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Wintergarten

Let the sunshine in –  Sich in die Sonne zu setzen steigert augenblicklich das Wohlbefinden. Gerade deshalb ist es wichtig, die Sonne auch in den sonnenarmen Monaten bestmöglich zu nutzen. Doch wie? Wenn es bitterkalt ist, setzt sich niemand allzu lange in den Garten – und die wärmenden Eigenschaften der Sonne merkt man erst wieder zaghaft ab Mitte Februar. Hier können Sie mit einem Wintergarten eine Menge rausholen. Die Verglasung wirkt als Energie-Kollektor und erwärmt den Wintergarten in kühlen Monaten selbstständig. Dennoch muss bei Wohnwintergärten für die kalte Winterzeit eine Heizung installiert werden. Informieren Sie sich in diesem Artikel über alle wichtigen Aspekte rund um den Wintergarten!

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer einen Wintergarten bereits beim Hausbau miteinplant, kann ihn perfekt ausrichten und muss keine Mauern nachträglich einreißen.
  • Wohnwintergärten sind eine beheizte Wohnraumerweiterung. Es gibt verschiedene Heiztechniken, wobei es auf das individuelle Heizprofil ankommt. Der Wintergarten verbraucht über das Jahr hinweg insgesamt weniger Heizenergie als kompakte Räume, allerdings müssen im Winter höhere Spitzenleistungen zur Verfügung stehen.
  • Bei der Trägerkonstruktion wird in den meisten Fällen auf Holz, Aluminium oder Holz-Aluminium-Kombinationen zurückgegriffen (weniger häufig werden Stahl oder Kunststoff verwendet). Holz fügt sich am besten in die Umgebung des Gartens ein, muss aber auch regelmäßig behandelt werden. Aluminium benötigt diese Behandlung nicht, harmoniert aber weniger mit der Umgebung und ist bei umweltbewussten Bauherren eher unbeliebt.

Der Wohnwintergarten

Der Wohnwintergarten schließt direkt ans Haus an und erweitert den Wohnbereich des Hauses. Daher wird er auch beheizt. Man spricht auch von “Anlehn-Wintergärten”. Verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten des zusätzlichen Wohnraums sind denkbar. Beispielsweise können Sie mit einem Wintergarten ganzjährig im Garten dinieren. Bei der richtigen Wolkendecke und Ausrichtung steht der Frühstückstisch dann auch stets in der Sonne. Ebenso kann der Wintergarten als Wohn- oder Arbeitszimmer genutzt werden. Zudem lassen sich hier hervorragend tropische Gewächse oder Gemüse- und Obstpflanzen unterbringen.

Der Kaltwintergarten

Der Kaltwintergarten ist nicht als Erweiterung des Wohnraums anzusehen. Er wird in der Regel nicht beheizt und wenn doch, dann höchstens auf etwa 12 Grad. Diese Variante ist in der Regel eine freistehende Konstruktion ohne direkte Verbindung zum Wohnbereich. Im Winter dient der Kaltwintergarten oft als Refugium für frostempfindliche Pflanzen. Dennoch lässt sich auch hier, wenn beispielsweise eine Gartenbank platziert wird, die winterliche Sonne hinter der Verglasung etwas geschützter genießen.

Planung und Genehmigung

Natürlich müssen auch Wintergärten vom Bauamt baurechtlich und bautechnisch genehmigt werden. Dies führt bei nachträglicher Realisierung oft zu Einschränkungen (und zum Zwist mit den Nachbarn). Bauherren, die einen Wintergarten direkt bei der Planung des Hausbaus berücksichtigen, haben diese Probleme nicht. Es muss dann auch keine Hauswand nachträglich eingerissen werden und Größe und Ausrichtung lassen sich bereits von Anfang an berücksichtigen. Die Ordnungsmäßigkeit des Wintergartens bestätigt sich in solchen Fällen auch bereits mit den Planungsunterlagen des Gesamtprojekts und der Baugenehmigung vom Bauamt.

