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Upcycling von Holz

Wir leben in Zeiten, in denen das Umweltbewusstsein ausgeprägter ist denn je. Das ist wichtig! Denn auch die ökologischen Herausforderungen sind heute größer denn je. Deshalb braucht es viele neue Ideen, um den ökologischen Fußabdruck unserer Lebensweise möglichst gering zu halten. Auch unser Umgang mit Rohstoffen ist dabei ein wichtiger Aspekt. So widmen sich viele Designer und Produzenten im Möbelbau verstärkt dem Upcycling von Holz. Sie schaffen aus dem, was so alles weggeworfen wird, neue und hochwertige Produkte. Und gerade weil das mehr und mehr dem modischen Zeitgeist entspricht, gibt es dafür viel Aufmerksamkeit. Ganz besondere Möglichkeiten der Wiederverwertung bietet der robuste Rohstoff Holz, man kann ihn hervorragend erneut in Bauprozesse oder kreative Möbelproduktionen einbinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Holz kann sehr gut aufbereitet und neuen Nutzungszyklen zugeführt werden.
  • Do it yourself (DIY) ist das Schlagwort für jeden, der selbst kreativ werden will.
  • Neue Trends im Möbelbau versprechen kreative Designs, die sich der ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet sehen. Damit wird auch eine Antwort auf drängende Herausforderungen unserer Zeit gegeben.

DIY – do it yourself und darüber hinaus: reclaim your creativity

Im Bereich der Alternativ-Kunst ist es sowieso klar: Hier kommt nichts von der Stange und Materialien lassen sich unendlich neu kombinieren. Werthaltigkeit bezieht sich nicht auf den monetären Betrag, der für etwas entäußert wird, sondern auf die individuelle Wertschätzung von Gegenständen. Es geht hier nicht um Askese, sondern um eine alternative Art von Überfluss. Denn Dinge können ganz einfach selbst hergestellt werden, indem ein wenig Kreativität aufgebracht wird  – soweit die Stimme der künstlerischen Avantgarde. Das ist nicht jedermanns Sache und muss es auch nicht sein. Interessant ist vielmehr, wenn eine brauchbare Idee zum Alltag durchsickert. Die DIY-Bewegung, die alte Sachen lieber zu etwas Neuem umbaut, anstatt sie wegzuwerfen, ist so eine mittlerweile überall angekommene Idee. Das zeigt schon die mediale Präsenz – in letzter Zeit lässt kaum ein Magazin dieses Thema aus. Der Umwelt tut weniger Abfall jedenfalls gut. Und auch der Ikea-Lifestyle, der ja gerade auf einer gewissen Kurzlebigkeit von Möbeln basiert, ist irgendwann überwunden.

Was kann ich aus altem Holz herstellen?

Ein paar Beispiele für das DIY-Upcycling:

  • Aus alten Fensterrahmen, die bei Sanierungsmaßnahmen auch heute noch in großer Zahl aus Altbauten ausgebaut werden, lassen sich zum Beispiel entzückende Bilderrahmen oder sogar ganze Wände machen.
  • Aus alten Weinkisten lassen sich hervorragend Regale (z. B. Schuhregale) herstellen – Ihre Nachbarn werden staunen!
  • Aus Paletten lässt sich sowieso viel machen, hochkant gestellt z. B. recht hübsche Anrichten, auch eine Vielzahl von verschiedenen Regalen, Tischen und Sitzmöglichkeiten …
  • Holzabfälle aus dem Garten können zugeschnitten und von Ästen bereinigt werden. Dann lässt sich allerhand daraus herstellen. Es gibt auch Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, mit alten Bäumen aus Ihrem Garten Möbel herzustellen.
  • Auch bei Abrissarbeiten fällt viel Holz an, das gut weiterverarbeitet werden kann (z. B. Abriss einer Holzscheune). Dieser Tipp ist dann wohl doch eher etwas für professionelle Möbelbauer, die sich auf Altholz spezialisiert haben (s.u.).
  • Holzabfälle, die auf Baustellen teilweise in großen Mengen anfallen, können aufbereitet werden und als Baumaterial für Böden oder auch Gartenhäuschen verwendet werden.
  • Gucken Sie sich mal auf Ihrem Dachboden bzw. im Keller um, was sich da so alles finden lässt. Eventuell haben Sie interessante Ideen für neue Verwendungen.

