Ökologisch Bauen


Aus gutem Grund voll im Trend –
Die Zukunft: ökologisch bauen

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
  • Ökologisch Bauen ist ein ganzheitliches Konzept, das den Herstellungs-, Nutzungs- und Entsorgungsaufwand der einzelnen Produkte im Bauprozess mit einbezieht.
  • Natürliche Baustoffe bieten eine schadstofffreie Alternative zu den herkömmlichen Konkurrenten und beugen mitunter Allergien und Krankheiten vor.
  • Ein weiterer Vorteil des Ökohauses ist seine energieeffiziente Bauweise, die sich neuster Technologien und regenerativer Energiequellen bedient.

Alle guten Dinge sind drei:
gesundheitsfördernd, energieeffizient, klimaschonend

Unter dem Stichwort „ökologisch Bauen“ kommen gleich mehrere brisante Themen zusammen: Wohngesundheit, Energieeffizienz und nicht zuletzt Klimaschutz. Seit vielen Jahren schon debattiert die Welt über globale Erwärmung und endliche Ressourcen, die wir früher oder – so die stille Hoffnung – später aufgebraucht haben werden. Immer wieder ertappen wir uns bei der Befürchtung, dass unsere kleinen Aktionen zum Schutz der Umwelt zwar unser Gewissen etwas beruhigen, aber nicht ernsthaft zur Änderung der Lage beitragen. Seit geraumer Zeit haben nun aber auch Wirtschaft und Politik verstanden, dass eine Wende her muss. Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein sind in unserem Alltag angekommen. Und das nicht mehr ausschließlich durch Bioessen auf unseren Tellern – nachhaltige Konzepte sind immer öfter Teil unseres Zuhauses! Das sollte auch so sein, verbringen wir doch mehr als die Hälfte unserer Lebenszeit daheim.

Gütesiegel Ganzheitlichkeit: Was ein Ökohaus ausmacht

Im Gegensatz zum Passivhaus ist der Begriff Ökohaus gesetzlich nicht definiert. Das führt dazu, dass viele Baugesellschaften nur allzu gern mit dieser Bezeichnung werben. Oft haben Bauherren und Unternehmen jedoch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein Haus zum Ökohaus werden lässt. Denn ein hübsches Holzhaus ist nicht per se ein ökologisch gebautes Haus. Hinter dem Begriff steckt viel mehr die Idee eines ganzheitlichen Konzeptes, das vom Grundstückskauf über den Einsatz natürlicher Baustoffe und die Nutzung effizienter Energiesysteme bis hin zur Raumausstattung und Müllentsorgung reicht. Es gibt sogar eine interdisziplinäre Wissenschaft – die Baubiologie. Sie erforscht, wie wir umweltfreundliche Gebäude erschaffen können, die schadstofffrei sind und ihren Bewohnern so obendrein eine gesunde Umgebung bieten.

Komplettpaket: Ökologisch bauen vom Grundstück bis zur Inneneinrichtung

Wer ökologisch bauen möchte, sollte den Bauvorgang gründlich planen und die Baustoffe einer genauen Prüfung auf ihre ökologischen Eigenschaften hin unterziehen. Das muss natürlich kein Bauherr alleine leisten – entsprechend spezialisierte Baubiologen und Energieberater bieten hierfür ihre Unterstützung an. Und eine fachlich kompetente Beratung zahlt sich aus. Denn in einem frühen Stadium der Bauphase lassen sich noch alle ökologischen Parameter ohne großen Kostenaufwand optimieren. Für nachträgliche Änderungswünsche hingegen müssen Bauherren tiefer in die Tasche greifen .

Grundstückserwerb und Gebäudearchitektur

Zunächst einmal sollten Sie ein möglichst von negativen Umwelteinflüssen, wie Verseuchung durch Altlasten oder Smog, unbelastetes Grundstück erwerben, das gleichzeitig infrastrukturell gut angeschlossen ist. Wenn sie dieses landschaftlich stark umgestalten müssten, eignet es sich nicht für ökologisches Bauen. Um keinen Platz zu verschwenden, sollten Sie außerdem bei der Gebäudearchitektur auf ein günstiges Verhältnis der Grund- zur Nutzfläche bestehen.