Die im öffentlichen Baurecht definierten Abstandsflächen zum Nachbarn sind für den Antrag entscheidend. Diese sind in den Bauordnungen der Bundesländer geregelt und betragen im Durchschnitt drei Meter oder bei höheren Gebäuden die Gebäudehöhe. Bei Anbauten wie einem Wintergarten lässt sich aber unter bestimmten Umständen eine sogenannte Grenzbebauung vornehmen. Eine Grenzbebauung liegt dann vor, wenn der einzuhaltende Mindestabstand unterschritten wird. Dies ist nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Nachbarn und einer Genehmigung der Baubehörde möglich.

I. Konstruktion und Bauweisen

Die Konstruktion des Wintergartens besteht aus einem Fundament, der Trägerkonstruktion und der Eindeckung. Das Fundament wird aus Beton gegossen. Die Trägerkonstruktion kann aus Holz, Stahl oder Aluminium sowie Holz-Aluminium-Kombinationen (seltener auch aus Kunststoff) bestehen. Die Eindeckung besteht aus Glas (seltener aus Kunststoff).

1. Das Fundament

An das Fundament eines Wintergartens bestehen hohe Ansprüche. Denn hier liegt ein nicht zu unterschätzendes Gewicht vor – das Errichten auf einer Terrasse ist deshalb nicht möglich. Zudem muss das Fundament frostsicher sein. Das setzt schon eine Fundamenttiefe von mindestens 80 cm voraus. Für Wintergärten wird in der Regel auf folgende vier Fundamentarten zurückgegriffen: Punkt-, Ring-, Streifenfundamente und Fundamentplatten. Wichtig sind folgende Ansprüche an das Fundament:

  • Tragfähigkeit
  • Abdichtung vor Feuchte und Frostsicherheit: Niederschlags- und Tauwasser von der Konstruktion fernhalten
  • Wärmedämmung

2. Trägerkonstruktionen

Bei der Trägerkonstruktion gibt es zwei gängige Varianten: die Element- oder Rahmenbauweise und das Pfosten-Riegel-System.

Element- oder Rahmenbauweise

Der große Vorteil der Element- oder Rahmenbauweise ist, dass sie den Blick in den Garten kaum durch Konstruktionselemente (Streben, Halterungen) behindert. Diese Variante bietet also das beste Blickfeld. Darüber hinaus zeichnet sich die Element- oder Rahmenbauweise durch schnelle Montage vor Ort aus, da die Elemente vorgefertigt sind. Rahmengrößen sind variabel und somit wunschgemäß zu wählen. Gegenüber der zweiten Variante – dem Pfosten-Riegel-System – weist diese Konstruktion allerdings weniger Stabilität auf.

Pfosten-Riegel-System (auch Stütze-Riegel-System genannt)

Der Nachteil des Pfosten-Riegel-Systems gegenüber der oben beschriebenen Element- bzw. Rahmenbauweise ist, dass der Blick ins Freie zu größerem Maße durch Konstruktionselemente (Streben, Halterungen) behindert wird. Ein Vorteil hingegen ist, dass diese Trägerkonstruktion stabiler ist. Und das ist bei der Eindeckung mit schweren Glasplatten nicht unwichtig. Auch Glasbrüche kommen hier seltener vor, da das Pfosten-Riegel-System kleinere Spannungen selbstständig ausgleicht. Zudem ist die Konstruktion simpler als die erste Variante, braucht aber eine längere Montagezeit vor Ort, da das Pfosten-Riegel-System nicht vorgefertigt wird.

3. Material der Trägerkonstruktion

Für die Trägerkonstruktion kann Holz, Aluminium oder Stahl verwendet werden. Auch Holz-Aluminium-Konstruktionen haben Vorteile und machen einen immer größeren Marktanteil aus.

