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Aufgepasst beim Kellerbau

Keller oder kein Keller – das ist hier die Frage. Welche Vorteile ein Keller bietet, was dabei beachtet werden muss und mit welchen Kosten ein Keller verbunden ist, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Keller untergebrachte Haustechnik, Heizanlagen und Waschmaschine sind vorteilhaft für den Wohnraum. Zudem können Hobbys ausgelebt werden.
  • Die Kosten für den Keller müssen mit den Kosten für eine Bodenplatte gegengerechnet werden. Darüber hinaus beeinflussen einige Faktoren des Baugrunds und des Haus-Projekts die Keller-Kosten. Ein Keller steigert den Marktwert des Hauses.
  • Wenn eine externe Firma den Keller baut, kann es zu Koordinierungsschwierigkeiten kommen. Es können so aber auch oft Kosten gespart werden. Es gibt dabei aber auch Risiken: Bauverzug, mangelnde Passgenauigkeit, Mehrkosten – dafür ist dann allein die Bauherrin verantwortlich.

Kosten Keller

Ein Keller steigert den Wert (und Wiederverkaufswert) des Hauses. Fertighäuser und Massivhäuser mit Keller haben einen wesentlich höheren Marktpreis. Doch auch der Baupreis fällt höher aus.

Zu beachten ist aber auch, dass die Bodenplatte anstelle eines Kellers ebenfalls zwischen 10-18000 Euro kostet.

Für ein Fertighaus mit Keller sollten im Vergleich zu einem Haus mit Bodenplatte zusätzlich zwischen 180 und 430 Euro pro Quadratmeter eingeplant werden.

Für ein 100 m²-Einfamilienhaus kann man also durchaus mit 40000 Euro rechnen – obwohl hier keine Pauschalangaben möglich sind.

Folgende Faktoren beeinflussen die Kosten:

  • Beschaffenheit des Baugrunds (felsiger, sandiger, feuchter Untergrund, Altlasten)
  • statischer Anspruch an Gründung des Hauses
  • Fertigkeller oder Massivbauweise

Der Keller sowie meistens auch die Bodenplatte sind nicht beim Fertighaus-Angebot enthalten. Denn Fertighäuser sind oft O.K. (Oberkante Kellerdecke bzw. Oberkante Bodenplatte) ausgepreist. Bauherren müssen mit Anbietern über bestehende Möglichkeiten sprechen – extern bauen lassen oder entsprechende eigene Angebote. Das Preis- Leistungsverhältnis variiert dabei stark.

Wer baut den Keller?

Oft wird eigens für den Kellerbau ein Unternehmen beauftragt. Denn mit einem günstigen Angebot können durchaus Kosten gespart werden. Das kann allerdings zu Abstimmungsschwierigkeiten mit dem Hausbau-Unternehmen führen: Nicht nur bei Terminen, sondern auch bei wichtigen bautechnischen Details wie der Abdichtung und Passgenauigkeit.

Der Nachtteil bei externer Beauftragung ist, dass ein höherer Kooridinierungsaufwand auf die Bauherrin zukommt. Zudem trägt man die Verantwortung für die Passgenauigkeit selbst.

Daher ist es am sichersten, wenn dasselbe Unternehmen Keller und Haus plant und baut. So lassen sich Fehler bei der Beurteilung des Baugrundes, beim Abdichtungskonzept und bei der Bauabwicklung vermeiden – diese können nämlich schnell teuer werden und den Hausbau enorm verzögern!

Insbesondere ist also festzustellen, ob der Anbieter die Unterkellerung selbst ausführt und welche Erfahrungen er diesbezüglich hat. Plant dieser dafür eine externe Firma ein, sollten beide möglichst seit Längerem zusammenarbeiten.

Der Fertigkeller

Die Elemente eines Fertigkeller (Wände, Decken) werden nach dem Prinzip eines Fertighauses im Werk vormontiert. Alle Türen, Fenster und Öffnungen für Treppen und Kamin sind dann vorgeplant. Die Elemente werden mit einem Kran in die Baugrube versetzt und mit Fertigbeton eingegossen.

Fertigkeller haben folgende Vorteile:

  • kurze Bauzeit, dadurch Planungs- bzw. Koordinierungssicherheit beim anschließenden Aufbau des Hauses
  • vergleichsweise günstig
  • Festpreisgarantie
  • Terminsicherheit

Die sogenannte Weißwanne

Keller von Fertighäusern sind meistens sogenannte „weiße Wannen“. Während Kellergeschosse früher mit schwarzem Bitumen abgedichtet wurden – das wäre eine sogenannte „schwarze Wanne“ – baut man heute mit wasserundurchlässigem Beton, auch WU-Beton genannt.

Weißwannen-Keller müssen nicht zusätzlich von außen abgedichtet werden und halten in fachgerechter Ausführung jahrzehntelang dicht und trocken. Für den Fall, dass doch einmal Risse entstehen, können diese von innen – ohne äußeren Eingriff und Buddelarbeiten – wieder abgedichtet werden.

Wie steht es um den Grundwasserspiegel?

