallenden Sanierungskosten und mögliche Einsparpotenziale für das eigene Gebäude realistisch einzuschätzen.

Fazit

Eine Haussanierung in Berlin ist mit erheblichen Kosten verbunden, die je nach Umfang und Baujahr zwischen wenigen Zehntausend und mehreren Hunderttausend Euro liegen können. Gleichzeitig steht mit BAFA, KfW und der Investitionsbank Berlin ein dreistufiges Fördersystem zur Verfügung, das bei guter Planung einen erheblichen Teil der Investitionskosten abdeckt. Trotz dieser Förderung bleibt eine Sanierung in vielen Fällen ein teurer Kompromiss aus altem Grundriss und neuer Technik, während ein Neubau auf demselben Grundstück eine kompromisslose Planung nach heutigen Wohnansprüchen ermöglicht. Ein individueller Sanierungsfahrplan, ein realistischer Kostenvergleich zwischen Sanierung und Neubau sowie die frühzeitige Einbindung eines Energieeffizienz-Experten oder Bausachverständigen sind dabei die entscheidenden Hebel für eine fundierte Entscheidung. Eine strukturierte Planung schont dabei nicht nur das Budget, sondern auch die Nerven.

FAQ – Häufige Fragen zu Haus Sanierung Berlin

Eine Teilsanierung einzelner Gewerke wie Fenster oder Dach lässt sich häufig innerhalb weniger Wochen umsetzen. Eine umfassende Sanierung mit Dämmung, neuer Heizung und Elektrik nimmt in der Regel drei bis sechs Monate in Anspruch, eine vollständige Kernsanierung bis auf den Rohbau kann sechs bis zwölf Monate dauern. Verzögerungen entstehen häufig durch die Auslastung der Handwerksbetriebe sowie durch die Bearbeitungszeit von Förderanträgen, die vor Baubeginn abgeschlossen sein muss.

Bei einer Kern- oder Vollsanierung, bei der Heizung, Bad und Elektrik gleichzeitig erneuert werden, ist ein vorübergehender Auszug in den meisten Fällen notwendig, da Wasser und Strom zeitweise abgestellt werden müssen. Bei einer schrittweisen Teilsanierung, etwa wenn zunächst nur Dach oder Fassade gedämmt werden, kann das Haus in der Regel weiter bewohnt werden. Bewohner, die während der Sanierungsphase im Haus bleiben, sollten zusätzliche Lärm- und Staubbelastung sowie eine eingeschränkte Nutzung einzelner Räume einplanen.

Der energetische Zustand zählt auf dem Berliner Immobilienmarkt inzwischen zu den zentralen Kriterien bei Kauf- und Mietentscheidungen. Häuser mit den Energieeffizienzklassen A bis C erzielen in der Regel höhere Verkaufspreise und lassen sich schneller vermarkten als Gebäude der Klassen F bis H. Auch für Vermieter lohnt sich eine Sanierung, da energieeffiziente Wohnungen niedrigere Nebenkosten verursachen und dadurch für Mieter attraktiver sind.

Für rein energetische Maßnahmen wie Dämmung, Fenstertausch oder Heizungserneuerung ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Genehmigungspflichtig werden Sanierungsmaßnahmen, sobald in die Statik eingegriffen wird, tragende Wände entfernt werden oder sich die äußere Gestalt des Gebäudes wesentlich verändert, etwa durch einen Dachausbau mit Gauben. Bei Gebäuden unter Denkmalschutz ist zusätzlich die Zustimmung der zuständigen Denkmalschutzbehörde einzuholen, bevor mit den Arbeiten begonnen wird.

Die zuständige Bauaufsichtsbehörde kann die Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Nachrüstpflichten anordnen und bei Nichtbefolgung ein Bußgeld verhängen. Zusätzlich drohen praktische Nachteile, etwa Schwierigkeiten beim Verkauf oder bei der Vermietung, da Käufer und Mieter zunehmend auf den energetischen Zustand und den Energieausweis achten. Eigentümer, die die Frist von zwei Jahren nach einem Eigentümerwechsel nicht einhalten können, sollten frühzeitig mit einem Energieeffizienz-Experten planen, um die Nachrüstpflichten fristgerecht umzusetzen.

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Sarah Völkl
Sarah Völkl hat Architektur studiert und ist seit Jahren das Gesicht von a better place. Mit ihren Videos ist sie bei YouTube vielen Personen schon länger bekannt. Sarah teilt Ihr Wissen jetzt auch bei den Bautipps von Almondia.

Autorin Sarah Völkl

Sarah Völkl hat Architektur studiert und ist seit Jahren das Gesicht von a better place. Mit ihren Videos ist sie bei YouTube vielen Personen schon länger bekannt. Sarah teilt Ihr Wissen jetzt auch bei den Bautipps von Almondia.
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