3.1 Holz

Trägerkonstruktionen aus Holz sind sehr beliebt. Es liegt nahe, sich für dieses Material zu entscheiden: Beim Wintergarten geht es immer auch darum, mit der Natur im Kontakt zu sein – Holz fügt sich am besten in die Umgebung des Gartens ein und schafft atmosphärische Verbindungen von außen nach innen.

Es kann zwischen verschiedenen Holzarten gewählt werden. Dass Holz ein natürliches und nachwachsendes Material ist, macht es auch zum bevorzugten Baumaterial des umweltbewussten Bauherren. Holz hat gegenüber dem in der Herstellung energieintensiven Aluminium eine wesentlich bessere Ökobilanz – und ist günstiger!

Zudem hat Holz sehr gute wärmedämmende Eigenschaften und ist belastbar und tragfähig. Die Nachteile liegen in der regelmäßigen Behandlung, die Holz benötigt: Die Holzschutz-Lasur muss in Abständen (4-7 Jahre) erneuert werden, um das Holz langfristig witterungsbeständig zu halten. Doch ist dieser Aufwand überschaubar. Wer einen Garten hat, ist ohnehin des öfteren mit der einen oder anderen anfallenden Aufgabe beschäftigt – das gehört dazu und hält fit.

Es gibt auch Holz-Aluminium-Konstruktionen, die nach außen aus Aluminium und nach innen aus Holz bestehen. Hier wird von den Vorteilen beider Baustoffe profitiert (s.u.).

3.2 Aluminium

Aluminium-Wintergärten werden am häufigsten gekauft. Das liegt daran, dass sie sehr pflegeleicht und robust sind. Es handelt sich um leichtes und daher auch einfach zu verarbeitendes Material, das zudem weniger hohe Ansprüche an das Fundament stellt. Die Witterungsbeständigkeit ist hoch und das Material weist eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer auf. Es ist aber weniger tragfähig als Holz oder Stahl.

Gegenüber Holz weist Aluminium den Vorteil auf, dass es keine regelmäßigen Behandlungen zur längerfristigen Witterungsbeständigkeit benötigt. Nachteilig ist sicher, dass das Material Aluminium weniger gut zum Garten-Flair passt. Nur Holz vermag es, eine Harmonie von Wintergarten und umstehenden Gewächsen herzustellen.

Zudem hat Aluminium schlechte wärmedämmende Eigenschaften: Es ist sehr leitfähig, mit Wärmeverlusten ist also zu rechnen. Deshalb werden die Elemente thermisch getrennt, damit das innere Konstrukt keinen direkten Kontakt zum äußeren aufweist. So kann die besondere Leitfähigkeit auch dazu beitragen, dass sich die Wärme im Inneren schnell über die ganze Konstruktion verteilt und auch kalte Bereiche, in denen sich Kondenswasser sammelt, erreicht. Dennoch weist der Baustoff Holz bessere wärmedämmende Eigenschaften auf.

Für umweltbewusste Bauherren ist ebenfalls zu beachten, dass Aluminium in der Herstellung sehr viel Energie verbraucht und daher aus ökologischer Perspektive nicht wertvoll ist. Holz dagegen gilt als ökologisch wertvoller Baustoff.

3.3 Holz-Aluminium-Kombination

Mit Holz-Aluminium-Kombination lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen. In der Regel besteht diese Trägerkonstruktion nach außen aus Aluminium und nach innen aus Holz. Hier wird von den Vorteilen beider Baustoffe profitiert: Das an der Außenseite verbaute Aluminium benötigt keine regelmäßige Behandlung und der Charme des Holzes ist zumindest in der Innenansicht gegeben. Allerdings sind diese Kombinationslösungen meistens auch teurer.