Generell sollte man sich beim Kauf eines Grundstücks über den Grundwasserspiegel informieren. Bei hohem Grundwasser muss gegebenenfalls eine teure Absenkung vorgenommen werden. Ein hoher Grundwasserspiegel übt zudem auch mehr Druck auf die Außenwände des Kellers aus. Dagegen hilft nur Verstärkung der Wände, was wiederum ein Kostenfaktor ist.

Nicht überall passend: Mancherorts ist ein Keller fehl am Platz

Leben Sie in einer Hochwasser-Region? Dann können Keller durch eindringendes Wasser Schaden nehmen – denn selbst Weißwannen-Keller aus Beton sind nicht gegen Wassermassen gefeit, die von oben in den Keller laufen. Wer bei Hochwasser keinen Keller hat, ist klar in Vorteil!

Raumheld: Im Keller findet alles seinen Platz

Haustechnik, Heizung und Waschsalon

Ein Keller bietet Platz für die Haustechnik, Heizung und Waschmaschine, die andernfalls zu Lasten des Wohnraums untergebracht werden müssten. Wer nicht unbedingt im ganzen Haus die Wäsche im Schleudergang hören möchte, hat lieber einen Waschsalon im Keller.

Viele Möglichkeiten: von Handwerk, Party bis Sauna

Ein Hobbykeller macht Spaß. Sei`s eine Werkstatt, ein Partykeller mit Bar, ein Tischtennisraum oder eine Sauna – ein Keller bietet dafür Platz und die nötige Distanz zum Wohnraum.

Lagerraum für Lebensmittel

Wenig Licht und Wärme machen den Keller ideal zum Einlagern von Lebensmitteln und Getränken – das spart sogar Energiekosten für den Kühlschrank. Wer mag, richtet sich einen Weinkeller ein und sammelt über die Jahre hinweg ein paar gute Tropfen.

Eventuell nachträglich eine Einliegerwohnung im Keller bauen?

Keller können mit einer Einliegerwohnung ausgestattet werden. Je nach Bundesland muss die Raumhöhe allerdings mindestens 2,30 m betragen, damit ein Wohnraum eingerichtet werden darf. Außerdem müssen ausreichend Wärmedämmung und größere Fenster vorhanden sein: Wenn Sie die Fenster unterhalb der Geländeoberkante ansetzen, also das Gelände abschrägen müssen, sollte der Winkel der Böschung mindestens 45 Grad betragen, damit genug Licht in die Räume fallen kann. Hier finden Sie mehr zu Einliegerwohnungen.

Fazit

Ein Keller lässt sich für vieles gebrauchen: Unterbringung von Haustechnik, Heizung, Waschmaschine, Lagerung von Lebensmitteln, Sauna, Partykeller, Hobbyhandwerk und sogar Einliegerwohnungen lassen sich daraus machen. Auch ist genügend Stauraum immer praktisch und entlastet den Wohnraum. Zu bedenken ist aber auch, dass Stauraum auch überirdisch z. B. mit einem Gartenschuppen, Garage oder Anbauten ausreichend geschaffen werden kann.

Ein Keller steigert den Wert des Hauses. Wer sein Haus mit Keller irgendwann einmal verkaufen will, erzielt einen erheblich höheren Wiederverkaufswert – dagegen stehen allerdings Mehrkosten beim Hausbau von etwa 22000 bis zu 50000 Euro. Diesen Kosten stehen aber immer auch die Kosten für die alternative Bodenplatte entgegen, die zwischen 10000 und 18000 Euro kostet.

Zu beachten ist, ob Haus und Keller von einem Bauunternehmer errichtet werden oder ob hier verschiedene Ausrichter im Spiel sind. Wer Keller-Preise vergleicht, wird mit einem externen Unternehmen oft Kosten sparen können. Damit ist dann aber auch ein Koordinierungsaufwand verbunden. Nicht nur Termine, sondern vor allem auch bautechnische Details wie Passgenauigkeit und Abdichtungen müssen aufeinander abgestimmt werden. Die Erfahrung zeigt, dass hierbei oftmals Mängel entstehen. Zudem kommt es wegen schlechter Abstimmung öfters zu Bauverzug, der zu erheblichen Mehrkosten führt. Hat sich die Bauherrin für ein externes Unternehmen entschieden, so steht sie auch hinsichtlich der Risiken und Mehrkosten in der Verantwortung! Schlägt ein Fertighaus-Anbieter ein externes Unternehmen vor, sollten beide Erfahrung in der Zusammenarbeit haben. Wie findet man die richtige Baufirma?

Ein Keller ist nicht immer ohne Vorbehalt zu empfehlen. In Regionen mit häufigen Überschwemmungen freut sich derjenige, der keinen Keller hat.

Bei besonders feuchtem oder besonders felsigem Untergrund (hier können sogar Sprengungen nötig sein) steigen die Kosten schnell in die Höhe. Dann sollte man sich genau überlegen, ob man nicht auch ohne Keller auskommt.

Kommentare zu “Aufgepasst beim Kellerbau

  1. Ich habe damals bei der Bauplanung gar nicht auf solche Dinge geachtet. Mir war es wichtig, dass der Keller wieder vernünftige Wände bekommt, als ich das alte Haus ausgebaut habe. Meine Nachbarn haben sich aber für ein Fertighaus entschieden. Sie hatten einige Probleme, weil der Untergrund erst getestet werden musste.

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