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Holzbackendecke vs. Betondecke

Als Bauherr*in in der Planungsphase des eigenen Traumhauses stehen viele Entscheidungen an. Größe, Ausstattung und auch die Bauweise der einzelnen Gewerke müssen, oft gemeinsam mit dem/der Architekten*in und den ausführenden Firmen, entschieden werden. Das ist in Anbetracht der Vielzahl der einzelnen Bauelemente ein zeitraubender und bisweilen zermürbender Prozess. Genauso ein Fall ist die Wahl der geeigneten Geschossdecke – Holzbalken- oder doch lieber Betondecke? Im folgenden Artikel geben wir diesbezüglich ein wenig Hilfestellung. 

Die Holzbalkendecke

Die Holzbalkendecke ist sicherlich die älteste Form der Deckenkonstruktion, ihr grundlegender Aufbau rasch erklärt. Bei der einfachsten Variante lagen mehrere Balken auf den Außenwänden und tragenden Innenwänden eines Gebäudes auf. Den oberen Abschluss bildete ein simpler Dielenboden. Die einzelnen Bretter wurden dabei quer zu den tragenden Holzbalken befestigt. 

Da bei solch einer Decke aufgrund der sich ausbreitenden Schwingungen jeder noch so leise Schritt ins darunter liegende Geschoss drang und es mit der Wärmeisolation auch nicht gut aussah, kamen bald schon aufwendigere Konstruktionen zur Anwendung.

Zur Trittschalldämmung musste die Deckenkonstruktion beschwert werden. Hierzu wurde eine zusätzliche Lattung angebracht, die als Auflage für einen Zwischenboden diente, den sogenannten Blind oder Fehlboden.  Die so entstandenen Hohlräume zwischen Dielung und Blindboden wurden nun befüllt. Je nach Art des Füllmaterials konnten auf diese Weise auch Luftfeuchtigkeit und Wärmeverlust kompensiert sowie Luftdichte, Holz- und Brandschutz erreicht werden. Gängige Materialien waren und sind verschiedene Schlacken, Lehm, Perlite, Blähton, Zelluloseflocken- und fasern u.v.m. 

Die moderne Holzbalkendecke

Bei modernen Holzbalkendecken werden Blindboden, Trittschalldämmung und schwimmender Estrich oberhalb der Balkenlage ausgeführt, sodass Unterseite und Seitenflächen der Balken sichtbar sind. Exemplarisch hierfür sind moderne Häuser im Landhausstil. Selbstverständlich können die Deckenunterseiten auch vertäfelt oder mit Hilfe eines angebrachten Putzträgers verputzt werden. Auch das Abhängen der Decke mittels Gipskartonplatten ist einfach zu bewerkstelligen. 

Die Betondecke

Bei Geschossdecken aus Beton lassen sich vier grundlegende Varianten unterscheiden: 

  • die Spannbeton-Fertigdecke
  • die Ortbetondecke
  • die Hohlsteindecke
  • die Filigrandecke

Die Spannbeton-Fertigdecke

Die Spannbeton- oder auch Hohlkammer-Fertigdecke besteht aus mehreren vorgefertigten Formteilen, die auf der Baustelle zur endgültigen Geschossdecke zusammengefügt werden. Das ermöglicht enorm zeitsparendes Bauen. Die Standard-Formteile an sich sind im Innern mit Hohlräumen ausgestattet, die einerseits das Gesamtgewicht reduzieren und andererseits die Fähigkeit zur Wärmedämmung erhöhen, insbesondere dann, wenn die Hohlräume zusätzlich mit Dämmmaterial verfüllt werden. Zwischen den einzelnen Betonelementen werden Stahleinlagen aus hochfestem Spannstahl eingearbeitet, welche die Decke auf Spannung halten. So lassen sich auch große Räume ohne Zwischenpfeiler überbrücken, weswegen Spannbeton-Fertigdecken verstärkt bei der Konstruktion von Bürogebäuden zum Einsatz kommen. 

Die Ortbeton-Decke

Ortbeton wird entweder zur Baustelle transportiert oder direkt dort hergestellt. In flüssiger Form wird er in eine vorhandene Schalung gegossen und ermöglicht so ein genaues Anfertigen aller notwendigen Einzelteile. Im Gegensatz zur Spannbeton-Fertigdecke besteht die Ortbeton-Decke aus massivem, stahlbewehrten Beton ohne Hohlräume. Daher weist sie ein vielfach höheres Eigengewicht und schlechte Wärmedämmeigenschaften auf.