3.4 Stahl

Gewächshaus
Gewächshaus aus Stahl

Der erste Nachteil von Stahl liegt klar auf der Hand: Er ist sehr schwer. Damit nimmt der gesamte Wintergarten enorm an Gewicht zu, was wiederum spezielle Erfordernisse an das Fundament stellt. Ein weiterer Nachteil ist, dass Stahl leicht korrodiert, was regelmäßige, recht kostenaufwendige Behandlungen nach sich zieht. Aus diesen Gründen ist Stahl bei Wintergärten für den privaten Gebrauch nicht das bevorzugte Material. Bei Gewächshäusern oder bei aufwendigen, mehrstöckigen Konstruktionen hingegen, bei denen eine sehr hohe Robustheit und Tragfähigkeit benötigt werden, wird Stahl verwendet.

4. Die Verglasung und ihre Eigenschaften

Das Glas ist das zentrale Element des Wintergartens: Es ermöglicht den freien Blick hinaus und das Strahlen der Sonne hinein. Außerdem erfüllt das Glas folgende weitere Funktionen: Wärmedämmung, solare Wärmegewinnung, Schallschutz, Sonnenschutz, Einbruchsicherheit, Absturzsicherheit (Überkopfverglasung). Die klassische Eindeckung eines Wintergartens setzt selbstverständlich auf echtes Glas. (Es gibt aber auch Eindeckungen mit Kunststoff. Der große Vorteil von Kunststoff ist das geringe Gewicht, nachteilig ist die schlechte Sichteigenschaft. Oft ist dies die richtige Lösung für Wintergärten, die nicht in erster Linie als Wohnraum genutzt werden sollen.)

4.1  Glas als Energie-Kollektor

Die großen Glasflächen sorgen für solare Wärmegewinne. Deshalb benötigt ein Wintergarten weniger Heizenergie als ein kompakter Raum. Es kommt dabei immer auf die Ausrichtung des Wintergartens (optimal ist die Sonnen- bzw. Südseite) und auf die Größe der Glasfläche als Energie-Kollektor an. Bei guten Bedingungen kann davon ausgegangen werden, dass 200-280 Tage im Jahr kein Heizungsbetrieb nötig ist, um den Raum bei angenehmen Temperaturen zu nutzen.

Im Vergleich zum Haus wird es beim Wintergarten im Herbst und im Frühjahr ca. zwei Monate länger möglich sein, nicht zu heizen. Die Strahlungsgewinne reichen dann vollkommen aus, um den Raum angenehm warm zu halten, ggfs. sogar angrenzende Räume mitzuheizen. Natürlich darf dafür die Sonne ihren Dienst nicht verweigern und auch der Standort spielt hierbei eine Rolle. Im Winter fallen Strahlungsdichte und -gewinne niedriger aus.

4.2 Wärmeverlust durch die Glasfläche

An Wintertagen mit wenig (und wenig intensiver) Sonne geht mit der großen Glasfläche ein hoher Wärmeverlust einher, der größer ist als bei kompakten Räumen. Beachten Sie daher: Auch wenn ein Wintergarten jährlich weniger Heizenergie benötigt als ein kompakter Raum, braucht es im Winter eine größere Heizleistung, um den Raum angenehm warm zu halten – diese Heizleistung muss dann auch verfügbar sein (s.u.).

4.3 Isolierverglasung

Isolier-Verglasung zur Wärmedämmung ist heute bei Neubauten und auch bei Wintergärten Standard. Bei der Isolier-Verglasung befindet sich in einem Zwischenraum zweier Scheiben ein Füllgas (Luft- oder Edelgas-Luft-Gemisch), das Wärmeverlusten aufgrund seiner schlechten wärmeleitenden Eigenschaften entgegenwirkt.

Zusätzlich werden die sogenannten „Low-E-Beschichtungen“ verwendet. Hierbei handelt es sich um eine kaum wahrnehmbare Beschichtung, die die Infrarot-Wärmestrahlung zurück ins Innere reflektiert.