Neue Trends im Möbelbau – professionelles upcycling von Holz

Im Möbelbau gibt es seit einiger Zeit den Trend, Möbel mit einem Used-Look, dem sogenannten Shabby-Chic-Stil, herzustellen. Dabei gibt es allerdings Hersteller, die auch dafür neues Holz verwenden. Dann geht der Gedanke der ökologisch sinnvollen Wiederverwertung verloren. Es gibt aber auch eine Reihe von kreativen Möbelproduzenten, die zu 100 % auf gebrauchtes Material setzen.

Und tatsächlich lässt sich “ausgedientes” Holz in großen Mengen auffinden. Auf Baustellen beispielsweise liegt fast immer Holz herum, das nicht weiter benötigt wird. Dabei kann es sich um Reste von Zuschnitten oder um Holz handeln, das im Zuge von Sanierungsmaßnahmen ausgebaut und ersetzt wurde, z. B. Fensterrahmen, Türen und alte Balken aus der Konstruktion von Dächern und Wänden.

Viel Holz lässt sich auch immer bei Gerüstbauern abgreifen. Denn zu ihrer eigenen Sicherheit müssen die Bretter, auf denen sie in großer Höhe stehen, regelmäßig ausgewechselt werden. Auch Rammpfähle, die meistens aus hochwertigem und äußerst robusten Eichenholz bestehen, müssen irgendwann ersetzt werden. Das ist zum Beispiel in Städten wie Amsterdam oder Venedig der Fall.

Die Idee, dieses Holz gewinnbringend wiederzuverwerten, war lange Zeit nicht besonders en vogue. So stapelte es sich auf großen Haufen und wartete auf seine energetische Verwertung in Biomassekraftwerken. Dieses Holz kann oft sehr günstig oder gar umsonst eingesammelt werden. Im Möbelbau kann es dann erneut als Rohstoff dienen. Dafür sind nur wenige Arbeitsschritte zur Aufwertung erforderlich. Daraus entstehen hochwertige Designermöbel, die heute voll im Trend liegen und deren Used-Look nicht nur Attitüde ist. Natürlich gibt es auch Möbel aus Altholz, die wie neu aussehen. Aber oft wird es gerade geschätzt, dass dem Holz noch Spuren früherer Nutzung – eben seiner Geschichte – anzusehen sind.

Mehrstufige Nutzung des Rohstoffs Holz

Der Möbelbau mit Altholz bedeutet, dass der Rohstoff ein weiteres Mal stofflich genutzt wird, bevor er verbrannt wird. Die energetische Verwertung in Biomassekraftwerken wird damit also aufgeschoben. Allerdings muss sich dann auch das Management der verschiedenen Energieproduzenten anpassen. Es bringt der Umwelt wenig, wenn in den Kraftwerken Ausfälle von Altholz gar durch Frischholz oder andere emissionsintensive Formen der Energieproduktion ersetzt werden.

Jedenfalls muss im Zuge der Wiederverwertung weniger Frischholz aus den Wäldern geerntet werden. Und das ist bei stetig steigender Nachfrage nach Holz eine gute Nachricht, denn das Angebot ist begrenzt. Hierin liegt auch der Gedanke der Kaskadennutzung – also der mehrstufigen Nutzung. Wenn Holz nach der Erstanwendung direkt im Biomassekraftwerk landet, spricht man von einer ökologisch nicht besonders wertvollen einstufigen Kaskade. (In der Realität geht sogar der direkte Weg von 44 % des in Deutschland geernteten Frischholzes ohne stoffliche Nutzung ins Kraftwerk.) Werden hingegen mehrere stoffliche Verwertungsstufen realisiert, spricht man von einer mehrstufigen Kaskadennutzung. Je mehr Kaskaden der stofflichen Nutzung realisiert werden, umso effektiver die Nutzung des Rohstoffs.

Haben Sie Fragen zum ökologischen Hausbau?

Die Bauherren-Berater von Almondia stehen Ihnen jederzeit für eine umfassende Beratung hinsichtlich ökologischer Bauprojekte zur Verfügung. Informieren Sie sich darüber, ob für Sie ein Holzhaus in Frage kommt und welche Fördermöglichkeiten hierbei bestehen. Auch ist es wichtig, das zu Ihrem ökologischen Anspruch passende Bauunternehmen zu finden. Machen Sie dafür einfach einen Beratungstermin.

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