Die Hohlsteindecke

Die Hohlsteindecke besteht aus vorgefertigten Hohlsteinen aus Normal- oder Leichtbeton die zwischen bewehrten Betonträgern bzw. Metallträgern mit Betonfuß eingehängt werden. Auf diese Weise entsteht eine homogene geschlossene Deckenunterseite. Durch den Verguss mit Beton wird die Oberfläche geschlossen. Aufgrund des geringen Gewichts der Einzelteile ist der Transport ohne schweres Geräts möglich. Auch Hebegeräte sind nicht zwingend erforderlich, sodass die Hohlsteindecke insbesondere bei Altbausanierungen und bei beengten Platzverhältnissen Anwendung findet. 

Die Filigrandecke

Die Filigran- oder auch Elementdecke ist die am weitesten verbreitetste Geschossdecke im Einfamilienhausbau. Sie besteht aus bis zu 250 cm breiten Halbfertigteilen aus Stahlbeton, die unterseitig mit Gitterträgern und Baustahlmatten bewehrt sind. Die Gitterträger bestehen aus verschweißten Betonstählen, einem sichtbaren Obergurtstab, zwei einbetonierten Untergurtstäben sowie verbindenden Diagonalen. Zusätzlich werden die Deckenelemente mit einer Querbewehrung versehen und mit Ortbeton vergossen, wobei die Diagonalen der Gitterträger den Verbund von Fertigteil und Ortbeton gewährleisten. Eine Deckenschalung ist bei dieser Deckenkonstruktion nicht notwendig, was Zeit und Baukosten spart. Allerdings müssen auch hier die Trocknungszeiten des Ortbetons beachtet werden.

Ober- und Untergurt: Obere und untere Bänder eines Trägers

Welche Decke ist nun besser?

Vorteile Holzbalkendecke

Die Holzbalkendecke lässt sich relativ simpel konstruieren. Aufgrund der nicht vorhandenen Baufeuchte müssen auch keine Trocknungszeiten eingehalten werden. Schall- und Wärmedämmung sind bei Verwendung entsprechender Materialien gut und obwohl hauptsächlich Holz verbaut wird, erfüllt auch eine Holzbalkendecke die allgemeinen Brandschutzverordnungen und widersteht durch Behandlung des Holzes einem Feuer. Optisch vermittelt die Holzbalkendecke dank des Einsatzes eines natürlichen Baustoffs ein warmes Wohngefühl. Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit bei geringem Gewicht relativ große Spannweiten realisieren zu können. 

Nachteile Holzbalkendecke

Bei nicht korrekter Ausführung können bei Holzbalkendecken sogenannte Schallbrücken entstehen, beispielsweise dort wo Dielen direkt auf Balken genagelt wurden. Der Trittschall bringt die Luft im darunter liegenden Geschoss zum Schwingen, was als Krach an unser Ohr dringt. Ebenso ist Holz als Baumaterial weitaus anfälliger gegenüber Schädlingen und Pilzen als Beton.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr zum Thema Baupfusch.

Vorteile Betondecke

Betondecken wiederum punkten vor allem durch die unkomplizierte Montage, die aufgrund des Einsatzes von Fertigteilen vor allem praktische und finanzielle Vorteile bietet. Ausnahme bildet hier jedoch die Ortbeton-Decke, die im Gegensatz zu den anderen drei Varianten weitaus schwerer ist und daher gute schalldämmende Eigenschaften mitbringt.

Zum an die Decke gehen…

Die Entscheidung für Holzbalken- oder Betondecke ist schwierig und liegt letztendlich bei Ihnen. Planung und Ausführung sollten Sie aber unbedingt in die Hände von Profis legen. Für Ihre Entscheidungsfindung sind persönliche Vorlieben ebenso ausschlaggebend wie statische Erfordernisse und Budgetgrenzen. Wenn Sie Unterstützung beim Ausloten aller Faktoren benötigen, dann kontaktieren Sie uns ganz einfach. Unsere Experten stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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