3-fach-Isolierglas, bei dem zusätzlich eine dritte Scheibe verwendet wird, ist heutzutage bereits bei vielen Neubauten Standard – auch beim Wintergarten sollte in jedem Fall darauf zurückgegriffen werden.

Es gibt Möglichkeiten der Isolier-Verglasung, die die einzuhaltende Energiesparverordnung der EnEV 2014 noch übertreffen. Bedenken Sie aber, dass sehr hohe wärmedämmende Eigenschaften der Verglasung oft auch mit weniger solarem Wärmegewinn einhergehen. Fachleute können spezifische Lösungen passend zum Standort und zur Ausrichtung finden.

4.4 Das Wintergarten-Dach

Beim Glas des Wintergarten-Daches, der sogenannten Überkopfverglasung, muss aus Sicherheitsgründen Verbundsicherheits-Verglasung (VSG) verwendet werden. So können Personenschäden bei Glasbruch vermieden werden. Eine solches Glas besteht aus zwei Glasscheiben, die mit einer durchsichtigen Folie verbunden sind. Bei Glasbruch können solche Verbundscheiben nicht auseinanderfallen.

4.5 Einbruchschutz

Es ist nur unter großen Aufwand und Lärm möglich, Verbundscheiben von außen zu zerstören. Verbundsicherheits-Verglasung (VSG) gilt als weitgehend einbruchsicher. Deshalb können für den Einbruchschutz auch die Wände des Wintergartens mit Verbund-Sicherheitsglas eingedeckt werden. Eine solche Ausrüstung schlägt sich natürlich im Preis nieder, ist aber beispielsweise in abgeschiedenen Wohngegenden zu empfehlen.

Das Terrassendach

Das Terrassendach ist ein verglastes Dach, das die Terrasse vor Witterung schützt. Regen ist dann im Sommer kein Problem mehr, Gartenmöbel mit Polsterungen und weitere Gegenstände müssen nun nicht mehr vor himmlischen Sturzfluten gerettet werden. Man kennt es ja bereits: Eine gegen Regen in Stellung gebrachte Markise hält nur so lange Stand, bis die sich bildende Wasserblase sich unweigerlich entleert.

Bei der Verglasung eines Terrassendachs handelt es sich um Verbundsicherheits-Verglasung (VSG), wie es bei jeder Überkopfverglasung der Fall sein muss. Alternativ und günstiger lässt sich auch auf Kunststoff zurückgreifen. Die Seiten lassen sich durch verschiedene Systeme (z. B. Markisen, Glas- oder Fensterelemente) gegen Wind schützen. So entstehen gemütliche und atmosphärische Räume, in denen sich einem sommerlichen Regenschauer sehr entspannt entgegenschauen lässt.

II. Heizung im Wohnwintergarten

Der Wohnwintergarten ist eine Erweiterung des Wohnraums, der auch beheizt werden muss. Wir sahen bereits, dass bei guten Bedingungen (Standort, Größe der Glasfläche, Ausrichtung) zwischen 200-280 Tage überhaupt keine Heizung benötigt wird. Hier reicht der solare Wärmegewinn (Strahlungsgewinn) aus, um den Wintergarten ausreichend warmzuhalten. Im Vergleich mit kompakten Räumen wird aufs Jahr gerechnet also weniger Heizenergie benötigt. Jedoch sind die Wärmedämmeigenschaften der Glasfläche wesentlich schlechter als die von kompakten Räumen. Deshalb werden in kalten Wintern auch höhere Spitzenleistungen benötigt, als es bei kompakten Räumen der Fall ist. Die Heiztechnik muss diese dann auch bereitstellen können. Denn sonst entfällt der angenehme Aufenthalt im Wintergarten und es droht die Gefahr von permanentem Kondenswasser und Schimmelpilzbildung.