Naturbaustoffe

Soll das Traumhaus ein Ökohaus werden, ist die Nutzung ökologischer Baustoffe unabdingbar. Was aber zeichnet solcheeigentlich aus? Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie auch die Baustoffe gründlich durch die Brille der Ganzheitlichkeit betrachten. Wichtig ist, dass sie bei der Herstellung eine günstige CO2-Bilanz haben, aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden und die Umwelt nicht verschmutzen. Beziehen Sie bei der Bewertung auch den Aufwand bei Transport, Einbau, Nutzung, späterem Abriss und Entsorgung mit ein. Vor allem Holz, Lehm und Stroh bieten sich für eine gesunde Bauweise an, sofern Sie nicht mit giftigen Chemikalien (z.B. Lacke oder Holzschutzmittel) behandelt wurden. Das große Plus dieser alternativen schadstoffarmen Naturbaustoffe: Im Vergleich zu ihren konventionellen Konkurrenten haben sie obendrein sehr gute Dämmeigenschaften.

Inneneinrichtung

Damit auch hinter der Fassade ein ökologisches Konzept steht, gilt es, bei der Inneneinrichtung ebenfalls auf schadstofffreie Baustoffe zu setzen. Sie können dafür Naturfarben und -putze sowie natürliche Bodenbeläge erwerben. Mit sinnvoll geplanten Fenstern vermeiden Sie dicke Luft und sorgen für ausreichend Sonnenschein in ihren vier Öko-Wänden. So schaffen sie nicht nur eine richtige Wohlfühlatmosphäre, sondern zudem ein gesundes Raumklima, das der Entstehung von Schimmelpilzen, Allergien und gesundheitsgefährdenden Innenraumschadstoffen vorbeugt.

Energieeffizienz

Dass ein Ökohaus möglichst energiesparend arbeiten sollte, versteht sich nahezu von selbst. Einfluss darauf nehmen Sie bereits bei der Ausrichtung des Gebäudes und bei der Anordnung der beheizten Flächen. Für Heizung und Stromversorgung sollten Sie beim Ökohaus maßgeblich auf regenerative Energiequellen setzen. Solartechnik stellt hier eine der am häufigsten genutzten Möglichkeiten dar. Als Ergänzung stehen Ihnen mittlerweile diverse Heizsysteme zur Verfügung. Eine Wärmepumpe, die die Wärme aus der nahen Umgebung, z.B. aus der Erde, der Luft oder dem Grundwasser zieht, erfreut sich zunehmend dem guten Ruf einerebenfalls ökologischen Alternative. Eine weitere Option stellen Blockheizkraftwerke dar. Diese gelten insbesondere für größere Wohneinheiten oder öffentliche Einrichtungen als vorteilhaft, da sie neben der Wärmeproduktion einen Generator zur Stromerzeugung antreiben.

Öko lohnt sich:
Warum ein Ökohaus den Aufwand wert ist

Ökologisches und damit ganzheitliches Bauen heißt den gesamten Lebenszyklus des Hauses nachhaltig zu gestalten. Von der Grauwassernutzung bis zur Dachbegrünung gibt es diesbezüglich zahlreiche Möglichkeiten, denen Sie auf Ihrem Weg zum Öko-Traum-Haus begegnen werden. Zur Orientierung innerhalb der Anbieter dienen verschiedene Zertifikate. Lassen Sie sich nicht mit ökologischer Kosmetik abspeisen, die hinter ihrer natürlich scheinenden Maske schadstoffbehaftete Baustoffe verbirgt. Der finanzielle Aufwand für ein reelles Ökohaus wird von der Regierung durch zahlreiche Fördermittel zum Teil abgefangen. Fest steht also: Öko lohnt den Aufwand!

Wir haben für Sie noch einmal alle Vorteile auf einen Blick zusammengestellt:

  • Verwendung nachhaltiger Rohstoffe
  • energieeffiziente Bauweise
  • Kostensenkung durch Energieeinsparung
  • Unabhängigkeit von Strom- und Gasanbietern
  • staatliche Förderung
  • gesundheitsförderndes Raumklima
  • vorausschauendes, verantwortungsvolles Handeln und Bauen

Sie wollen als künftiger Ökohaus-Eigentümer stolz einen Haken hinter all diese Punkte setzen? Genauere Informationen bieten Ihnen die Artikel, die wir in diesem Überblickstext verlinkt haben. Für Ihre individuellen Fragen zur Planung Ihres zukunftsorientierten, nachhaltigen Ökohauses stehen Ihnen unsere unabhängigen Experten gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Soledad Cozzolino, Architektin & Wohnbau-Expertin

Soledad Cozzolino, Architektin & Wohnbau-Expertin

Soledad Cozzolino ist Architektin aus Leidenschaft. Seit 8 Jahren betreut sie Wohnungsbauprojekte und hilft Bauherren zum perfekten Eigenheim. Ihr Anspruch dabei ist, immer die bestmögliche Lösung für jeden Klienten zu finden.