Es ist empfehlenswert, die Heiztechnik des Wintergartens an das Heizsystem des Hauses anzuschließen. Dafür muss auf Heizkörper bzw. die Konvektorenheizung zurückgegriffen werden. Die Konvektorenheizung lässt sich auch gut mit anderen Heiztechniken kombinieren. Um eine optimale Luftzirkulation (Konvektion) zu gewährleisten, werden die Heizkörper am besten an den kältesten Stellen angebracht.

Kombinationen von Heiztechniken bzw. die Entscheidung für eine Heiztechnik sollte sich am Nutzungsprofil ausrichten. Folgend finden Sie eine Beschreibung der verschiedenen Heiztechniken.

1. Konvektorenheizung

Diese klassische und häufigste Variante erwärmt die Luft mittels Heizkörper. Es werden Innenraum und Außenhülle durch die von den Heizkörpern aufsteigende Luft erwärmt. Dabei wird Wärme an die Außenhülle abgegeben, sodass die Luft wieder kühler wird und an den zum Heizkörper gegenüberliegenden Wänden wieder herabsinkt. Daraufhin wird sie erneut vom Heizkörper erwärmt. Die Luftzirkulation nennt man “Konvektion”.

2. Wärmepumpen

Das Beheizen des Wohnwintergartens mit Wärmepumpen hat den Vorteil einer selbstständigen Regulation des Raumklimas. Die Technik kann auf eine Temperatur programmiert werden, die dann selbstständig beibehalten wird. Das schließt nicht nur die Beheizung, sondern auch das Kühlen ein. Nachteilig ist, dass für eine ganzjährige Nutzung des Wintergartens die eher geringe Heizleistung i.d.R. nicht ausreichen wird.

Bei dieser Heiztechnik können zudem verschiedene, über Gebläse gesteuerte Filter eingesetzt werden. Das kann dazu beitragen, die Luft zu reinigen (z. B. bei großer Pollenbelastung und Allergien) und sie zu entfeuchten. Für Allergiker ist das zu pollenintensiven Zeiten ein großer Vorteil.

Wärmepumpen sind vor allem bei Platzmangel zu empfehlen. Die Gebläsetechnik ist in der Anbringung sehr flexibel. Darüber hinaus ist diese Heiztechnik zu empfehlen, wenn nicht unbedingt den ganzen Tag hohe Temperaturen beibehalten werden müssen, da der Wintergarten nicht jeden Tag von morgens bis abends voll genutzt wird.

Es gibt eine Reihe verschiedener Wärmepumpen. Für das Vorhaben, sie in einen Wintergarten zu verbauen, sollte in jedem Fall Rücksprache mit einem Experten gehalten werden. Nicht immer eignen sich Wärmepumpen. Denn es kommt auf die Größe und Art des Wintergarten an und darauf, wie und wann er genutzt werden soll – denn die Wärmepumpe ist nicht die effektivste Heiztechnik und wird im Winter i.d.R. nicht ausreichend sein. Der Einsatz von Wärmepumpen sollte daher genau auf das Nutzungsprofil abgestimmt werden.

3. Fußbodenheizung

Die alleinige Beheizung von Wohnwintergärten mit einer Fußbodenheizung ist nicht zu empfehlen. Denn das bringt einige nicht von der Hand zu weisende Nachteile mit sich, die eine optimale Nutzung des zusätzlichen Wohnraums nicht gewährleisten:

  1. Keine Luftzirkulation: Kalte Ecken des Wintergartens werden nur schwer von der Beheizung erreicht. Dort kann dann auch entstehendes Kondenswasser schlecht abtrocknen. Es droht Schimmelpilzbildung.
  2. Es lässt sich nur vergleichsweise schwerfällig auf schwankende Temperaturen reagieren.
  3. Der Anspruch an die Isolierung der Bodenplatten ist enorm hoch.

Aus angeführten Gründen werden Fußbodenheizungen, wenn sie denn eingesetzt werden, oft mit Konvektorenheizungen kombiniert. Die Heizkörper können an den kältesten Stellen der Fensterfront angebracht werden und nach Bedarf geregelt werden. Die Heizkörper fallen dann auch kleiner aus als bei alleiniger Konvektorenheizung, was wiederum räumliche Vorteile mit sich bringt.

4. Strahlungswärme

Das Heizen mittels Strahlungswärme funktioniert beispielsweise über Infrarot-Strahler. Strahlungsheizkörper können in die Hauswand oder auch in die Glaswand des Wintergartens eingebaut werden. Sie erzeugen ein wohlig-warmes Wohlfühlklima. Verglichen mit der Konvektorenheizung oder den Wärmepumpen ist diese Variante insgesamt eher kostenaufwendiger.

Beachten Sie, dass diese Heiztechnik am besten nur in Kombination mit einer Konvektorenheizung verwendet werden sollte. Nur so lässt sich eine angemessene Luftzirkulation erreichen und Feuchte und Schimmelbildung nachhaltig vorbeugen.

5. Heizleisten oder Sockelleistenheizungen

Diese Variante gleicht einer Warmwasserheizung. Mit einer geringen Wassermenge wird eine gute Heizleistung erreicht, sodass diese Heiztechnik äußerst energieeffizient ist. Die Heizleisten sind auf den großen Glaswänden angebracht und verteilen die Wärme ökonomisch und stetig auf den sonst schnell auskühlenden Flächen. Ein weiterer Vorteil dieser Heiztechnik ist, dass sie sehr gut in Eigenmontage nachgerüstet werden kann.

Auch hier gilt, dass diese Heiztechnik am besten nur in Kombination mit einer Konvektorenheizung verwendet werden sollte. Nur so lässt sich eine angemessene Luftzirkulation erreichen und Feuchte und Schimmelbildung nachhaltig vorbeugen.

Kosten Wintergarten

Es ist nicht möglich, genauere Pauschalaussagen zu den Kosten Wintergarten zu treffen. Es kommt immer auf Größe und Bauart und auch auf das ausführende Unternehmen an. Zudem beziehen sich viele Angebote auf den nachträglichen Anbau. Es sollten also die eigenen Vorstellungen im Detail mit den ausführenden Unternehmen besprochen werden. Auch auf einen reibungslosen Ablauf ohne Verzögerungen innerhalb des gesamten Hausbauprozesses kommt es an.

Vorsichtig sollen hier dennoch folgende Richtwerte in Bezug auf die Kosten eines Wintergartens genannt werden:

  • Die einfachste Ausführung eines Wohnwintergartens aus Aluminium inkl. Bau des Fundaments und Installation einer Konvektorenheizung kann mit mindestens 2000 € pro m² veranschlagt werden.
  • Holz-Aluminium-Konstruktionen sind in der Regel teurer als Holz- oder Aluminium-Konstruktionen.
  • Konstruktionen aus Holz sind in der Regel günstiger als Konstruktionen aus Aluminium.
  • Eine einfache Ausführung eines Terrassendaches aus Aluminium inkl. Bau des Fundaments kann mit mindestens 650 € pro m² veranschlagt werden.

Tipp Sprechen Sie mit verschiedenen Anbietern und vergleichen Sie den Leistungsumfang der Angebote. Vergleichen Sie auch verschiedene Referenzobjekte. So können Sie sich einen Eindruck von verschiedenen Größen, Typen und Preisen verschaffen.

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Almondia berät Bauherren zu allen Fragen rund um den Hausbau. Dabei liegt der Fokus darauf, das zu Ihren individuellen Vorstellungen passende Bauunternehmen zu finden. Qualität, Erfahrung, Vertrauen und der richtige Gesamtpreis sollten immer gegeben sein. Haben Sie Fragen zu Ihrem Hausbau-Projekt? Unsere Beratung ist kostenfrei, vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin, wir freuen uns auf Sie!

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